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Volk und Land · 1919-10-16 · Heft 42-43 (16.10.1919) · p. Seite 1335-1336

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Journal
Volk und Land
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 42-43 (16.10.1919)
Date
1919-10-16
Page
Seite 1335-1336 (sequence 16)
Language
German
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1335 VOLK und LAND 1336 sozialen Aufbaues in Palästina mit besonderer Deutlichkeit. Wir müssen nicht nur soziale Formen schaffen, sondern gleichzeitig eine s.adtverbundcne Masse, zu einem mit der Landwirtschaft verknüpften Volke gestalten und so heißt es für die Uebergangszeit Formen zu schaffen — und diese ist für die Landwirtschaft die Nationalisierung des Bodens in Verbindung mit der Erbpacht — die einer gewissen Dehnbarkeit fähig sind, so daß sie nach Herstellung stabilerer Verhältnisse nicht nur den einzelnen Landwirten dienen, sondern auch der Allgemeinheit den gebührenden Anteil verschaffen.“ 4iiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii!iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii ... iitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii REFERATE 51111 I III 111 BAU - TECHNIK Das Dach des palästinensischen Hauses Es ist eine vielbesprochene Frage, ob wir bei unseren Bauten in Palästina das flache orientalische oder das schräge Dach anwenden sollen. In Laienkreisen scheint die Neigung zu den dein Auge gewohnten schrägen Dächern zu überwiegen, während in Fachkreisen übereinstimmend das flache Dach vorgezogen wird. Vom künstlerischen Standpunkt aus betrachtet kann die Frage mit apodiktischer Gewißheit nicht beantwortet werden, sie kunstphilosophisch zu untersuchen ist hier nicht der Ort und schließlich würden Argumente der Aesthetik auch keine entscheidende Durchschlagskraft besitzen. Immerhin sei gesagt, daß es schon eine Forderung des künstlerischen Taktes ist, dem in seiner Eigenart so sehr ausgeprägten palästinensischen Landschaftsbilde keine Elemente einzugliedern, welche dem Charakter des Bestehenden wesensfremd sind und die Einheitlichkeit und Ruhe des Gesamteindrucks stören. Zweifellos ist eines der wesentlichsten Merkmale des palästinensischen Landschaftscharakters die horizontale Lagerung und das kubische Gefüge der Bauten. Dieser streng kubistischen Tendenz entspricht allein das flache Dach. Ueberall da, wo an der Küste Falzziegeldächer in neuerer Zeit ausgeführt worden sind, ist eine krasse Dissonanz zwischen Altem und Neuem zu beobachten gewesen. Mit diesen Mißtönen die Harmonie der ganzen Landschaft zu durchsetzen, muß vermieden werden. Das steile Dach ist dem nordischen Klima eigen; je höher nach Norden, um so steiler sind die Dächer. Der Grund hierfür ist darin zu suchen, daß schräge Dächer die Niederschläge leichter aib führen, und daß bei sehr steilen Dächern größere Schneelasten abrutschen. Je weiter wir nach Süden gehen, um so kleiner werden die Neigungswinkel der Dächer, und so finden wir in den europäischen Mittelmeerländern Ziegeldächer von ganz geringem Gefälle. Auch die Gotiker trugen in ihrem ausgesprochenem Zweckmäßigkeitsgefühl diesen Zusammenhängen Rechnung. Während sie im rauhen Deutschland außerordentlich steile Dachneigungen anwandten, führten sie beispielsweise ßm Mailänder Dom ein Dach von geringer Steigung aus. Es liegt nun nahe, den Raum, welcher sich innerhalb des steilen Daches von selbst ergibt, auszunutzen. Um ihn nutzbar zu machen jist nichts anderes nötig, als die Decke begehbar auszubilden. Der Mehraufwand hierfür fällt nicht nennenswert ins Gewicht, zumal das hierzu erforderliche Holz in nordischen Ländern ein wohlfeiler Baustoff ist. In dem hol za r men Palästina, das gänzlich auf die Einfuhr von russischem und schwedischem Holz angewiesen ist, bedingt die Anlage einer begehbaren Decke indessen nicht unerhebliche Kosten. Und so sieht man denn, daß' überall, wo im Orient schräge Dächer ausgeführt wurden, der sich ergebende, und wegen der geringen Neigung der Dächer bescheidene Dachraum unausgenutzt geblieben ist. Es wird mithin ersichtlich, daß die für die Wahl eines steilen Daches sprechenden Gesichtspunkte, die Rücksicht auf die Niederschläge und die Ausnutzbar-! keit des Dachraumes, für Palästina keine Geltung haben. Es kommt hinzu, daß der Ausbau des Dachgei schosses zu Wohnräumen schon in Europa gegenüber | einem Vollgeschoß nur eine geringe Ersparnis bedeuj tet. Bedenkt man noch ferner, daß in ausgebauten I Dächern liegende Wohnräume wegen ihrer mangel- | haften Wärmeisolierung geringwertig sind, ein Umstand,! der im heißen Klima besondere Beachtung verdient, I so bleibt von dem Momenten, welche für das schräge j Dach sprechen, nur noch wenig übrig. 1 Demgegenüber muß für das flache Dach in die! Wagschale geworfen werden, daß es einen äußerst | angenehmen, luftigen Aufenthaltsort gewährt und deshalb eine bescheidenere Bemessung des Wohnraumes I gestattet. Es gibt nur ein Moment, welches das flache, i orientalische Dach in Mißkredit gebracht hat; es ist I die unzureichende Wasserdichtigkeit der bodenständigen! Konstruktionen. Eine wasserdurchlässige Dachhaut war I bisher fast unbekannt. Entweder wurden die Räume I überwölbt und diie Oberfläche mit einem Estrich über- I zogen, oder die Decke wurde aus einer Lage Rund- | holz gebildet auf welche Matten gebreitet und hierj nach eine starke Lehmschicht gestampft wurde. | Wenn es einerseits klar ist, daß so primitive Kon- ( struktionen modernem Wohnbedürfnisscn nicht genügen, so darf andererseits nicht vergessen werden, daß wir I heute über Dachdeckungsmaterialien, verfügen, welche die Zuverlässigkeit von Dächern auch ganz geringen Gefälles gewährleisten. Darüber hinaus ist es möglich, flache Dächer mit einem erheblich geringeren Holzaufwand zu konstruieren als ihn schräge Dächer verlangen. Die Ausführung massiver Decken als Tragkonstruktionem des Daches wird wegen der Kostspieligkeit auf reichere Bauten beschränkt bleiben. Für einfache Wohnhäuser und ländliche Gebäude hingegen werden sich leichte Holzkonstruktionen empfehlen. Als Massivdecken waren bisher Betonplatten zwischen Trägern üblich. Daneben werden in Zukunft Steineisen- und Eisenbetondecken Bedeutung erjangen. Zur Herstellung des Gefälles ist eine Sandschüttung aufzubringen, welche mit einem etwa 5 cm starken Gips- oder Betonestrich zu überziehen ist, auf welchen die Dachhaut aus Holzzement oder teerfreier Pappe geklebt wird. Um eine gute Wärmeisolierung zu erzielen, empfiehlt es sich, unter die Maissivdecke eine Rabitzdecke zu hängen, so daß zwischen diesen beiden eine wärmeisolierende Luftschicht entsteht, welche eine Stärke von mindestens 30 cm haben soll. Diese Luftschicht soill eine sogenannte „ruhende“ sein, da die Wärmeleitfähigkeit bewegter Luft größer ist als die unbewegter. Aus diesem Grunde empfiehlt es sich, die Luftschicht tunlichst in kleine Gefache zu teilen. Den isolierenden Luftraum begehbar oder auch nur bekriechbar zu gestalten, erscheint als eine überflüssige Verteuerung. Für einfache Gebäude sind hölzerne Tragkonstrukliiiiiliiiiiiiiiiinir?

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