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Volk und Land · 1919-10-16 · Heft 42-43 (16.10.1919) · p. Seite 1347-1348

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Journal
Volk und Land
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 42-43 (16.10.1919)
Date
1919-10-16
Page
Seite 1347-1348 (sequence 22)
Language
German
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1347 ist. Außerdem ist das Land - und das ist das wichtigste -- von vielen Kanälen und Abflußgräben durchzogen und die Traktoren müssen eine große Zahl leichter Brücken überqueren. Farmtraktoren, die mit Petroleum gespeist werden, sind besonders zu empfehlen, da es überall im Lande Petroleum gibt. Benzin ist nur in , größeren Zentren erhältlich. Die in Aegypten eingeführten i landwirtschaftlichen Maschinen umfassen 83 Dampftraki torensätze, alle aus Großbritannien, die meisten Fowlermaschinen, 350 Dreschmaschinen, ebenfalls aus Großbritannien, und nur, wie schon oben erwähnt, zwei j Farmtraktoren, Vor dem Kriege wurde den Maklern in landwirtschaftlichen Maschinen ein sechs- bis neunmonatlicher Kredit gewährt, berechnet auf der Basis von drei Monaten, während welchen die Maschine zu verkaufen ist, und einen nochmaligen Kredit von drei bis sechs Monaten, den der Makler seinen Kunden zu gewähren hat. Die Frist des Kredits, die der Makler seinen Kunden gewährt, richtet sich nach der Verkaufszeit der Baumwollernte, da alle Zahlungen und Abschlüsse in Aegypten zu dieser Zeit (Oktober-November) stattfinden. Der Makler konnte einen Kaufvertrag abschließen, um sich die Bezahlung zu sichern, aber unter der Bedingung, daß die Maschine bis zum Tage des Abschlusses als gemietet angesehen wurde. Auf diese Weise konnte er seine Maschine zurückbekormmen, falls der Kunde! nicht zahlte. Von Beginn des Krieges bis zu seinem Ende j wrude gewöhnlich Barzahlung verlangt, jetzt wird jedoch j wieder Kredit gewährt. Der Reichtum des Landes liegt! in der Landwirtschaft, sie bildet die Haupteinnahmequelle Aegyptens. Alle Bedingungen haben sich jetzt völlig geändert. Die Stückzahl von Rindvieh hat sich seit Kriegsbegino um 25 v. H. vermindert. Die Arbeitskräfte sind knapp und um das Dreifache im Preise gestiegen. Die größeren Landeigentümer würden gern jede Art landwirtschaftlicher Maschinen benutzen, die das Pflügen, Ernten, Säen verbilligen, und durch die jede Arbeit 1 zur richtigen Zeit ausgeführt werden könnte. Die landwirtschaftlichen Maschinen müßten aber den Bedürf- I nissen des Landes angepaßt sein. In Aegypten wird j vorzugsweise mit Ochsen und Büffeln gepflügt; Pferde! oder Maultiere werden nicht verwandt. Es kostet etwa | 1 £ 15 sh, um einen Durchschnitts-acre Land sechs bis j sieben Zoll tief umzupflügen. Es sind zwei Paar Ochsen nötig, um diese Arbeit in einem Tage zu leisten. Um j auf einer Durchschmittsfarm von 100 acres die notwendige Jahresarbeit zu verrichten, sind 9 Stück Ochsen nötig. Ein guter Arbeitsochse kostet 36 bis 40 £; deshalb würde ein geeigneter Traktor, der den Bedürfnissen des Landes angepaßt wäre, dessen Kosten geringer wären als 9 Stück Ochsen und der die Arbeit billiger leisten könnte, guten Absatz finden. Die Tomatenkonserven - Industrie die vor dem Kriege für Italien eine stetig wachsende Bedeutung hatte (besonders in Kampanien, der Emilia und Ligurien), behandelt ein Aufsatz des „Corriere Economico“. Diese typische Exportindustrie — der heimische Bedarf vermochte nicht mehr als 10 v. H. ihrer Erzeugung aufzunehmen — ist durch den Krieg von einem plötzlichen Rückschlag betroffen und geht gegenwärtig unerfreulichen Zuständen entgegen. Einen guten Ueberblick über die Entwicklung der letzten Jahre gewährt die Zollstatistik; Ausfuhrmenge Ausfuhrwert in dz in Lire 1911 . . . . 404 018 28 281 260 1912 . . . . 490950 34 366 500 1913 . ... 467 565 32 729 550 1914 . . . . 380 601 24 739 065 1915 . . 415 401 27 001 520 1916 . . . . 280 793 32 291 196 1917 . . . . 152902 30 580400 1918 . . . . 82309 16 461 800 1348 Hiernach betrug der Wert des Produkts im Frieden zirka 70 Lire per Doppelzentner und stieg im Kriege auf zirka 200 Lire.. Mit Ausbruch der Feindseligkeiten wurden durch Ausfuhrverbote und Transportschwierigkeiten die Be- | Ziehungen zur ausländischen Kundschaft unterbunden, i Diese ging ,zu den Konkurrenzfabriken in Spanien und sogar den ,Vereinigten Staaten über, welch letztere zuvor Italiens beste Abnehmer gewesen waren. Im Kriege l wurde die Tomatenindustric Kriegslieferantin, und dieser! Umstand beeinflußte das Produkt sehr stark. Einerseits mußte eine wenig verfeinerte Einheitsware erzeugt werden, andererseits entstand durch die Anforderungen des Heeres eine große Verteuerung der Blechdosen, welche den Preis der Erzeugnisse erhöhte und die Konkurrenz gegenüber dem Auslande, das von diesen Umständen nicht so stark betroffen ist, erschwerte. Ueberdies sind die vorhandenen Blechbüchsen mit ihren besonderen Abmessungen für Heereskonsum nicht exportfähig. Für Palästina dürften Anbau und Verarbeitung der Tomate ein sehr wichtiger Zweig der nationalen Wirtschaft werden. Die obigen Ziffern zeigen, daß schon vor dem Kriege die italienische Ausfuhr am Tomaten- | konserven allein .etwa doppelt so groß war, als! die gesamte <Ausfuhr Palästinas in allen Artikeln | zusammengenommen! Der Orangenexport Palästinas betrug im bisher besten Jahre nur ein Fünftel der obigen italienischen Tomatenziffer pro 1912! Die Bewässerung Mesopotamiens „Times“ beginnen mit dem Abdruck einer Artikeli serie „The Development of Mesepotamia“ aus der Feder des bekannten Ingenieurs Sir George Cunningj h am Buchanan, der während des Krieges jahrelang j in Mesopotamien einen amtlichen Posten bekleidet hat. I Die Ausführungen enthalten im Wesentlichen eine Polemik i gegen die Politik des War Office, die hier nicht inter- I essiert. Dagegen dürfte die nachfolgende Schilderung | über die augenblicklichen Zustände in Mesopotamien j auch vom zionistischen Standpunkt aus, im Hinblick auf den Gedanken des „Greater Palestine“ Beachtung beanspruchen. „Es ist eine nicht zu leugnende Tatsache, daß Mesopotamien heute noch zum größten Teil eine Wildnis darstellt, in der leere Wüste mit ausgedehnten Sümpfen abwechselt. Es gibt kultivierte Strecken ain den Flußufern und am Außenrand der Moräste, ab und zui auch größere Komplexe bewässerten Bodens, besonders in den vom Euphrat durchflossenen Landesteilen; aber noch 1917 blieb die gesamte kultivierte Fläche in ganz Mesopotamien weit unter 1 Million Acres, bei einer anbaufähigen Fläche von 12 Millionen Acres. An der Küste des Schat-el-Arab befinden sich ausgedehnte Dattelwuldungen, ebenso am unteren Euphrat; aber zwischen Basra und Bagdad gibt es ami Tigris nur eine einzige Häusergruppe, der man zur Not den Namen „Stadt“ geben könnte, während am Euphrat, zwischen Basra und Hit, nur vier Ortschaften von einiger Bedeutung existieren. Alle Spuren alter Zivilisation sind verschwunden, geblieben sind nur die Hügel, die die Ruinen des chaldäischen Ur, Babylon, Selencia* Niniveh und andere Stätten der Vergangenheit bedecken. Das alte Bagdad erweist sich als ein wüster Haufe zerbrochener Ziegel und Trümmer, und die gesamte Einwohnerschaft des Landes, die man gern mit Millionen bezifferte, beträgt zurzeit nicht mehr als eine bis einundeinhalbe Million Seelen. Zwischen Basra und Bagdad) dehnt sich eine einzige ungeheure Alluvial ebene, die auch nicht durch die kleinste natürliche Bodenerhebung von einiger Höhe VOLK und LAND

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