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Volk und Land · 1919-07-17 · Heft 29-30 (17.7.1919) · p. Seite 951-952

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Journal
Volk und Land
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 29-30 (17.7.1919)
Date
1919-07-17
Page
Seite 951-952 (sequence 32)
Language
German
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05t VOLK UND LAND --■=. ■=■ ■ 952 müssen mit den Erfordernissen und Möglichkeiten des | Landes in solcher Weise io Einklang gebracht werden, j daß sie aufs beste seinen sozialen Fortschritt und seine wirtschaftliche Entwicklung fördern. Unsere Aufgabe wird es sein, der privaten Initiative und dem privaten Unternehmungsgeist durch genaue Information und praktische Ratschläge den richtigen Weg zu weisen. Unsere Abteilung beabsichtigt deshalb, einen Auskunftsdienst einzurichten, der den Handels- und Industriebedingungen im Lande und den jeweilig geltenden Gesetzen und Bestimmungen über dieselben gewidmet ist. Diese Auskunftei wird zum Beispiel über folgende Punkte Information erteilen: a) Charakter, Qualität und Herkunftsort von Roh- Materialien und Waren, die bisher nach Palästina importiert wurden, sowie den gegenwärtigen Bedarf im Lande für solche Materialien und Waren. b) Zoll und Zollsätze und ihre Erhebung. c) Frachtkosten per Eisenbahn und Wasser. d) Schiffsverhältnisse usw. Sie wird sich ferner mit den Chancen für industrielle Tätigkeit in Palästina beschäftigen, sowie mit der Produktivität des Landes zu jeglicher Zeit. Um zu verhüten, daß private Unternehmungen mit einander kollidieren, was infolge der Unkenntnis lind Ungewißheit (der gegenwärtigen Lage in Palästina notwendiger Weise geschehen muß, wird ein Register aller privaten Unternehmiungen und Vorbereitungen für kommerzielle oder industrielle Tätigkeit angelegt werden. Die Abteilung für Handel und Industrie ersucht daher alle Zionistischen Landesverbände, unverzüglich eingehende Informationen über die folgenden Punkte zur Verfügung zu stellen: a) Die Art der Unternehmungen, die für geschäftliche Zwecke in Palästina gegründet worden sind (möglichst genaue Angaben über ihre spezielle Branche usw.). b) Die Formen ihrer Organisation (d, h. ob es das Unternehmen eines Einzelnen, eine kooperative oder eine Aktiengesellschaft ist). c) Das investierte Kapital (falls eine Aktiengesellschaft, wie viel gezeichnet und wie viel eingezahlt). d) Wo ist das bis jetzt eingezahlte Geld? e) Eingehende Details über persönliche und berufliche Eigenschaften der Gründer oder der gegenwärtig leitenden Persönlichkeiten. f) Geschäftsstatuten. g) Arbeitspläne für die nächste Zukunft. - 1. Der Ort, an dem das Geschäft errichtet werden soll. 2. Der Zeitpunkt (falls bekannt), an dem es eröffnet werden soll. 3. Erfordert das neue Unternehmen besondere Voruntersuchungen oder andere Informationen und werden solche Untersuchungen ausgeführt? 4. Liegen seitens der Behörden Hindernisse für die erfolgreiche Durchführung der Pläne des Unternehmens vor, und welcher Art sind diese Hindernisse? 5. Bedarf das Unternehmen irgendwelcher“ Erleichterungen? h) Hat die Initiative der Zionistischen Organisation Ihres Landes auf die Gründung des Unternehmens eingewirkt? Außer den erforderlichen Angaben über die in Ihrem Lande bereits fest geplanten Unternehmungen ersuchen wir Sie um Einholung folgender Auskünfte: 1. Ueber Personen, die Kapitalien in irgend einem Geschäftsunternehmen in Palästina anlegen möchten. Anzugeben ist: a) Betrag des Kapitals; b) Eventuelle besondere Bedingungen der erwünschten Einlage. 2. Ueber Personen, die ihre Kenntnisse und berufliche Erfahrung für den Wiederaufbau Palästinas verwenden wollen. Die Abteilung für Handel und Industrie wird alle einlaufenden Auskünfte über das Wirtschaftsleben in Palästina sammeln und dafür Sorge tragen, daß alle klarformulierten Anfragen über das Wirtschaftsleben und die Möglichkeiten des Landes durch Gutachten von Spezialisten beantwortet werden. Wir erwarten, daß die Zionistischen Organisationen in allen Ländern mit j größtmöglicher Beschleunigung die hier angegebenen i Aufgaben erfüllen werden und daß dies sowohl für die Wiedererweckung Palästinas, sowie für diejenigen, die sich dort niederlassen und geschäftlich betätigen wollen, als nützlich erweisen wird. Von den Chaluzim in Palästina Wie der palästinensische „Hapoel-Hazair“ meldet, j ist die erste größere Gruppe von 105 Chaluzim aus Polen in Palästina eingetroffen. Sie haben in einer feierlichen Demonstration ihre Fahnen zu dem Hapcef- Hazair-Heim nach Nachlath Benjamin gebracht und so auch demonstrativ den Zusammmenhang zwischen dem Hechaluz und dem Hapoel-Hazair bekundet. Von den 105 Chaluzim haben sich 101 sofort in die Listen des HapoeI-Haza.fr eingetragen. Palästinatagung in Warschau Am 23. und 24. Juni fand in Warschau eine Konferenz der jüdischen Palästina-Kolonisation- und industriellen Gesellschaften und Vereine in Polen statt. Der Zweck der Beratungen war, die Tätigkeit dieser in ganz Polen verstreuten Gesellschaften zu vereinheitlichen und zu organisieren und ferner eine Delegation dieser Vereine zu wählen, die schon in allernächster Zeit sich nach Palästina begeben soll, um die gegenwärtigen Verhältnisse im Lande zu studieren. An den Beratungen nahmen siebzig Delegierte von 38 Gesellschaften in Polen (16 kolonisatorische, 12 industrielle, acht gemischte, ein Handwerker- und eine Handelsgesellschaft) und Vertreter der Palästinaämter in Warschau, Krakau und Lemberg teil. Nach der Eröffnungsrede des Herrn Lewite legte Herr Farbstein einen genauen Tätigkeitsplan des Verbandes dar. Agronom Daskowsky referierte über die Kolonisationsarb'eit in Palästina. Nachher wurden die Beratungen in zwei gesonderten Teilen fortgesetzt. Die Vertreter der kolonisatorischen und der industriellen Organisationen hielten gesondert längere Sitzungen ab, wo in sachlicher und fachmännischer Weise die nächsten Ziele und Aufgaben der einzelnen Gesellschaften besprochen wurden. Das Thema: „Die soziale Frage in Palästina“ vereinigte' dann wieder sämtliche Delegierte zu einer gemeinsamen Besprechung. Ueber dieses Thema referierte Dr. Hausner aus Lemberg. Die Tagung der PalästmageseUschaften in Warschau bewies, daß im polnischen Judentum sehr weite Kreise in sachlicher Weise sich für die künftige Arbeit in Palästina vorbereiten. Die Hechaluzbewegung, die die künftigen ackerbautreibenden Elemente vorbereitet, und die KelonisaÜons- und lndustriegesellsehaften bilden zusammen bereits den festen Kern des bald zu gewärtigenden Emigrationsstromes der produktiven jüdischen Elemente aus Polen nach Palästina. Bajith -Wegan Die Misrachi-Landesorganisation in Palästina (Jaffa) teilt mit: Die durch uns gegründete Vereinigung „Bajith- Wegan“ hat den Zweck, in Jaffa ein Wohnviertel, bestehend in modernen Wohnungen mit Gärten zu errichten. Die Metropole Jerusalem, die Handelsstadt

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