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Volk und Land · 1919-10-02 · Heft 40-41 (2.10.1919) · p. Seite 1295-1295

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Journal
Volk und Land
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 40-41 (2.10.1919)
Date
1919-10-02
Page
Seite 1295-1295 (sequence 28)
Language
German
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1295 VOLK UND LAND 1296 Es müssen sich überall Komitees zur Verteidig'1111»' der Ostjuden bilden und diese Komitees müssen sich zu einer raschen und energischen Aktion gegen die Unterdrücker zusammentun. Die öffentliche Meinung muh durch den [botest der Massen und durch die laute Stimme der endlich voll und genau informierten Presse zum Ausdruck gebracht werden. In allen Parlamenten der Welt sollen die Volksvertreter ihre Stimme gegen die blutigen Ausschreitungen erheben. Den freien Völkern und den verantwortlichen Regierungen obliegt die Pflicht, dieser ungeheuerlichen Verletzung der Menschenrechte ein Ende zu setzen. Wir fordern die sofortige Bildung von Verteidigungskomitees gegen die Verfolgung, die alle Befugnisse haben, wie sic ihrer hohen Aufgabe entsprechen. Die Millionen unterdrückter Juden haben keinen anderen Schutz als das Bewußtsein der moralischen Solidarität der zivilisierten Welt und sie setzen ihre letzte Hoffnung auf das heilige Recht aller Menschen auf Leben und Freiheit. Anatole France; Paul Appel; Mitglied des Instituts A. Aulard, Professor der philos. Fakultät zu Paris; Henri Barbusse; Charles Bernard, Abgeordneter; Emile C o m b e s, Senator, gew. Ministerpräsident; Michel Corda y; L. D i s p a n de Fleuran, Professor am Lycee La Kanal; Georges du Hamei; Emile Faure; Charles Gide, Professor an der Rechtsfakultät zu Paris; Ferdinand Herold, Vizepräsident der Liga der Menschenrechte; Gustav Herve; L. Larnaude, Dekan der Rechtsfakultät zu Paris; Ernest Lavisse, von der Academie Francaise; Victor Margueritte; Madame Menard- Do r i a n; Pierre Mille; Wilfred Mo - nod, Pastor; de Monzie, Abgeordneter, gewesener Minister; M o u t e t, Abgeordneter; A. B re n a n t, Professor der medizinischen Akademie; Henri Roger, Dekan der medizinischen Fakultät; Gabriel Seailles, Professor der Universität zu Paris; Ch. Seignobos, Professor der phil. Fakultät zu Paris; Albert Thomas, Abgeordneter, gewesener Minister; Abbe V i o 11 e t.“ Die palästinensische Arbeiterdelegation in Paris Der. Pariser Korrespondent der „Jüdischen Preßzentrale Zürich“ berichtet: Wie bereits mitgeteilt, weilte eine Delegation palästinensischer Arbeiter, bestehend aus den Herren Blumenfeld, Katzeneisohn, Schochat und Sprinzak in Paris. Diese vier Delegierten gehören den Arbeiterfraktionen „Hapoel-Hazair“ und „Achduth-Haawoda“ an. Sie beabsichtigen, das Zionistische Aktionskomitee in London über die Lage der jüdischen Arbeiter und der Arbeitsmöglichkeiten in Palästina zu unterrichten. In einer Sitzung, die am 2. September im Büro der zionistischen Organisation abgehalten wurde, haben die Mitglieder der besagten Delegation in Gegenwart von einigen zurzeit in Paris weilenden Mitgliedern des Aktionskomitees die Gründe ihrer Anwesenheit in Europa dargelegt. Die gegenwärtige politische Lage in Palästina zieht besonders die jüdischen Arbeiter in Mitleidenschaft. Die britische Militäradministration scheint nicht vom Geiste der Balfourschen Deklaration durchdrungen zu sein. Sie läßt von seiten der Juden keinerlei neues Unternehmen zu, besonders solche ökonomischer Art. Die Delegierten lenken die Aufmerksamkeit besonders auf den Umstand, daß es schädlich sei, wenn die zionistische Administration Aufrufe erließe, um die Flut der Immigranten aufzuhalten, da gewisse arabische Gesellschaften bei den englischen Behörden vorstellig wurden, die jüdische Immigration möglichst einzuschränken, wenn nicht ganz einzuj stellen. Wir müßten sofort die Uneini g e s c h r ä n k t h e i t der j ii d i s e he n Ein w a n d e -; r u n g in P a 1 ii s t i n a d u rchsetze n. W i r werden verstehen, uns dar a u f e i n /. u r i e h t e n, eine möglichst große Anzahl a u f / u n e h - m e n; was die Einwanderer selbst betrifft, so werden sie es verstehen, sich aller gerechtfertigten Forderungen der zuständigen jüdischen Behörde willig zu unterwerfen. Die Delegierten sind der Meinung, daß die zionistische Kommission, die ausschließlich aus Neuangekommenen besteht, die die Lage im Lande nicht genau kennen und nicht lange auf ihren Posten bleiben, und denen somit die notwendige Erfahrung fehlt, nicht gut die Rolle eines administrativen Zentrums ausfüllen könne. Dadurch, daß neben der zionistischen Kommission auch der „Misrad“ (Zionistisches Büro in Palästina) existiert, entsteht eine Zwiespältigkeit, die den jüdischen Interessen schädlich ist. Die Delegierten weisen auf die absolute Notwendigkeit hin, ein .Arbeits-Departement bei dieser Kommission zu schaffen und dasselbe zu beauftragen, die Arbeits-Bedingungen zu untersuchen und dem jüdischen Handwerk neue Märkte zu eröffnen. England und Palästina Die deutschen Zeitungen geben eine angebliche Meldung des Jerusalemer Korrespondenten der „Times“ wieder. In dieser Meldung heißt es, es werde sich Wahrscheinlich als unmöglich erweisen, den Juden die Herrschaft über Palästina zu übertragen, da Palästina von 500 000 Mohammedanern, 60 000 Christen und 60000 Juden bewohnt sei und sich Mohammedaner und Christen gegen die drohende jüdische Herrschaft z usa mm enges ch ’.oss e n hätten. Käme sie doch zustande, so würden die Christen .auswandern; sie würden eine britische Herrschaft einem jüdischen Mimderheitsregime vorziehen. Die Juden selbst sähen ein, daß sie als Minderheit das Land nicht regieren könnten, man hoffe daher in Palästina, daß England das Mandat übernehmen werde. Die Tendenz dieser von antizionistischer Seite lancierten Meldung ist zu durchsichtig, um die beabsichtigte Wirkung, die Verwirrung der öffentlichen Meinung, zu erreichen. Seit der neuen Erklärung der englischen Regierung, die in Bestätigung der Deklaration von B,alfour die palästinensischen Behörden anweist, ohne Rücksicht darauf, daß die Juden noch eine Minderheit im Lande sind, die Errichtung der nationalen jüdischen Heimstätte als fait accompli zu betrachten, ist an dem Entschluß der englischen Regierung, die zionistischen Forderungen zu bewilligen, kein Zweifel mehr möglich. Diese Forderungen bestehen darin, daß den Juden jede Möglichkeit gegeben wird, durch Besiedlung Palästinas in kurzer Zeit zur Majorität zu werden. Um dieses Ziel zu ermöglichen, soll England als Mandatar des Völkerbundes die Verwaltung Palästinas übernehmen. Nichts würde den zionistischen Wünschen mehr widersprechen, als wenn jetzt, wo die Juden noch eine Minorität im Lande sind, im Gegensatz zu den Grundsätzen der Demokratie eine jüdische Herrschaft im Lande etabliert würde. (Jüd. Rundschau). WIRTSCHAFT Kairo — Kap Nach der Besetzung Deutsch-Ostafrikas durch England propagiert die „Royal Geographical Society“ in London mit großem Eifer die Eröffnung des Landverkehrs quer durch Afrika von Nord nach Süd. Sie hat einen Plan ausgearbeitet, dessen Durchführung es gestatten würde, den ganzen Weg von Aegypten, durch den Sudan, Uganda, Deutsch-Ostafrika, den Kongostaat und Rhodesia nach demi Kapland abwechselnd im

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