Volk und Land
- Journal
- Volk und Land
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 32 (7.8.1919)
- Date
- 1919-08-07
- Page
- Seite 1015-1016 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 4× ep/1047930
- Beirut 1× ep/1047833
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VOLK UND LAND 1016 1015 Koukurrenzhäfen, die Mesopotamiens Handelswaren auf einem kürzeren Bahnwege an die See befördern könnten, zuin Beispiel Alexaridrette, Tripolis und Beirut. Hier kommen wiederum politische Momente in Frage. Wenn Mossul, Aleppo, Horns und Damaskus in den Händen einer Macht sind, die mit der über Palästina eingesetzten Mandatarmacht in Wettbewerb steht, so wird diese sich sicherlich bemühen, den Handel von Obermesopotamien von Haifa abzuleiten. Es ist höchst wahrscheinlich, daß England Mossul erhält, es ist jedoch nicht ebenso sicher, daß der arabische Staat Aleppo und Damaskus bekommt. Wenn diese Städte und das Gebiet, in dem sie liegen, an Frankreich fällt, so wird die englische Regierung beinahe sicher eine Eisenbahnlinie nach Mesopotamien anlegen, die eine direktere Verbindung zwischen Mesopotamien und Haifa herstellt und für die ganze Länge der Strecke unter englischer Verwaltung steht. Für die Anlage einer solchen Eisenbahn- und Motorstraße liegen keine technischen Schwierigkeiten vor, doch sind die wirtschaftlichen Aussichten einer solchen Linie ungewiß. Die Linie würde den Tigris und Euphrat verbinden und ein sehr aussichtsreiches Gebiet in diesem Teile schaffen. Westlich des Euphrat würde sie die syrische Wüste durchqueren. Ueber dieses Land ist sehr wenig bekannt. Es ist möglich, daß es besser ist als sein Ruf, aber das muß sich noch erweisen. Frankreichs wirtschaftliche Levantepläne Schon seit den Tagen des türkischen Waffenstillstandes und der Vertreibung der deutschen Kaufleute und Ingenieure aus der Türkei sind die Franzosen eifrig um die Wiedergewinnung der levantiniischen Märkte bemüht. Es handelt sich dabei nicht um eine bloße Wiederaufnahme alter Beziehungen unter militärischer Fürsorge, sondern um systematisches Vorgehen und großzügige Aufmachung. Durch das Gesetz vom 3. März 1919 ist für Aegypten, Syrien, die Türkei, Mazedonien und Griechenland in Paris ein „Levantehandelsamt“ (Office commerciale franfais du Levant), nach dem Muster der in der Schweiz, England und Spanien bestehenden französischen Handelsämter, durch das Handelsministerium geschaffen worden. Seine Aufgabe ist es, die durch den Krieg unterbrochenen Handelsbeziehungen wieder anzubahnen und zu fördern durch die Beschaffung wirtschaftlicher Nachrichten für die praktischen Bedürfnisse; man hofft solche vom August ab zur Verfügung stellen zu können. Welchen Widerhall dieses Vorgehen in den französischen Wirtschaftskreisen findet, zeigen die Neugründungen, über die jetzt in der französischen Presse berichtet wird. So wurde im Mai in Paris' die französische Levante-Handels-Gompagnie, unter Führung der „Banque de VUnion Parisienne“, mit einem Nominalkapital von 9 Millionen Francs in 1000-Fra.ncs-Aktien gegründet. Ihr Geschäftsbereich erstreckt sich geographisch auf Griechenland, Bulgarien, Jugoslawien^ Rumänien, Südrußland, die ehemalige Türkei, Persien und Aegypten, und sachlich auf alle Zweige des Handels und der Industrie. Dem Verwaltungsrat gehören an die Herren Arthur Capel, Charles Chaigneau (Zementbranche), Dr. Alfred Eid, Emile .Lambert (Firma Kühlmann), Leon Levy, Louis Lion (Banque de 1’Union Parisienne), Leon Orosdi (Warenhaus Orosdi-Back). Felix Roussel (Messageries maritimes) und die Societe d’Exportation de Produits Metallurgiques Fran?ais. Eine Unterstützung des Handels bezweckt auch die , Gründung der Credit Foncier de Syrie, einer Tochtergesellschaft des im Jahre 1910 gerundeten Credit Foncier d’Oriecit mit 5 Millionen Francs Kapital in 500-Francs- Aktien, die neben dem Hypothekengesehäft auch' Warenkredit und landwirtschaftlichen Betriebskredit in Form von Vorschüssen gewähren soll. Bankgründungen in Palästina Die Banken fast aller an der Levante interessierten Länder richten jetzt ihr Augenmerk auf Palästina. Neben den bisher schon bestehenden Banken, arbeiten gegenwärtig noch die Anglo-Egyptian und die Banca di Roma mit Filialen in Jaffa, und Haifa. Es verlautet, daß zum Credit Lyonais, der schon seit langem in Palästina besteht, noch eine andere französische Bank hinzukommen werde. Auch eine griechische Bank schreibt zur Errichtung einer Filiale in Jerusalem. Die Firma Boulton & Co. eröffnet ein Kontor in Haifa. Schiffsverkehr nach Palästina Das Kopenhagener Zionistische Büro meldet: Laut einer Mitteilung der amerikanischen Zionistischen Organisation hat die Cunard-Linie bekannt gemacht, daß sie einen regelmäßigen Dampferverkehr zwischen Amerika und der Levante, insbesondere Aegypten und Palästina, einzurichten beabsichtigt. Solange die unsicheren Handelsverhältnisse noch andauern, werden die Schiffe der Cunard-Linie Palästina (Jaffa) allerdings nur anlaufen, wenn sie 2000 Tonnen Fracht für Palästina mitführen. Die Cunard-Linie erklärt, daß sie den voraussichtlichen Exporteuren die günstigsten Bedingungen gewähren wird, um am Aufbau des Handels in dem neuen Lande teilzunehmen. Die Häfen von Palästina, werden jetzt regelmäßig angelaufen werden: von einer englischen Schiffahrtslinie, von den jetzt Italien gehörenden Schiffen des früheren österreichischen Lloyd, den Schiffen der national griechischen und der ägyptischen Linie. Binnen kurzem sollen auch die „Messageries maritimes“ einen Schifffahrtsdienst mit Anlauf palästinensischer und syrischer Häfen eröffnen. Bau - Unternehmungen Das Kopenhagener Zionistische Büro berichtet: Der Vertreter der Retrograder Gesellschaft „Haboneh“ in Palästina, Herr J. L. Goldberg, hat eine Reihe von Bau-Unternehmungen im Lande ins Leben gerufen. In Haifa und Jaffa wurde mit dem Bau größerer Hotels begonnen. Ebenso wurdie der Bau von mehreren Privathäusern in Angriff genommen. Die Grundsteinlegung zum Hotelbau in Tel-Awiw ist sehr feierlich begangen worden. Sämtliche Führer und zahlreiche angesehene Bewohner sowie die Mitglieder der Zionistischen Palästina-Kommission wohnten der Feier bei. — Für die Bauten in Haifa ist ein Vertrag mit einer jüdischen Arbeitergruppe abgeschlossen worden. PALAEST1NA Mitteilungen des Palästina-Amtes der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Wir haben mit der Versendung der Fragebogen für die Registrierung der Auswanderer begonnen. Bei dieser Gelegenheit machen wir darauf aufmerksam, daß der Registrierung nur diejenigen Personen unterliegen, die ernsthaft bereit und entschlossen sind, nach Palästina zu übersiedeln. Es liegt uns daran, eine möglichst geschlossene Uebersicht über diesen Personenkreis zu gewinnen, aber auch nur über diesien Personenkreis. Darauf ihr Augenmerk zu richten, ist Pflicht der Palästina-Kommissare, wenn der mit der Registrie-