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Volk und Land · 1919-10-02 · Heft 40-41 (2.10.1919) · p. Seite 1257-1258

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Journal
Volk und Land
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 40-41 (2.10.1919)
Date
1919-10-02
Page
Seite 1257-1258 (sequence 9)
Language
German
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1257 VOLK und LAND 125S Fenster, Schlösser, und Beschläge, alle Holzkonstruktionen wie Balkenlagen, Zwischendecken, Treppen, Fußbriden, Daclikonstruktionen, Gitter, Treppengeländer.“ (An anderer Stelle : Fensterscheiben, Fensterläden**), Kunststeinerzeugnisse, hölzerne und sonstige Treppenstufen, Geländer, Blumengitter, Regenrinnen, Atofallrohre, Fußbodenbretter, Klosetts, Ausgußbecken, Spültische, Badewannen, Herde, Waschtröge mit allen Zu- und Abflußrohren und Anschlüssen, Zäune, Stakete, Gartenpforten. Selbst konstruktive Teile, wie der Dachstuhl, das Gebälk, Schornsteinrohre, Wandteile können für bestimmte Grundrißtypen ausgemittelt und in Massen hergesteilt werden. In dem nun folgenden Abschnitt über Tvpenmöbeli finden wir die überraschende Feststellung des Verfassers aus seiner Erfahrung als Leiter der au* Veranlassung des Hnndelsnrnisters von der Provin; Brandenburg u^i den Gemeinden Groß-Berlins unte Beteiligung der bedeutendsten Firmen der Großindustrie (man lerne auch hier wieder für Palästina, wie so etwas gemacht werden kann) ins Leben gerufenen ,,Gemeinnützigen Hausrat-Gesellschaft“ zur Beschaffung von Möbeln für Minderbemittelte in Groß-Berlin und der Provinz Brandenburg, daß bereits bei einer Herstellung von (nur) 50 Zimmern derselben Type eine Verbilligung von 20—30 v. H. eintritt. j Der letzte Teil der kleinen Schrift beschäftigt sich mit dem Werte des Taylor-Gilbrethschen arj beitsparenden Systems für die Bestrebungen zur ■ Schaffung billiger Kleinwohnungen und kommt zu j einer vorbehaltlos anerkennenden Würdigung. Wir selbst wollen uns für unsere ganz anders j gearteten palästinensischen Verhältnisse in dieser j sehr wichtigen und ohne Zweifel auf das einj gehendste zu prüfenden Angelegenheit hier nicht j in einer bestimmten Auffassung festlegen, halten es aber für notwendig, den Leser, der vielleicht j wenig über die Materie informiert ist, hier wej nigstens mit einigen Worten auf die Wichtigkeit; des Problems für unser zukünftiges Bauwesen hinj zuweisen. > Nach den Ergebnissen Gilbreths, der sich speziell mit der Verbesserung der Arbeitsgeräte ( una Methoden im Baugewerbe befaßt hat, sind | hier bis zu 30 und mehr yom Hundert Ersparnisse j an den Selbstkosten erzielbar,: besonders auch bei I neuzuerrichtenden Betrieben. Bei bestehenden Be- } trieben verringert sich durch die Notwendigkeit j einer allmählichen Aimortisierung der bisher angewandten ArbeitsVorrichtungen die Ersparnis und verzögert sich die Einführung der neuen Methoden durch die Notwendigkeit einer stückweisen und sukzessiven Umgestaltung des ganzen Betriebes. Es wird also unsere dringende Pflicht seirg in j Palästina so bald wie möglich zu abschließenden Ergebnissen über die Anwendbarkeit'des Taylor- System für unsere Verhältnisse zu gelangen, um den in den ersten Jahren sich immer noch neu gründenden und ergänzenden Unternehmungen evtl, die Vorteile des Systems von Anfang an zuteil werden lassen zu können und Doppelanschatfungen möglichst zu vermeiden. Eine Forschungsgesellschaft nach Art der soeben in Deutschland ins Leben getretenen,- über welche in der ,,Zeitschrift für Wohnungsbau und Siedlungswesen“ berichtet wird, ist auch für Palästina dringend zu fordern. Wir geben den Bej rieht hier im Auszuge wieder.! Am 11. August 1910 fand im Herrenhause in i Berlin eine Sitzung statt, die zum ersten Mal einen **) Für Palästina kommen auch noch die Drahtgazcflüget in Betracht. Kreis von Vertretern der Wirtschuftsverbändf de^ Baugewerbes und der Arbeitnehmerschaft aus dem ganzen Reich vereinigte. Die Forschungsgese!!- sehaft will im Anschluß an die Arbeiten von Taylor una Gilbreth eine gründliche Durchforschung des Baubetriebes bis in die kleinste Einzelheit hinein vornehmen und versuchen, daraut eine wirtschaftliche Gestaltung des Baubetriebes aufzubauen. Der Name „Taylor-System“ ist, besonders bei den Arbeitern, nicht recht beliebt. In amerikanischen Händen ist aus den Gedanken des vereinfachten Baubetriebes, die vielfach deutschen Ursprungs sind, ein Mittel zur rücksichtslosen Ausnutzung des Arbeiters im Uoternehmerinteresse geworden. (?) Da(' Ziel der deutschen Forschungsgesellschaft soll, im vollbewußten Gegensatz hierzu, die Steigerung der Leistung des einzelnen Arbeiters nicht durch vermehrte körperliche Arbeit, sondern durch Vereinfachung der Handgriffe uwd vermehrte Anwendung von Maschinen sein. Nicht Mechanisierung des Arbeiters, sondern geistige Beherrschung der Arbeit muß der leitende Gedanke werden. Die Forschungsgesellschaft hat bereits verschiedene Gebiete in Angriff genommen, so die Fragen eines geeigneteren Baugerüstes, der psychotechnischen Untersuchung der Maurerleistung, aber auch der Vereinfachung des Bürobetriebes im Baugewerbe. Daß diese Arbeiten für die Zukunft des deutschen Wirtschaftslebens unter Verhältnissen, für die jeder Vergleich mit der Zeit vor dem Kriege fortfällt, von ausschlaggebender Bedeutung sind, bedarf kaum der Erwägung. Die Reichsregierung, insbesondere der Reichskommissar für das Wohnungswesen, hat lebhaftes Interesse für die Forschungsgesellschaft gezeigt, und beabsichtigt, diese entschieden zu fördern. Bei Darstellungen des Taylor-Systems ist gerade in Deutschland oft ausschließlich auf die Umgestaltung der eigentlichen Arbeitsverrichtung hingewiesen worden, sehr zum Nachteil der Sache, welche dadurch in den Geruch gekommen ist, auf eine möglichst restlose Ausnutzung der körperlichen Fähigkeit des Arbeiters auf Kosten Seiner geistigen und seelischen Bedürfnisse, hinauszulaufen, und, durch ein gewaltiges Mißverständnis, ist schließlich in weiten Kreisen die Auffassung verbreitet worden, daß diese „Exploitierung der Arbeit“ einseitig zugunsten des Kapitals propagiert werde. Aber ebenso, wie die Verbilligung der Wohnungen durch die oben geschilderten Vorteile der Massenherstellung und der günstigen Parzellierung usw. ja nicht zum Zwecke der Erzielung einer höheren Rente für den Vermieter oder die Baugesellschaft, sondern zum Zwecke einer möglichst geringen Bemessung des Miet- oder Erwerbspreises hier gefordert worden ist, so sollen natürlich auch die Vorteile des Tavlor-Systems, wenn solche bei uns zu erzielen sein werden, nur wieder demselben Zwecke dienen. Was die Zurückdrängung der geistigen und seelischen Bedürfnisse betrifft, so sind die Meinungen hierüber sehr geteilte und von Fall zu Fall bei dem verschieden veranlagten Arbeiter erst zu ermitteln, ob die Vorteile oder Nachteile des Systems für die Entfaltung seiner Gesamtpersönlichkeit überwiegen. Und schließlich handelt es sich nicht ausschließlich und in erster Linie um die Arbeitsverrichtung selbst, sondern 1. um das zweckmäßigste Arbeitsmittel (Werkzeug, Vorrichtung, z. B. Gi’breths, durch einen Hebelgriff hebbares Mauergerüst, günstigste Form und Abmessung der Mauerkelle usw.);

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