Volk und Land
- Journal
- Volk und Land
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 36-37 (4.9.1919)
- Date
- 1919-09-04
- Page
- Seite 1173-1174 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2649276-2649277-2649305--0739-2650099- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
1173 VOLK UND LAND 1174 4,43) Millionen Mark. Die Immobilien \ermmüe.ten sich durch Abstoßung' eines größeren Grundstückes bei Hamburg auf 0/22 (1,04) Millionen Mark. Dabei wurden die Hypothekensch'ulden von 0,40 Millionen Mark getilgt. An Bar, fremden Goldborten und Kupons waren nur noch 0,49 (2,33) Millionen Mark. Dagegen stieg Reports und Lombards gegen börsengängige Wertpapiere nur noch 0,49 (2,33) Milloineu Mark. Dagegen stieg der Bestand an Wechseln und unverzinslichen Schatzamveisungen des Reichs und der Bundesstaaten auf 3,99 (2,90) Millionen Mark und an Anleihen und verzinslichen SchatzanWeisungen auf 1,50 (0,73) Millionen Mark. Bankguthaben wuchsen auf 23,52 (20,47) Millionen Mark. Auf der andern Seite betragen die Einlagen 5,02 (5,26) Millionen Mark. Davon sind 3,96 (4,11) Millionen Mark innerhalb sieben Tagen fällig, sonstige Kreditoren hatten 2,36 (2,20) Millionen Mark zu fordern. Die Verbindlichkeiten aus Schecks betragen noch 0,16 (1,07) Millionen Mark. Bei 20 Millionen Mark Aktienkapital sind unverändert 3,50 Millionen Mark Reserven vorhanden. Produktion und Konsum in Sowjetungarn „Wir besuchen den neuen iTrabrennplatz, der der Budapester Haute volee als Unterhaltungsstätte dienen sollte. Heute ist der riesige, 135 ha umfassende Platz produktiveren Zwecken zugeführt: er wurde am 11. April umgepflügt und in einen reichen Gemüsegarten verwandelt. Die zu Ställen vorgesehenen Gebäude wurden in Wohnungen und Werkstätten umgebaut, wo die insgesamt 400 Arbeiter untergebracht werden konnten. In unendlich langen Reihen sieht man kleine Kohlrüben-, Kohl- und Krautpflanzen aus dem Boden sprießen, hier wieder Tomaten, Salat, Mais, Kartoffeln oder Blumenkohl. Ein Stück ungepflügtes Land zeigt den früheren Zustand, die diese Wildnis umgebende Kultur wirkt Um so überraschender. Eine zwei Kilometer lange Wasserleitung mit 400 Ausflußhähnen ermöglicht die Bewässerung der ganzen Anlage, nirgends sieht man Unkraut zwischen den Gemüsereihen, jedes Stück des Bodens ist aufs intensivste ausgenützt. Voll berechtigten Stolzes zeigt der Leiter dieses Betriebes auf die verwahrlosten und extensiv betriebenen Grundstücke der Umgebung, die freilich im nächsten Jahre miteinbezogen werden sollen. Durch Anwendung aller chemischen Hilfsmittel, mit Mistbeeten und Treibhäusern sowie guter Bewässerung und Wartung holt er aus dem Sandboden ein Maximum an Frucht heraus. Er berechnet den Ertrag bei den heutigen Höchstpreisen (Salat und Rettich 3, Blumenkohl, Erbsen, Kohlrüben und Kohl 8 K. pro Kilogramm) auf 100 000 K. pro ha, für den ganzen Landkomplex somit auf 13,5 Millionen Kronen. An Lohnen müssen acht Millionen ausbezahlt werden. Er rechnet mit fünf Fechsungen im Jahre. Der landwirtschaftliche Betrieb wird ergänzt durch eine Geflügelzucht, die auf großzügige Art betrieben werden soll. Bereits sind acht große Farmen im Gang, in denen je 500 Legehühner untergebracht werden, die jährlich zirka eine Million Eier legen. In maschinellem Betrieb werden davon pro Monat 60000 ausgebrütet und in 40 Hühnerhöfen gezüchtet. Daneben gibt es auch Enten und Gänse, und es ist eine wahre Freude, in den „Experimentierraum“ zu gehen, wo über 400 ganz frisch ausgebrütete Hühner, Enten und Gänse herumschnattem. Leuchtenden Auges erzählt uns der 'Leiter von seinem Plane, um ganz Budapest einen Gürtel von zirka 35 Kilometer Durchmesser anzulegen, der aiuf dieselbe intensive Weise bebaut werden soll, Die Brotfrucht dagegen wird dann auf den sozialisierten Großgrundbbesitzen, die ein Ausmaß von etwa drei Millionen Hektar haben, angebaut und so auch auf landwirtschaftlichem Gebiete eine Arbeitsteilung durchgeführt. Die Arheltsztii dauert 11) Mauden, von siede.i Uhr | früh bis sieben Uhr abends mit zweistündiger Mittags- I pause. Gearbeitet wird fleißig, voll Freude erzählt | uns ein gewesener Advokat (die ja heute alle arbeitslos j sind), der gemeinsam mit einem Feldarbeiter einen Korb daherschleppt, er arbeite sehr gerne hier und habe einen Appetit wie noch nie. Im gemeinsamen Speisesaal sehen wir eine Generalswitwe, die Tochter eines Arztes, und andere Intellektuelle neben dem früheren Industrie- oder Feldarbeiter sitzen, "alle sonnengebräunt und zufrieden. Anfangs kommt ihnen die ungewohnte Arbeit hart vor, aber bald finden sie ihre Freude daran und arbeiten gerne mit. Die Leitung ist auch hier so wie in den industriellen Betrieben, nur, daß der Produktionskommissär und der technische Leiter eine Person ist. Der Arbeiterrat kümmert sich nur um die Wohlfahrtsinstitutionen, wie Wohnhäuser und Verpflegung, hilft auch mit bei der Aufrechterhaltung der Disziplin; die technische Leitung indessen ruht — und muß ja ruhen — in den Händen eines verantwortlichen Leiters.“ (Neue Erde.) Erdöl in Palästina Die Zeitschrift „Petroleum“ berichtet: Amerikanischen Fachblättern zufolge hat ein amerikanisches Konsortium die durch den Krieg unterbrochenen Erdölerschließungsarbeiten in Palästina wieder aufgenommen. Der Leiter der Produktionsabteilung der Prairie Orland Gas Co., Mr. A. S. Dane, hat die Leitung der betreffenden Arbeiten übernommen und ist bereits nach Palästina abgereist. Amerikanischer Orienthandel Vor dem Kriege hat Amerika aus der Türkei Produkte für über 35 Millionen Dollars bezogen, für die es keine Kompensationen in Exportwaren zu bieten hatte. Um nun einen gegenseitigen Handelsverkehr zwischen Amerika und der Türkei herzustellen, haben sich 15 amerikanische Handelsgesellschaften zu einem Handels verband für den nahen Osten zusammengeschlossen unter dem Namen „American Foreign Tratle Corporation“ mit einem Grundkapital von 20 Millionen Dollars. Die Zentrale dieser Gesellschaft wird in Konstantinopel sein und Filialen werden u. a.. in Smyrna, Syrien und Pal äs-ti na errichtet. PALAESTINA Der jüdische Nationalfonds im 1. Halbjahr 1919 Der Jüdische National! >nds, der im Jahre 1901 gegründet wurde und dessen Zweck es ist, Grund und Bodlen in Palästina zu erwerben und ihn jüdischen Ansiedlern in Erbpacht ziu übergeben, tindet beim Judentum dier ganzen Welt immer größeres Verständnis und intensiviere Unterstützung. Die für ihn gezeichneten Spenden betragen bereits! für das erste Halbjahr 1919 2 531 398 Francs, während noch das ganze Jahr 1918 2 243187 Francs ergab. Die Spenden verteilen sich nach der Höhte der Beträge auf die folgenden Länder: Rußland 659 219 Rbl., Nordamerika 63786 D>ß, England 13 028 £, Deutschland 604929 M., Polen 504 745 Mark, Südafrika 5704.6 £, Canada 3771 S, Rumänien 150000 Lei und 2408 M., Argentinien 25 087 Pesos, Südslawische Länder 222 244 K., Tschecho-Slowakei 222 843 Kronen, Belgien 22614 Frcs. und: 4448 hfl., Galizien 131090 K., Deutsch-Oesterreich 146 241 K., Holland 13 482 hfl., Schweiz 21 803 Frcs., Frankreich 21142 Fr«.,* Palästina 43 577 Piaster, Weißrußland 23 142 M., Schweden 6087 Kr., Griechenland. 10879 Frcs. und 292 013 L.# China 400 L„ Dänemark 2461 Kr. und 50 M., Aegypten 165.5.— £, Norwegen 2550 Kr., Litauen 6740 M., Tun»