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Volk und Land · 1919-10-16 · Heft 42-43 (16.10.1919) · p. Seite 1327-1328

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Journal
Volk und Land
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 42-43 (16.10.1919)
Date
1919-10-16
Page
Seite 1327-1328 (sequence 12)
Language
German
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1327 =^--—. - - -= VOLK UND LAND ^.. ... ^-^132S mit ihrem Land, was für eien Erfolg' unbedingt nötig ist. Gezahlte Arbeit kann niemals die Arbeit des Besitzers selbst ersetzen. Wir müssen all für allemal mit Hinsicht auf eine gedeihliche Kolonisation den Brauch der Vorbereitung und Bearbeitung des Bodens für Besitzer, die außerhalb des Landes wohnen, einstellen. Vermögende Leute, die am Wiederaufbau Palästinas mithelfen wollen, jej doch anderswo leben, sollten eine Agrarbank auf j kommerzieller Basis gründen, um Mittellosen, die j ihre Arbeit und ihre Kräfte dem Dienste für dasj selbe Ideal, widmen wollen, zu helfen. Hinwieder sollten Leute des kleinen jüdischen Mittelstandes, die von der Hand in den Mund leben, zu glauben authören, daß sie wirklich helfen, indem sie eine bedeutende Summe jährlich zu einer Gesellschaft beitragen, die in der Diaspora gegründet wurde, um Siedlungen für ihre Mitglieder vorzubereiten, so daß sie in angemessener Zeit ihr eigenes Land besiedeln und von diesen Produkten leben können. Kein neues Land wurde jemals ohne die äußerste Anstrengung und Aufopferung erbaut und auch wir werden iden vollen Preis für unseren Rücklauf zahlen müssen. Der Wiederaufbau unseres Lebens in Palästina kann nicht durch Stellvertretung bewerkstelligt werden. Betreffs der Arbeitersiedlungen sind individuelle Siedlungen kommunistischen vorzuziehen. Das Geheimnis des Erfolges in der Landwirtschaft beruht auf der Vertrautheit des Landwirtes mit dem Boden, den er bearbeitet, und jedes kommunistische System, selbst unter den besten Freunden, stört diese Vertrautheit. Der Kolonist kann und soll mit seinem Genossen derselben Kolonie arbeiten, um die kommerziellen Aussichten der Kolonie auszunützen, gemeinsam die Produkte zu verkaufen und Geräte und Rohmaterial einzukaufen, jedoch kein rechter Landwirt wird jemals einwilligen, sein Grundstück einer Kommune zu übergeben, in der er keine ausschlaggebende Stimme hätte. Landwirtschaft ist ein organischer Teil des Landwirtes selbst und die Menschen sind von Natur aus antikommunistisch, obzwar ökonomische Vorteile und soziale Güter gewiß durch freie Arbeitsvereinigung erreicht werden können. Es gibt zweifellos Leute, unter »uns, die sich in das ideale Leben einer Gemeinschaft gefunden haben, jedoch wenn wir eine bestätigende Kolionisationsmethode suchen, dürfen wir solchen Ausnahmsfällen nicht unangebrachte Bedeutung beilegen. Wir müssen die gewöhnlichen Ziele und natürlichen Neigungen der großen Majorität unseres Volkes in Erwägung ziehen. Um nur ein Beispiel anzuführen: es ist kein Geheimnis, daß kommunistische Verhältnisse dem Familienleben nicht günstig sind und diese Tatsache allein genügt bei 99 von 100 unserer Leute, um sie zu Gegnern des Kommunismus zu machen. Andere Argumente für Arbeitersiedlungen auf individualistischer Basis sind folgende: 1. Das Land bleibt Eigentum der Nation, jedoch der Inhaber genießt den Nutzen, so lange er sein Recht nicht mißbraucht, in welchem Falle gerichtliche Entsetzung eintreten kann. Der Umstand, daß keinerlei Einmischung von seiten einer Körperschaft in die Führung seines Besitzes stattfindet, läßt dem Landwirt genügend Spielraum zur freien Initiative. 2. Der Vorteil, welcher der kommunistischen Methode zugerechnet wird, daß sie gegenseitige Hilfe und ein Gemeingefühl unter den Mitgliedern hervorruft, infolge der gegenseitigen Abhängigkeit ihrer Interessen, kann ebenso gut in einer individualistischen Siedlung gesichert werden, durch gemeinsamen Einkauf 'und Verkauf von Medikamenten usw. 3. Eine kleinwirtschaftliche Kolonie kann unter ihren Mitgliedern sehr wohl einige weniger gute Arbeiter haben, vorausgesetzt, daß sie fleißig sind. Das wird zur Lösung des Problems beitragen, neu angekoinmene ungelernte Einwanderer im Lande anzusiedeln. In ganz Palästina gibt es nicht ein Stückchen Land, wo ein fleißiger Arbeiter nicht nach wenigen Jahren die größten Erfolge erzielen könnte. Die Forderung einer gründlichen Vorbereitung des Bodens, ehe er geeignet zum Anbau wird, ist übertrieben. Die Ebene, die Täler von Saron, Esdralon, Akko und Si-Ioa und Samaria, alle die Täler und Hügel von Ober- und Untergaliläa, ebenso das Jordantal, brauchen keine besondere Vorbereitung außer tiefem Pflügen, wenn man nicht das Bauen von Wegen und andere öffentliche Arbeiten als Vorbereitung betrachtet. In den ersten paar Jahren, ehe der Boden durch Dung und intensive Bearbeitung gebessert ist, wird der Erfolg nicht viel höher sein als der Ertrag, den die Einheimischen jetzt erzielen. Jedoch die Erfahrung hat gezeigt, daß erstens schon die geringste Verbesserung der Arbeitsmethoden die Fruchtbarkeit des Bodens beträchtlich steigert; zweitens, daß der Boden von Palästina sehr dankbar für Dünger ist. Davon gibt Ben Schemen einen überzeugenden Beweis, Bevor dort gedüngt wurde, war der Ertrag sehr gering. Jetzt, nachdem in Ben-Schemen gedüngt wurde, ist der Ertrag fünfundzwanzigmal so groß. Arbeitersiedlungen können noch bessere Resultate erwarten, da die Ansiedler ihren kleinen Grundstücken große Aufmerksamkeit werden zuwenden können, und durch die Möglichkeit, die Felder wenigstens alle drei Jahre mit Dünger von ihrem eigenen Vieh düngen zu können. Außer dem hauptsächlichen Stück Boden sollte jeder Siedler wenigstens zehn Dunam haben, folgendermaßen eingeteilt: 1. Zwei Dunam für einen Obst- und Blumengarten; 2. drei Dunam für einen Hof, der alle Gebäude für Rindvieh und Geflügel und die Speicher enthält; 4. zwei Dunam für Wein, Mandeln, Oelbaum und Feigen. Die Anzahl der Kolonisten jeder Siedlung sollte 50 betragen, nicht mehr noch weniger. Bei einer kleineren Zahl würden die Gemeindeausgaben zu schwer aut dem Einzelnen lasten. Wenn mehr wären, so müßten notwendigerweise einige Felder zu weit vom Hause entfernt sein, was ein großer Nachteil wäre. Hundert Dunam, in Parzellen zu zehn Dunam abgeteilt, sollten für Handwerker wie Schmiede, Schuster und für Lehrer reserviert werden. Das Land sollte vom Nationalfonds gegen eine Rente von drei Prozent seines Wertes gepachtet werden und zweierlei Arten von Kredit sollten dem Farmer gewährt werden: Ein privates Darlehen jedem Ansiedler für Gebäude, Vieh und Geräte und für allgemeine Ausgaben während der ersten paar Jahre. 2. Oeffentliches Darlehen für die Kolonie als Ganzes für öffentliche Bauten wie Schulen, gemeinsame Speicher, einen Brunnen, Wasserleitung. Es sollte die Maßregel durchgeführt werden, daß für keinerlei Arbeiten, die von den Ansiedlern selbst verrichtet werden können, ein Darlehen gewährt werden soll. Wiederum kann alles, was gekauft werden muß, nur durch Darlehen angeschafft werden, die im Vorhinein gewährt werden sollen, damit keine Zeit und Lebenskraft vergeudet werde. Das hauptsächlichste Stück Boden des Landwirtes sollte ein einziges größeres Stück Land sein und nicht, wie in vielen Kolonien in Galiläa, aus mehreren zerstreuten Stücken Feld bestehend, Es ist einträglicher, ein einziges größeres Stüclk Land zu bekommen, selbst wenn der Boden nicht gut ist, als den besten Boden, aber in verstreuten Stücken. Die geliehene Summe für den Ansiedler

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