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Volk und Land · 1919-10-02 · Heft 40-41 (2.10.1919) · p. Seite 1259-1260

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Journal
Volk und Land
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 40-41 (2.10.1919)
Date
1919-10-02
Page
Seite 1259-1260 (sequence 10)
Language
German
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'259 =^=—-—-- ==.VOLK UNO LAND ••===---—-;=^==^-i=^=-—T^==r==-. >2ö0 2. um den zweckmäßigsten Arbeitshergang (durch Ausfuhren zweckmäßiger, Unterlassen unzweckmäßiger Bewegungen, und vieles andere); 3. um die zweckmäßigste Auslese und Schulung der Arbeitskräfte. An die Stelle primitiv-gewerblicher Betriebsleitung soll die exakte Forschung, die experimentelle Untersuchung aller sachlichen und persönlichen Elemente der Arbeitsleistung und die Gestaltung der Arbeit nach Maßgabe solcher Untersuchungsergebnisse treten. Während man in erster Zeit in der Hauptsache von der Auslese und Schulung der Arbeitskräfte, welche die wichtigste Grundlage des ganzen Systems bildet, zu sprechen gewohnt war, hat sich der Schwerpunkt des Interesses später immer mehr den Problemen des zweckmäßigsten Arbeitsherganges zugewendet und ist so einer einseitigen Beurteilung des Systems zu großem Schaden seines Rufes Vorschub geleistet worden. Wir werden uns mit diesen Dingen a'so zweckmäßigerweise vollkommen objektiv zu beschäftigen haben und von Vorteilen für die Gesamtheit nur dann zu sprechen uns erlauben dürfen, wenn es sich herausgestellt haben wird, daß, in unseren Verhältnissen, in der Tat alle am System beteiligten Faktoren, und nicht in letzter Linie die Arbeiter selbst, von seiner Einführung profitieren. Zu f). Die möglichste Zusammenfassung und Vereinheitlichung des gesamten Baubetriebes und alles dessen, was damit zusammenhängt, welche in Punkt f der Leitsätze erfordert wird, ist das selbstverständliche logische Ergebnis der oben in ihrer Entwicklung dargelegten Tendenzen der Großbauunternehmung. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß im neuen Palästina, und zumal unter seiner jugendlichen und intelligenten Arbeiterschaft die modernen gesellschaftlichen Probleme im wirtschaftlichen Leben von sehr lebendigem Einfluß sein werden. Es kann nicht Sache der einzelnen Unternehmung sein, zu ihnen gesondert und losgelöst von den übrigen wirtschaftlichen Faktoren nach eigenem Gutdünken Stellung zu nehmen. Vielmehr geht unsere Meinung dahin, daß es von Anfang an Sache des j Einzelunternehmens sein muß, sich mit größter Sorgj falt und Feinfühligkeit derart in die Stromrichtung der allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklung der j Landeswirtschaft einzustellen, daß die eigenen vvirt- | schaftlichen Interessen und Entwicklungen des Unj ternehmens mit denen des Landes möglichst stets parallel fließen. J Da wir den Stand, die Stärke und die Rieh- I tung der sozialen Tendenzen Palästinas zurzeit aber | auch noch nicht annähernd überblicken können, wäre es durchaus verfrüht, sich heute bereits auf irgend welche Bestimmungen in Bezug aiut das Unternehmen nach dieser Richtung hin festzutegen. In sehr kurzer Zeit wird uns die Erfahrung im Lande das Nötige klar erkennen lassen, und dann wird es sich allerdings darum handeln, diesem Nötigen schnell klar und unzweideutig im Statut und im Gebaren der Unternehmung Ausdruck zu geben. Was für jeden, der einige Einsicht auch nur in die gesellschaftlichen Strömungen i unserer Zeit gewonnen hat, jedoch heute schon mit Gewißheit feststeht, ist die Tatsache, daß die Bestrebungen, welche auf eine immer wreitergehende Vergesellschaftlichung der menschlichen Arbeit abzielen, in stets zunehmender Stärke an allen Orten der Erde Einfluß auf das Leben der Völker nehmen. Ueber diese allgemeinste Grundrichtung kann gar kein Zweifel mehr obwalten, aus ihr ergibt sich zwingend die in Punkt f ausgesprochene Tendenz der Gesellschaft, alle diejenigen privatwirtschaftlichen 'and öffentlichen Bestrebungen zu fördern, die auf eine größtmögliche Zusammenfassung and Vereinheit.Tchung der gesamten Bau-! tätigkeit hinauslaufen. So verkehrt es wäre, von; Anfang an mit der Möglichkeit einer solchen Za- ’ sammenfassang rechnen zu wollen, so notwendig ist es doch, sich über ihr Kommen klar zu sein und sich darauf vorzubereiten. Wie diese Dinge am Ende ihrer Entwicklung sich gestalten, und was für ein Aussehen sie gewännen werden, ob Kommunisierung, Sozialisierung oder Verstaatlichung, oder vorläufig nur Kommunalisierung der Betriebe die Endpunkte der Entwicklungsreihe bilden werden, können wir nicht wissen. Und wir wollen es den lebendigen Einflüssen des Tages in der Entwicklung der Nation überlassen, sie zu 1 formen, niemals aber solchen Einflüssen nutzlosen | Widerstand entgegensetzen, ihnen vielmehr in klarer i Erkenntnis ihrer Notwendigkeit Vorschub leisten. Zu S>- Die Lage Palästinas im umgebenden Länderkreise ist eine derartige, dab Palästina ein starkes Zentrum wirtschaftlicher Entwicklung bildet,; welches ringsherum von bedeutend weniger enti wickelten Landstrichen umgeben ist. Auch der zurzeit wirtschaftlich am weitesten entwickelte seiner Nachbarn, Aegypten, wird, wenn die Bestrebungen der jüdischen Besiedlung Palästinas auch nur einigermaßen unseren Absichten entsprechend gedeihen, in nicht allzu langer Zeit von ihm überflügelt werden. So ergibt es sich von selbst, daß Handel und Ausfuhr nach den Nachbarländern schließlich eine bedeutende Rolle im Wirtschaftsleben Palästinas spielen werden. Hinzu kommt, daß es sich vielleicht schon in kurzer Zeit rentieren wird, von Palästina aus, welches gerade in den ersten Jahren einen enormen Einfuhrbedarf gerade an Baumaterialien aller Art entwickeln wird, den geringeren Bedarf der Nachbarländer auf dem Wege üb;; Palästina zu bestreiten. In ähnlicher Weise, wie wir vorerst von dem Weltkohlenstapelplatz Port-Said sicherlich einen Teil unseres Industriekohlenbedarfes decken werden, kann sich Palästina in kurzer Zeit zu einem wichtigen Stapelplatz für Baumaterialien aller Art infolge seines großen Eigenbedarfes entwickeln. Diese Güter sind keineswegs alle so geringwertig im Verhältnis zu ihrem Gewicht bzw. Rauminhalt und müssen im allgemeinen für den ganzen umliegenden Länder kreis von so weither bezogen werden, daß ein Weitertransport bei einigermaßen zulänglichen und entwickelten Kommunikationsmitteln ausgeschlossen wäre. Natürlich ist hier in erster Reihe an hochwertige Materialien, wie sanitäre Objekte, fertige Tischlerarbeiten und allerhand Kleinbaumaterial zu denken und nur in Ausnahmefällen kann es sich um den Transport von Rohbaumatenalien handeln. Aber über den Materialtransport hinaus wird eine entwickelte Bauindustrie auch sonst in der Lage sein, die Bedürfnisse der Nachbarländer zum Teil zu befriedigen. So ist daran zu denken, daß größere Bauten oder Baukomplexe in diesen Ländern statt von europäischen Bauunterne Innungen erstellt zu werden, wie dies bisher die Regel war, in Zukunft von palästinensischen jüdischen Bauunternehmungen billiger und besser werden hergestellt werden können, auch wenn die notwendigen Baumaterialien nicht über Palästina, sondern direkt am Orte der Bauausführung bezogen oder nach diesen geleitet werden. Diese Entwicklung dürfte unseres Erachtens vorerst nur darin ihre Beschränkung finden, daß ■ uns der sicherlich für lange Zeit hinaus noch I herrschende Material-, Transport- und Arbeiter-

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