Volk und Land
- Journal
- Volk und Land
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 38-39 (18.9.1919)
- Date
- 1919-09-18
- Page
- Seite 1221-1222 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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1221 VOLK UND LAND 1222 WEIZMANN ALS MAXIMALIST In dem Kampfe der zionistischen Leitung gegen den Sinn des Zionismus liegt endlich eine ermutigende Aeußerung vor. Unter dem Titel „Der Wortlaut von Weizmann’s Rede“ bringt die „Jüdische Rundschau“ höchst bemerkenswerte Erklärungen unseres Londoner Führers, — Erklärungen, die es freilich umso zwingender nötig erscheinen lassen, daß die Minimalisten dazu Stellung nehmen, sei es, daß sie gegen Weizmanns Standpunkt auftreten, sei es, daß sie ihre entgegenstehenden Meinungen zurücknehmen, sei es, daß sie .... das Feld räumen! Nach der „Jüdischen Rundschau“ vom 16. Se.ptember 1919 hat Weizmann u. a. erklärt: „Das nächste Erfordernis, um die Aufnahmefähigkeit Palästinas zu erhöhen, ist das Gemeineigentum an öffentlichen Arbeiten. Die Verbesserungen, die in Palästina vorgenommen werden, müssen den jüdischen Ansiedlern insgesamt zugute kommen. Dies würde ihnen einen doppelten Sinn geben — es würde das Land erschließen und denjenigen Arbeit geben, die bei der Erschließung des Landes beschäftigt werden. Man muß sorgfältig bedacht sein, unter den Einwanderern die richtige Auswahl zu treffen — es müssen solche sein, die bodenständig sein werden und die nötigen Verbesserungen leisten können. Wenn man so verfahren werde, so glaube er, daß Landwirtschaft und öffentliche Arbeiten in Palästina während der nächsten paar Jahre (next few years) eine halbe Million Menschen aufnehme n könnten. Ferner, wenn die Wasserkräfte des Landes erst verbessert sind — wenn der Jordan so reguliert wird, daß er nicht austrocknet und nicht mehr im Sommer so geschwächt ist, daß er keinen Motor äntreiben kann — wird man eine Kraftquelle haben, die für industrielle Zwecke in beträchtlichem Maße ausgenutzt werden kann. Dies würde die Grundlage für eine ansehnliche städtische Bevölkerung ergeben. Es sei üblich, anzunehmen, daß auf jeden autdem Lande angesiedelten Menschen 2 oder 3 Stadtmenschen kämen. Die kulturelle Entwicklung des Landes, die Errichtung von Schulen würde Spielraum für eine weitere Klasse von Einwanderern schaffen und die Kultur des Landes stärken.“ Damit deckt sich Weizmanns Standpunkt weitgehend mit dem unseren. Auch wir haben den Öffentlichen Arbeiten — im Gegensatz zu Ruppin und den Ruppinisten — einen breiten Raum in dem bevorstehenden Siedlungs- und Aufbauwerke zugebilligt. Auch wir haben Einwandererziffern als möglich genannt, die in die Hunderttausende per Jahr gehen, — Ziffern, die sich wiederum von denen Ruppins und der Rupinisten derart unterscheiden, daß es zwischen diesen beiden Auffassungen keine Brücke gibt und auch keine geben sollte! Weizmann spricht von 500 000 „während der nächsten paar Jahre“ (was wir ganz vorsichtig als etwa 5 Jahre, d. h. 100 000 jährlich schätzen wollen) allein auf der Grundlage der Landwirtschaft und der öffentlichen Arbeiten! Dazu rechnet er an Stadtmenschen usw. noch etwa ein Dreifaches. Damit kämen wir innerhalb des „Wortlautes von Weizmann’s Rede“ auf etwa 400 000 jährlich. Dies ist mehr als von maximalistischer Seite bisher öffentlich angenommen worden ist — wenn wir von Herzl absehen, der bereits etwa das Doppelte in seinem Programm vorgesehen hatte! Die Herren Minimalisten haben nunmehr das Wort! D. T. Zum Quartalswechsel bitten wir die Abonnements „Volk und Land“ bei den Postanstalten, dem Welt-Verlag oder in der Buchhandlung tu erneuern Beschwerden über unpünktliche Zustellung der Abonnements von „Volk und Land“ sind an die zuständigen Postanstalten zu richten. Jede Nunyner geht pünktlich am Tage des Erscheinens zur Weiterleitung an die Abonnenten durch das Postzeitungsamt ab. Welt-Verlag G. m. b. H., Berlin NW 7 02020100015390909053010002010015320100010000000048230148230101010253230102