Volk und Land
- Journal
- Volk und Land
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 44-45 (30.10.1919)
- Date
- 1919-10-30
- Page
- Seite 1381-1382 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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1381 -- ■ --- ■= VOLK UND LAND - .■ --■= ■- 1382 Inspektor schwere Enttäuschung bereitet. Nach tausenderlei Anfragen und Bedingungen erscheinen sie schließlich entweder überhaupt nicht, so daß dann alle Dispositionen nicht stimmen, oder sie kommen, aber ihr Eifer erlahmt bald, und sie lassen es an Gründlichkeit bei der Arbeit fehlen. Aus dem Grunde kann auch der sonst gut-jüdische Leiter der Anstalt ihre Sache nicht immer in gewünschter Weise vertreten. Einige wirklich Zielbewußte und Arbeitsfreudige sollten sich einmal in Peine einfinden; sie würden dort bald einen anderen Ton hineinbringen. Ein Einzelner ist dazu nicht imstande, er könnte nur die Unannehmlichkeiten von sich persönlich ablenken; eine Gruppe dagegen, die sich Anerkennung verschafft hat, kann auch mit Forderungen hervortreten und wird, gestützt auf ihre Leistungen, deren Erfüllung erzwingen. Unermüdlichem Fleiß und redlicher Arbeit kann sich letzten Endes niemand widersetzen. Daß das Leben für die Gärtner in Peine ein anderes werde, dafür werden auch die Lehrer sorgen müssen, die dort ausgebildet werden. Sie und die Eleven sollten eine geschlossene Macht, einen einheitlichen Willen darstellen. Wir müssen uns nur fragen, ob es überhaupt einen Sinn hat, auch zionistische Lehrer und Lehrerinnen zur Teilnahme an einem Kurs im Peiner Seminar zu veranlassen. Zweifellos. Es gibt in ganz Deutschland kein zweites Institut, wo Lehrer für den Unterricht in Schulgärten vorbereitet werden. Aus dem Grunde nehmen auch auf Veranlassung der Regierung christliche Lehrer an den Peinenser Kursen teil. Wie wichtig für einen nach Palästina strebenden Lehrer die Bekanntschaft mit dem Gartenbau und mit der Anlage eines Gartens ist, braucht nicht erst nachgewiesen zu werden. Aber auch die Bedeutung der Handfertigkeit ist für unsere palästinensischen Lehrer nicht zu unterschätzen. Das Handwerk ist in Palästina immer noch nicht auf der Höhe, und allzu große Neigung, es dahin zu bringen, ist nicht vorhanden. Sie wachzurufen, wird die Sache der Schule sein. Auch hier in Deutschland wird dem Handfertigkeitsunterricht in der Schule jetzt ein viel größeres Feld eingeräumt werden. Bei den Schulreformen, die bevorstehen, wird die Einführung dieses Unterrichtszweiges eine große Rolle spielen. Die Einheitsschule mit Werkunterricht liegt dem preußischen Parlament als Gesetzesvorschlag vor. Der Werkunterricht soll zunächst als eine neue Disziplin in der Schule aufgenommen werden, um später das ist das Bestreben vieler Pädagogen schlechthin, das Arbeitsprinzip in unseren Schulen darzustellen. Deutschland ist in bezug auf seine Schulen immer voran gewesen. Wenn sich nun bewährte deutsche Schulmänner für dieses neue System einsetzen, wird es sicherlich auch seine Berechtigung haben. Es wird wenn auch vielleicht nicht genau so, wie es jetzt gedacht ist, aber doch in einer bestimmten Weise, sich durchsetzen. Es wird auch in anderen Ländern Nachahmung finden, und auch für uns in Palästina seine Geltung haben. Denn wir werden beim Neuaufbau darauf bedacht sein müssen, aus allen Ländern das für uns wirksam zu machen, was sich dort als kulturfördernd erwiesen hat. Und selbst dann, wenn durch den Werkunterricht keine so einschneidenden Aenderungen ein treten werden, wie man sie jetzt voraussieht, auch dann wird die Ausbildung dazu gerade für unsere jüdischen Lehrer und Lehrerinnen wertvoll bleiben; bei ihnen ist das Geistige immer in übertriebener Weise hervorgehoben, alles Körperliche und Technische aber als etwas Minderwertiges beiseite geschoben worden*). Das ist ein jüdischer Fehler im allgemeinen, der unserer jüdischen Lehrer aber im besonderen. Gerade sie sollten vor allem auf eine allseitig harmonische Ausbildung Wert legen. Nur wer selbst geistig und körperlich fix ist, wird dazu imstande sein, ein gesundes junges Geschlecht heranzuziehen. Darum betrachte ich das Peiner Seminar in seiner Eigenschaft als Erziehungsinstitut für Erzieher als eine der für uns wertvollsten der ganzen Simonschen Stiftung, und es bleibt zu wünschen, daß seine Vorzüge wirklich vielen meiner Zunft zugute kommen. Jeder zionistische oder besser gesagt jeder jüdische Lehrer sollte, nachdem er seine wissenschaftliche Ausbildung genossen hat, die Gelegenheit benutzen, um seine Gesundheit zu stählen durch die Arbeit im Garten, sein Auge Und seine Hand zu üben durch die Tätigkeit in der Werkstatt. Er wird dadurch sich selbst einen Dienst erweisen, aber darüber hinaus auch dem Geschlecht, das ihm zur Erziehung anvertraut wird, an welcher Stelle auch immer es sei. So können die Segnungen der Simonschen Stiftung auch an uns in Erscheinung treten, und wir brauchen sie nicht ohne Dank hinzuinehmen. Wir werden in erster Reihe eifrige Schüler sein, wir werden uns aber auch bemühen, den jüdischen Geist in die Anstalten hineinzutragen, den sie brauchen. um sich in ihrer Eigenart zu kennzeichnen und zu bewähren. *) Der Handfertigkeitsunterricht in Peine wird auch aus Mangel an geeigneten jüdischen Lehrkräften, von einem christlichen Gewerbeschullehrer erteilt! ........ ..iiiiiih.....<iiii!iiiii>»»iiiiiiiiiiii»«iiiiiiiiiiiM..>iiiiiii!iiiiiM.iiiiii!iiiii....iiiiiiiiiiii,.,| Unregelmäßigkeiten der Zustellung liegen in den Zeitverhältnissen begründet Da dieses Blatt durch das Postzeitungsamt versandt wird, sind Besdiwerden zunächst an das Postamt des Empfängers — durch Reklamation beim Briefträger — zu riditen. Erst dann ist bei Erfolglosigkeit dem Verlage Mitteilung zu machen. Der Bescheid der Post muß aber beigefügt werden 5...Illlilllllltmilllllllllll.....Illllllll.I||(|||||l.«»ll||||||||l.. .<lll||i||||IIM...|||||||||i.ll..l||||||||||>...H||||||||||.....Illlllll.illlllllll...