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Volk und Land · 1919-10-02 · Heft 40-41 (2.10.1919) · p. Seite 1301-1302

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Journal
Volk und Land
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 40-41 (2.10.1919)
Date
1919-10-02
Page
Seite 1301-1302 (sequence 31)
Language
German
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1301 VOLK UND LAND 1302 Reisen nach Palästina Das k. Z. H. berichtet: Die Abteilung für Ein Wanderung beim Palästina- Uepartemeiu dos Zionistischen Zentralbüros in London macht folgendes bekannt. A) Reise-Erlaubnisse: Nie Bedingungen, unter denen Erlaubnis zur Reise nach Palästina erteilt wird, sind während der letzten Wochen nicht wesentlich geändert worden. Die zeitweilige Beschränkung ist noch in Kraft, gemäß der, von gewissen Ausnahmen abgesehen, nur solche Personen nach Palästina hineingelassen werden, die bereits früher dort gelebt haben. Es besteht jedoch die Hoffnung, daß die Kategorie der Personen, denen auch unter den gegenwärtigen Bedingungen Reiseerlaubnis nach Palästina erteilt wird, demnächst etwas erweitert werden wird. B) Reisemöglidhkeiten: Personen, die im Besitz einer Reiseerlaubnis nach Palästina sind und via England zu reisen beabsichtigen, werden darauf aufmerksam gemacht, daß die Reisemöglichkeiten von England aus gegenwärtig außerordentlich beschränkt sind und daß sie sich wahrscheinlich während der nächsten: 6 Wochen nicht bessern werden. Privatpassagiere können nur in ganz besonderen Ausnahmefällen Schiffsplätze von England nach Palästina erhalten. Die Erlaubnis zur Durchreise durch Frankreich ist nur mit größter Schwierigkeit zu beschaffen. Am zweckmäßigsten ist es via Italien zu reisen; es besteht ein regelmäßiger Verkehr von Triest nach Aegypten und Palästina. „Ethrog“ Die Kolonisten van Pethach-Tikwah und Eyn üanint haben eine Konsumgenossenschaft „Ethrog“ gegründet. Der Verein bezweckt die Organisation des Absatzes für Ethrogim in- und außerhalb des Landes, sowie Förderung der Ethrogim-Kultur. Das Ziel ist der Ausschluß des privaten Handels, Händler werden in die Organisation nicht aufgenommen. Die Mitglieder dürfen nur jüdische Arbeiter bei der Ethrogkultur beschäftigen. Pro - Jerusalem L. Unter diesem Namen ist in Jerusalem ein Verein zur Errichtung eines Palästina-Museums gegründet worden. Mandelpreise 1917/18 L. Die Vertriebsgesellschaft „Carinel" erzielte für das Jahr 1917 einen Durchschnittspreis für Mandeln von 5 Frcs. pro Rottl, gegenüber einem Preis von 3 Frcs. im Jahre 1916 bei freihändigem Verkauf. Das Jahr 101S ließ einen Durchschnittspreis von 7 Frcs. erzielen, der auf 10 Frcs. zu steigern gewesen wäre, wenn alle Produzenten durch „Carinel“ verkauft hätten. In den fünf Kriegsjahren setzte „Carmel“ ca. 2000 Knntar - 600 000 kg Mandeln ab, die einen Reingewinn von 750 000 Frcs. brachten. Petroleum in Süd - Palästina L. Die amerikanische Gesellschaft, die bereits vor dem Kriege die Konzession für Naphtabotmmgen in Süd- Palästina besaß, hat ihre Arbeiten wieder aufgenommen. Die nötigen Maschinen sind eingetroffen und die zu den Rohrfeldern führenden Landstraßen werden ausgebaut. Einfuhr Das K. Z. B. teilt nuil: Nach einem Bericht des Londoner „Zionist Bulletin“ wurden in der ersten Hälfte des Monat Juli 350 Tonnen verschiedener Güter nach Jaffa eingeführt und zwar 250 Tonnen per Schiff und 100 Tonnen per Eisenbahn. Die 1 lauptar!ikei Jer Einfuhr waren Tabak. Textilwaren, .Mctallw ai eu. Zement, Oelc, Chemikalien, Säuren i.>w., Leder. Leim, Glaswaren, Schreibwaren, Gewürze. I hec, Hol/, leere Säcke. Die Hauptartikel der Ausfuhr waren Wolle, Getreide, Seife mul Aleloiien. PJs bestehen noch Schwierigkeiten für die Ausfuhr von Zucker und Reis aus Aegypten. Diese Artikel kommen vorläufig nur in geringen Quantitäten per Bahn. Zucker ist auch in Aegypten knapp. Ausfuhrzoll L. Unter der türkischen Regierung bestand ein Zoll auf alle durch die Post beförderten ausgehenden Waren in Höhe von 1 "<, des Wertes. Dieser Zoll, der 1915 von den Jungtürken aufgehoben wurde, ist neuerdings durch die Engländer wieder eingefiilirt worden. Industrieelle und kommerzielle Möglichkeiten Das Kopenhagener Zionistische Büro berichtet: Das Departement für Handel und Industrie beim Zionistischen Zeutralbiiro in London macht folgendes bekannt: Eine gesunde und rasche wirtschaftliche Entwicklung Palästinas kann und wird wahrscheinlich erst beginnen, wenn die Einwanderung von Elementen, die zu produktiver Arbeit im Lande befähigt sind, in nennenswerter Zahl erlaubt ist. Augenblicklich erfordert jedoch schon die bloße Ordnung der Zustände in dein so viele i Jahre lang vernachlässigten Lande c iic Reihe von Industrien, die, wie klein sie aucli jei/.t noch sind, nach I einer gewissen Zeit regulärer jüdischer Einwanderung leicht zu Gewerben entwickelt werden könnten, die für i Tausende von Menschen Arbeit bieten. Abgesehen von der Bau-Industrie, die ein großes Arbeitsfeld in Palästina haben wird, da sie in dem ga men Lande Tausende von Wohnungen für neue Ansiedler zu schaffen hat, bezeichnen die im folgenden genannten Möglichkeiten einige der ersten Vorbereitungsstadien in der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes. 1. Steinarbeiten. Es gibt eine große Mannigfaltigkeit an Bausteinen im Lande, und da die Bauindustrie sich zweifellos entwickeln wird, wird große Nachfrage nach Baumaterial entstehen. Es bestehen deshalb gute Aussichten für Leute, die im Steinschneiden und -bearbeiten mittels moderner Apparate erfahren sind. 2. Autoinobilverkehr. Leute, die mit dem I Automobilverkehrswesen vertraut sind, könnten einen i regulären Automobildienst zwischen verschiedenen Städten, besonders zwischen Jerusalem und Jaffa, einrichteu. Dieser Verkehrsdienst müßte aus zwei verschiedenen Gruppen von Wagen bestehen, eine von durchschnittlicher Kapazität für -die Reise in der Ebene von Jaffa nach Bab-el-Wad und die andere aus Wagen mit besonders hoher Kraft für die Bergstrecke zwischen Bah-el-Wad und Jerusalem. Der Typ des großc-u offenen Wagens, in dem 15—20 Personen Platz haben, wie er für Ausflüge benutzt wird, erscheint geeignet für diesen Zweck. Im Anschluß an diesen Verkehrsdienst könnten in Bab-el-Wad ein 'modernes Restaurant und Erfriscbungsräume eröffnet werden. Die Unternehmer müßten gute technische Erfahrung besitzen und nicht nur die Wagen, sondern auch tüchtige Mechaniker und Chaufieure mithringen. Einige Chauffeure wären unter den jüdischen Soldaten zu finden. 3. Motorboot -Verkehr. Ein Motorboot von mittlerer Größe für den Verkehr zwischen Haifa und Akko wäre ein lohnendes Unternehmen. Ein Unternehmer, der ein solches Boot oder ein kleines Dampiboot mit vollständiger Bemannung mithringt, könnte

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