Volk und Land
- Journal
- Volk und Land
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 42-43 (16.10.1919)
- Date
- 1919-10-16
- Page
- Seite 1359-1360 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 2× ep/1047930
- Beirut 1× ep/1047833
- Villach 1× ep/1045932
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1359 VOLK UND LAND 1360 handelt sich um eine bedeutende kommerzielle Konzession, vielleicht die erste, die in Palästina nach der Besetzung erteilt wurde. Die genannte Gesellschaft arbeitet bereits mehr als 30 Jahre in Aegypten und verfügt über große Lagerräume in Alexandrien, Cairo, Suez und Port-Said. Lebensmittel preise L. — Im Vergleich zu den Preisen im Jahre 1914 ergab sich für Lebensmittel folgende Preissteigerung im Verhältnis zu 100: Geflügel 400 W eißbrot 350 Eier 45 Schwarzbrot 350 Butter 325 Zucker 425 Mehl 333 Reis 400 Linsen 300 Zwiebel 800 Rindfleisch 360 Tomaten 150 Hammelfleisch 400 Olivenöl 250 Kaffee 165 Palästinensische Schiffahrt Dem Bericht der „Palestiue Waters Commission“, die aus den Ingenieuren Dr. M. Qurewitsch, Dr. M. Sultsch und Katinlke besteht, sind nachstehende Details zu entnehmen: 1. Mit Hilfe der genannten Kommission wird bald ein jüdisches Fischereikartell gegründet werden. 2. Durch ihre Einwirkung hat eine private kapitalistische Unternehmung in der Fischereibranche, die in Palästina mit Anfang dieses Monats ihre Tätigkeit aufnehmen wird, versprochen, hauptsächlich jüdische Fischer zu beschäftigen'. 3. Die Schiffahrtsgesellschaft besitzt bis jetzt zwei Motorschiffe, die den Kinereth-See befahren. Ein weiteres größeres Motorschiff, das den Dienst zwischen. Haifa und Beirut versehen wird, ist im Bau begriffen. Es sind ferner Vorbereitungen getroffen worden, weitere zwei Schiffe zu erbauen, die bis Aegypten verkehren werden. Die Arbeiten werden hauptsächlich durch Juden besorgt. 4. Die Kommission hat sich auch!mit der Ausbildung von Seepionieren beschäftigt, um sie für den maritimen Beruf, Fischer, Matrosen usw. vorzubereiten. Der Eisenwarenmarkt in Palästina Es unterliegt keinem Zweifel, und wir stützen uns bei unseren heutigen Betrachtungen auf Meldungen aus niederländischer Quelle, daß die Engländer mit der Absicht umgehen, den Handel nichtbritisdier Staatsangehöriger nach Palästina zu erschweren. Wenn auch in dieser Hinsicht offiziell nichts geschehen wird, so bleiben, nach den bisherigen Erfahrungen, die anscheinend die Holländer in Palästina gemacht haben, die englischen Behörden dort 'bemüht, den gesamten Bedarf des Landes den britischen Erzeugern zuzuschanzen. Ob diese Absichten sich voll verwirklichen lassen, ist die Frage, denn wahrscheinlich dürfte die britische Industrie nicht alle Erzeugnisse herzustelten vermögen rn einer Qualität und in der Preislage, die sich als konkurrenzfähig erweist. Der neue Hafen von Haifa ward natürlich als einziger Hafen Palästinas eine erhöhte Bedeutung gewinnen, und da seine Verbindung mit dem Hinterlande gut ist, so dürften der Güterbewegung keine besonderen Schwierigkeiten entgegen stehen. Die holländischen Blätter, die sich mit den Geschäftsmöglichikeiten in Palästina beschäftigen, führen eine ganze Reihe von Artikeln an, die dort auf das allerdringendste gebraucht werden. Zu den Artikeln, die besonders stark in Palästina gefragt werden, gehören emaillierte Blechgeschirre, Eisenwaren, Druckpressen. Gewiß wird es den Engländern möglich sein, einen großen Teil dieses Bedarfs zu decken, aber gerade in Eisenwaren der ordinären Sorten wird auf die Dauer der deutsche Wettbewerb nicht auszuschließen sein. Das gilt auch für Hausgeräte aller Art, deren Vorrat in Palästina völlig;aufgebraucht is utnd die heute zu sehr guten Preisen auf den. Markt gebracht werden können. Der holländische Bericht spricht leider nichts davon, wie die Empfänger in Palästina diese Lieferungen bezahlen wollen. Bares Geld scheint dort nicht in großer Menge verfügbar zu sein, obgleich die türkische Bodenwirtschaft und Viehzucht während des Krieges ungemein hohe Gewinne erzielt hat. Man wird also wohl mit den Produkten des Landes im Wechselverkehr die Zahlung der britischen und amerikanischen Fakturen besorgen wollen. Es wird abzuwarten sein, ob sich in Palästina die wirtschaftliche Entwicklung so gestaltet, daß man mit geringem Risiko dorthin exportieren kann. Den holländischem Lieferanten wird der Rat gegeben, falls sie das Geschäft nach Palästina unternehmen wollen, vorerst Kataloge drucken zu lassen mit Preisverzeichnissen« in drei Sprachen, arabisch, englisch und französisch. Man glaubt, daß, wenn diese Kataloge richtig verteilt werden, sich in Palästina Interessenten melden werden, mit welchen man dann von Fall zu Fall das Geschäft zu machen trachten kann. Dazu wird dem „Eisenhändler“ aus dem Kreise seiner Leser geschrieben: „Sie berichten in Ihrem Artikel: Den holländischen Lieferanten wird der Rat gegeben, falls sie das Geschäft nach Palästina unternehmen wollen, vorerst Kataloge drucken zu lassen mit Preisverzeichnissen in drei Sprachen, arabisch, englisch und französisch.“ Da aber auf Grund der letzten englischen Verordnungen Hebräisch die offizielle und Umgangssprache geworden ist und seinerzeit die englische Behörde als Inhaberin der Oberherrschaft in Palästina erklärt hatte, daß letzteres in jüdische Hände übergehen soll, so ist es meiner Meinung nach« unerläßlich, die Kataloge in hebräischer Sprache drucken zu lassen. Südamerikanische Palästina - Organisation In Argentinien organisieren sich Gruppen von jüngeren jüdischen Landbauern mit einem Kapital von 15 000 Franken für jede einzelne Gruppe, um in Palästina Landwirtschaft zu betreiben. Palästina Reise- und Transportgesellschaft m. b. H. Die vor einiger Zeit in Wien gegründete und in Verbindung mit dem zionistischen Palästina-Amt in Wien arbeitende „Jüdische Palästina Reise- und Transportgesellschaft m. b. H.“ geht jetzt daran, in den meisten Auswanderungszentren, Eisenbahnknotenpunkten und Grenzstationen Geschäftsstellen zu errichten. Sie unterhält bereits in Wien, Tarvis, Triest, Lundenburg, Oderberg, Mährisch-Ostrau und Villach einen ständigen Bahnhofsdienst. Den jüdischen Palästinareisenden wird dringend empfohlen, sich vor ihrer Reise mit dieser Gesellschaft in Verbindung zu setzen und sich auf der Reise an deren Beamte, die mit blau-weißen Abzeichen und mit Legitimationen versehen sind, zu wenden. Auf der kürzlich abgehaltenen ersten Sitzung des Aufsichtsrates der Gesellschaft wurde beschlossen, das Gesellschaftskapital auf vorläufig 1 Million Kronen zu erhöhen. Die Adresse der Gesellschaft lautet: Wien, II., Praterstraße 9. Von der Mission Die Missionare in Palästina rüsten sich von neuem für ihre „Kultur-Tätigkeit.“ Der Vertreter der Londoner Missionsgesellschaft in Jerusalem, Herr Silbermann,