Volk und Land
- Journal
- Volk und Land
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 36-37 (4.9.1919)
- Date
- 1919-09-04
- Page
- Seite 1133-1134 (sequence 11)
- Language
- German
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1133 - --VOLK UND LAND . -=^=-^=1134 2. Die Planung, Ausführung, Leitung und Abrechnung von öffentlichen und privaten Hoch- und Tiefbauten für eigene und für fremde Rechnung. 3. Die Gesamtorganisation des Bauwesens im Lande Israel. Grundsätze: Die Gesellschaft hat ihren Sitz im Lande Israel mit Zweigen, Agenten oder Vertretern in den Ländern, in denen Juden wohnen und die für die geschäftlichen Zwecke der Gesellschaft in Betracht kommen. Ihr Arbeitsgebiet ist zunächst Palästina und die für eine jüdische Einwanderung in Betracht kommenden Nachbarländer, später auch der weitere Vorderorient. Sie benutzt die (geringen) im Lande vorhandenen Ansätze zur ersten Inangriffnahme ihrer Tätigkeit und erstrebt die spätere Ueberleitung derselben in ein möglichst einheitliches System der Bauwirtschaft. Dieses zukünftige System bereitet sie durch folgende Unternehmungen planmäßig vor: a) Vorläufig nur organisatorische (Kartell'erung), später organische Zusammenfassung der vorhandenen jüdischen una arabischen Bauunternehmer-Interessen zur Schaffung eines größeren gemeinsamen Marktes .und folgend einer größeren gemeinsamen Material-Einkaufs- bzw. Beschaffungsmöglichkeit. b) Auf Grundlage des so geschaffenen größeren Marktes, der durch 'Akquisition neuer öffentlicher und privater Bauten von seiten der Gesellschaft zu erweitern wäre, ist die Planung und Anlage von Baumaterial-Fabriken und -Bearbeitungswerkstätlen im Lande, sowie die Gewinnung, Verarbeitung und Verteilung von Baustoffen nach Maßgabe der jeweils dringendsten Bedürfnisse des Landes vorgesehen; ferner die Organisation des Einkaufs der noch nicht im Lande hergestellten Materialien und der zu ihrer Herstellung erforderlichen Grund- und Betriebsstoffe. Hierzu gehört die Planung und Ausführung von Reformen des Transportwesens und’der Ausladung und Verteilung solcher vom Auslande bezogenen Materialien, ferner auch die selbständige Unternehmung oder die Beteiligung an privaten oder staatlichen Unternehmen zur Auf forstung zwecks Holzgewinnung. c) Die Planung, Veranschlagung, Ausführung, Bauleitung und Abrechnung von Hoch- und Tief¬ E r 1 ä u t e Zu a). Die Bevölkerung Palästinas betrug vor dem Kriege rund 600 000 Araber und 100 00 Juden. Größere Bauunternehmungen bestanden nicht. Es gab zahlreiche arabische Maurermeister, welche sich mit «der Herstellung von Häusern befaßten. Qeffentliche Bauten wurden nach Plänen und unter Leitung meist europäischer Architekten ausgeführt. Für den jüdischen Baumarkt kamen einige kleine Unternehmer in Betracht, oft Nichtfadhleute, welche meist nur mangelhafte Kenntnisse im Baufach besaßen und wenig vorbildliche Leistungen autzuweisen hatten. Einer mit ausreichendem Kapital, überlegenem technischen Können und Autorität auftretenden neuen Baugesellschaft dürfte es nach Aussage der Kenner der einschlägigen Verhältnisse ein Leichtes sein, diese vorhandenen Unternehmungen, soweit sie überhaupt den Krieg überdauert haben sollten, in sich aufgehen zu lassen. Ob nach dem Kriege bereits neue Unternehmungen entstanden sind, entzieht sich der Kenntnis, wird jedoch allseitig bezweifelt. Die letzte wesentliche jüdische Bäutätig* bauwerken aller Art, privaten und öffentlichen, aut eigene und fremde Rechnung, auch mit vollständiger (Herstellung und) Lieferung allen Inventars, Maschinen, Möbel usw. d) Die Beeinflussung des Baumarktes im Interesse der Baugesellschaft in bezug auf die Verwendung der vorerst von ihr hergestellten gewonnenen oder gehandelten Materialien, oder der von ihr angewandten Methoden durch Propaganda und Ausführung von Musterbauten. e) Die Erreichung einer größtmöglichen Wirtschaftlichkeit des Unternehmens duren Inangriffnahme oder Förderung aller Maßnahmen, die geeignet sind, eine größere Wirtschaftlichkeit in der Herstellung und Anwendung der Materialien herbeizuführen, in erster Linie durch Förderung von Bestrebungen zut Schaffung von Baunormalien. f) Ferner die Förderung derjenigen privatwirtschaftlichen und öffentlichen Bestrebungen, die auf eine größtmögliche Zusammenfassung und Vereinheitlichung der gesamten Bautätigkeit hinauslaufen. In Verfolg der Förderung dieser Bestrebungen sieht 'die Gesellschaft den Weg zur Erreichung ihres Endziels, nämlich der vollkommenen Zusammenfassung der gesamten Bautätigkeit des Landes in einer Zentrale, welche in diesem Stadium1, wenn nicht vorher, in den Besitz der Gemeinschaft übergeht. g) Baumaterialhandel nach dem benachbarten Auslande und Bautätigkeit daselbst. Neben der praktischen Arbeit der Gesellschaft sollen einhergehen wissenschaftliche und technische Arbeiten, zum Studium der allgemeinen Bauverhältnisse und des Marktes, der Frage der Baumaterialien, (Vorkommen, Gewinnungs-, Herstelhings- und Verwendungsmöglichkeiten) der speziellen Bauformen und Bauerfahrungen, der Schaffung von Normalien und der Schaffung von geistigen und technischen Grundlagen für alle Gebiete des neuen Bauwesens in Palästina. — Diese Arbeiten werden entweder von einer besonderen Studienabteilung der Gesellschaft geleistet, oder, falls sie von anderer Seite ausgehen, von ihr gefördert werden. Auch die Ausführung von Versuchen mit Materialien, Grundriß- und 'Bauformen ist in Aussicht genommen. Auf diese Weise soll die Gesellschaft sich zum Kernpunkt aller fortschrittlichen Bestrebungen im Bauwesen Palästinas zu machen versuchen. r u n g e n keit erstreckte sich auf den Bau jüdischer Stadtteile in Jaffa, den Beginn ähnlicher Tätigkeit in Haifa, im ersteren Falle in Verbindung mit dem Bau des hebräischen Gymnasiums, im zweiten mit dem Bau des Haifaer jüdischen Technikums. Daneben dauernd kleinere Bauten in den jüdische^ Kolonien, z. B. Arbeiterhäuser. Ledigenheime, Bauten für die genossenschaftliche Siedlungsgesellschaft Merchawia, billige Bauten für die Unterbringung der neueingewanderten jemenitischen Juden aus Südarabien usw. In der Zeit nach dem Kriege las man von der Grundsteinlegung für die jüdische Universität in Jerusalem und von großzügigen Plänen einer Jerusalemer Stadterweiterung. Nach den Informationen des Kopenhagener Zionistischen Büros von 1919 sind zurzeit in Palästina vorhanden: ,,27 jüdische, 7 mohammedanische und 3 christliche Bauunternehmer. Die Bauarbeiten zerfallen in zwei Kategorien: 1. Steinarbeiten, 2. Kalkarbeiten. Die oben angegebenen Bauunternehmer beschäftigen eine sehr große Anzahl mohamme-