Volk und Land
- Journal
- Volk und Land
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 36-37 (4.9.1919)
- Date
- 1919-09-04
- Page
- Seite 1175-1176 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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1175 VOLK UND LAND 1176 220S Frcs., Australien 69.5.— T, Spanien 26.12.- £ und Marokko 50 Frcs. Trotzdem das Ergebnis von rund 2_■ Millionen Francs ganz ansehnlich ist, so entspricht es doch nicht dem von der N.-F.-Verwaltung für das laufende Jahr veranschlagten Netto-Erfordernis von 10 Millionen Frcs pro Jahr, was zum Teil diarauf zurückzuführen ist, daß in den östlichen Ländern die Propaganda und systematische Sammelarbeit größtenteils noch immer lahmgelegt sind. Gerade jetzt aber bedarf der Nationalfonds größerer Geldmittel als je vorher. Immer näher rüdkt der Zeitpunkt heran, wo der N.-F. unmittelbar vor die Erfüllung seiner großen Aufgaben gestellt sein wird. Es gelangen schon jetzt fast täglich an ihn aus dem verschiedenen Ländern Ansuchen um Ueberl'assung von Erbpachtboden, für ländliche und auch städtische Siedlungen. Er wird den Anforderungen nur dann entsp echen können, wenn seine Freunde in der ganzen Welt alles daransetzen, um seine jetzigen Einnahmen zu vervielfachen. Palästina-Konferenz in Warschau An der durch das Palästiuaibüro der Zionistischen Organisation gemeinsam mit der Misrachi-Organisation eimberufenen Palästina-Konferenz beteiligten sich als Vertreter von 38 Genossenschaften, die die Betätigung in Palästina bezwecken, 60 Delegierte. Die Arbeitsfelder der Genossenschaften lassen sich in folgenden Angaben umschreiben: 20 erstreben die Errichtung von Kolonien und Gartenstädten (darunter sind 9 misrachistische Genossenschaften), 10 fördern Industrie, 1 den Handel und 1 das Kleingewerbe. Herr Farbstein referierte über die Londoner zionistischen Beschlüsse in bezug auf Kolonisation und die Emigration. Herr Agronom Ratsehkowski referierte über die Art der Kolonisierung Palästinas. Die Konferenz beschloß, eine Kommission nach Palästina zu entsenden, die an Ort und Stelle Untersuchungen anstellen und Informationen einholen wird. Eine Resolution der Misrachi Die „Jüdische Preßzentrale, Zürich" teilt mit: „Die Delegierten der Misrachi-Landesorganisation in der Schweiz haben einstimmig die folgende Resolution gefaßt: 1. Der Misrachi steht auf dem Boden der Einheit des jüdischen Volkes und weist jeden Versuch der Zersplitterung der jüdischen Volkskräfte mit Entrüstung zurück. 2. Einheit in den Forderungen der gesamten Juden heit auf Palästina als nationale Heimstätte des jüdischen Volkes, erstrebt er deren Aufbau auf Grundlage der Tradition und der sozialen Gerechtigkeit im Geiste der Thora. 3. Der Misrachi tritt ein für die Forderung der nationalen Autonomie auf religiösem, kulturellem, sozialem und politischem Gebiete für die jüdische Bevölkerung der Länder jüdischer Massensiedlung sowie aller anderen Länder, falls deren jüdische Bevölkerung Anspruch auf sie erhebt. 4. Der Misrachi fordert die volle und tatsächliche Gleichberechtigung derjenigen Juden, die auch ferner im Galuth bleiben." Der Arbeitsmarkt in Palästina Das Kopenhagen er Zionistische Büro veröffentlicht Angaben über die Handwerker in Jaffa: 1. Maler: Juden: 3 (Unternehmer), Araber 8, hiervon 3 Unternehmer. Malergesellen: Juden 17, die sich mit einfachen Malerarbeiten beschäftigen; Araber 30. Vor dem Krieg wurde für Oelbemalung bei Bauten pro Meter 1,50 Frcs. gezahlt, jetzt 8 Schilling; Oelbemalung bei Holzarbedten vor dem Kriege 1;— FrCs., jetzt 8 Schilling; Oelbemalung bei Kunstarbeiten vor dem Kriege 4,— Frcs., jetzt 15 Schilling; Bemalung von Türen oder Fenstern vor dern Kriege 6—8 Frcs., jetzt 25 Schilling. Der Malergeselle hat vor dem Kriege 3—5 Frcs. pro Tag verdient, jetzt 8—15 Schilling. Arabische Malergesellen beziehen einen niedrigeren Lohn, weil ihre Arbeit nicht so gut ist wie die der jüdischen. Die Preise für Farbstoffe sind sehr hoch, vor dem Kriege wurden trockene Farbstoffe aus Deutschland eingeführt. Jetzt versucht man Farben aus England zu beziehen oder behilft sich mit von früher her aufgespeicherten Vorräten. 2. Tüncher: Juden 10 (Unternehmer), Mohammedaner 5, Christen 20. Die Hauptarbeit besteht in Tünchung der Wände von innen und außen, wozu außer Kalk auch Zement verwandt wird. Gesellen: Juden 20 (hiervon 10 Jemeniten). Die Zahl der christlichen und mohammedanischen Gesellen ist weit größer. Die Tüncher (Unternehmer) arbeiten selbst, aber ihre Lage ist trotzdem keine gute. Unter den arabischen Tünchern gibt es zwar viele Haus- und Bodenbesitzer, aber ihr Vermögen haben siie nicht durch diese Arbeit erworben. Momentan herrscht Ln diesem Gewerbe große Arbeitslosigkeit. Der Kalk wird im Lande selbst gebrannt, der Zement yvird aus dem Auslande bezogen. Der Verdienst des Tünchers (Unternehmer) wird pro Quadratmeter bemessen. Vor dem Kriege wurden pro Quadratmeter 75 Centimes gezahlt, jetzt 1,— Frcs. Dieser geringe Lohn ist die Folge der arabischen Konkurrenz. Die Tüncher-Gehilfen verdienten vor dem Kriege 3—5 Francs pro Tag, jetzt 4—5 Schilling. Die arabischen Gehilfen beziehen noch geringere Löhne. Eine gute Entwicklung dieses Gewerbes wie sämtlicher Arbeitszwejge auf dem Gebiete des Bauwesens wird mit dem Beginn, der jüdischen Immigration erwartet. Lebensmittel- Preise 1. Lebensmittel (Juli 1919): Reis pro kg Frcs. 1,10, Eier (10 Stck.) 1,35, Rindfleisch pro kg 4,15, Käse 4,15, Fische 5,20, Heringe 3,00, Oliven 1,15, Milch pro Liter 1,15, Butter (jüdische) pro kg 13,05, Butter (arabische) 4,25, Buttermilch pro Liter 0,60, Tomaten pro kg 0,10, Kartoffel 0,85, Zwiebel 0,40, Salz 0,45, Zucker 2,50, Linsen 1,05, Mehl 0.80 bis 1,10, Olivenöl 3,75, Sesamöl 4,50, Tee 7,00 Trauben 0}60. 2. Bedarfsartikel (Juli 1919): Streichhölzer pro Schachtel 0,06, Nähgarn (200 Yard) 0,50, Petroleum pro kg 0,60, Spiritus 11,50, Kerzen 2,00, Toilettenseife 2,75, Holz 0,17, Kohle 0,37. (K.Z.B.) Gründung einer Industriegesellschaft In New York wurde eine Aktiengesellschaft mit einem Stammkapital von zehn Millionen Dollars gegründet, mit dem Zweck, in Erez Jisroel diverse Industriezweige wie: Baumwolle, Zuckerrohrpflanzung, . Früchte und Fruchtkonserven, Viehzucht, Leder und Oele einzuführen. Der amerikanische Konsul in Palästina A. Glasbrook hat die Gründung der Gesellschaft befürwortet. Anläßlich der Misrachikonferenz in Cincinnati wurden von den Teilnehmern Aktien im Betrage von 50 000 Dollars übernommen,. Palästina - Syndikat In Palästina wurde unter dem Namen „Palästinisches Syndikat", G. m. b. H., eine durch die englische Regierung bestätigte Gesellschaft mit einem Kapital von 10000 Pfund gegründet. Zweck der Gesellschaft ist Handel in Juwelierwaren, Uhren usw.