Volk und Land
- Journal
- Volk und Land
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 44-45 (30.10.1919)
- Date
- 1919-10-30
- Page
- Seite 1411-1412 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2649276-2649277-2649309--0878-2650242- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
1411 VOLK UND LAND 1412 Saida: etwa 63 in innerhalb des Sütkeifs der Insel Djesireli. Sur: auf einer alten Batterie in der Nordwestecke der Stadt, dicht am Strande. Akka: auf dem Wall an der Südwestseite der Stadt dicht am Wasser. Haifa: auf dem zerfallenen Kastell östlich der Stadt. Dschebel Karmel: auf dem Nordwestabhang, zirka 50 nt nordwestlich des Klosters St. Elias, unterhalb desselben. Jaffa: Im Südwestteil der Stadt, zirka 02 m von der Küste. Cer Mangel an eigenen Signalstationen machte sich auch in bezug auf die Zeitbestimmung bemerkbar, die besonders in der Navigation eine sehr wichtige Rolle spielt. Der nächste Hafen, in dem Schiffschronometer richtig eingestellt werden, konnten, war Alexandria. Auch Nebelsignalstationen waren nirgends vorhanden. Im Internationalen Signalbuch, dein grundlegendsten Werk des Seezeichenwesen.s, sind fast alle wichtigen Küstenorte Palästinas mit ihren Zeichen vertreten, so daß die Schiffahrt hierin eine wesentliche Unterstützung erfährt. Eigene Flaggen sind bis jetzt in den hier behandelten Gebietsteilen nicht im Gebrauch gewesen, mit Ausnahme von Jerusalem, das seit der Zeit der Kreuzzüge eine weiße Flagge führt, die ein großes Kreuz zeigt, in dessen inneren Winkeln ebenfalls Kreuze stehen. Dieselben können von grüner oder von roter Farbe sein. Die Aufgaben der Seeschiffahrt in Palästina werden in der Hauptsache heute durch die vor kurzer Zeir gegründeten Aguduth Hnmajim vertreten, deren Programm folgende Aufgaben aufweist: 1. Die technische: Errichtung von Anstalten für die Fischerei-Industrie. 2. Die biologische: Erforschung der Fischgattungen des östlichen Mittelmeers und deren Lebensweise. 3. Die kaufmännische: Anschaffung des nötigen Materials für die Industrie. 4. Schaffung von Absatzmärkten im ln- und Auslande. 5. Die theoretische: Verbreitung von Kenntnissen über das Meer, Gründung von Büchereien, Einrichtung t on Lehrkursen, Ausbildung von Seeleuten. Es ist dies das erste Unternehmen, das sich einerseits gerade damit beschäftigt, die jüdische Bevölkerung zum seemännischen Beruf heranzubilden, für ihn Interesse zu erwecken; die andererseits aber auch zum ersten Male in Palästina die biologische Erforschung des östlichen Mittelmeergebietes unternimmt und versucht, die dort gefundenen Resultate dem Handel nutzbar zu machen. (Augenblicklich werden von den Okkupationsbehörden bereits Schritte unternommen, die Möglichkeit des Hafenausbaues zu erwägen. Vor allem wird Haifa, später auch Jaffa hieraus große Vorteile ziehen, da diese beiden Häfen für den Äußern handel die meiste Bedeutung besitzen. Ob später auch Gaza, evtl, auch Akkaba hierin einbezogen werden können, muß der Zukunft überlassen bleiben. Jedenfalls stehen wir in bezug auf den ganzen Schiffsverkehr vor großen Aufgaben, die von wesentlicher Bedeutung für eine gedeihliche Fortentwicklung des Landes sein werden. DIE EMIGRATIONSFRAGE IM ZIONISMUS Die Beachtung, die man der Frage einer Regelung der Emigration im Zionismus bisher (und zwar leider bis auf den heutigen Tag) eingeräumt hat. .geht mit besonderer Klarheit aus dem Bericht „Der Welt“ über den vorletzten Kongreß hervor. Wir bringen den betreffenden Teil des Berichts ohne weitere Bemerkungen als etwa den Hinweis auf das sichtliche Behagen, mit dem der Berichterstatter die Ablehnung des zionistischeren Vorschlages konstatiert. Vorsitzender Dr. Marmorek: Ich erteile nunmehr Herrn Motzkin als Referenten des Emigrationsausschusses das Wort. Delegierter Motzkin: ich lege Ihnen die Resolutionen vor, zu denen der Emigrationsausschuß heute gekommen ist. Sie bestehen aus einem Teil, der einstimmig angenommen wurde, während der letzte Absatz nur die Ansicht des Herrn Trietsch dar stellt: Der Zionismus beharrt auf seinem Standpunkt, daß die Lösung der Judenfrage nur in der territorialischen Konzentration in Palästina enthalten ist. Dieser Aufgabe hat er sich in erster Linie zu widmen. In Anbetracht der immer wachsenden jüdischen Aüswanderungsnot schließt sich der Zionismus allen Bestrebungen nach Gesamtorganisation und Demokratisierung der Auswanderungshilfe an. Er vertritt die Ansicht, daß es eine Reihe produktiver Anregungen und wichtigerer Normen auf dem Gebiet des Auswanderungswesens gibt, die nur infolge eines Meinungsaustausches und einer Koordinierung der verschiedenartigsten Elemente zutage gefördert werden können. Der Zionistenkongreß begrüßt daher mit Freuden die Idee des Emigrationskongresses und mahnt alle Elemente im Judentum, zu einer Beteiligung am Kongresse. Der Zionistenkongreß fordert das künftige A. C. auf, auf einem Emigrationskongresse, der Gewähr dafür bietet daß an ihm grolle Organisationen, jüdische Gemeinden usw. sich beteiligen, auf jeden Fall als zionistische Organisation sich vertreten zu lassen. Unsere Parolen sollen dabei sein: A. Allgemeine Organisierung und Regelung der jüdischen Auswanderung. B. Erforschung aller Arbeitsmöglichkeiten im Orient und möglichste Ablenkung des Auswanderungsstromes nach dem Orient. Der Antrag 1 riet sch lautet: Der Kongreß empfiehlt dem Palästinaressört bzw. dem E. A. C., mit den für Palästina und überhaupt für die Türkei existierenden Informationsbüros in Verbindung zu treten zwecks Koordinierung ihrer Tätigkeit und Gründung weiterer Büros für die Emigration nach dem Orient. Delegierter Trietsch: Ich habe mich in der Kommission, in der von vier Mitgliedern drei Antragsteller waren es waren im ganzen nur vier Mitglieder erschienen — an der Diskussion in der