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Volk und Land · 1919-07-17 · Heft 29-30 (17.7.1919) · p. Seite 949-950

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Journal
Volk und Land
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 29-30 (17.7.1919)
Date
1919-07-17
Page
Seite 949-950 (sequence 31)
Language
German
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VOLK UND LAND Q5Ö y44 Als Uebergangsstadium wäre solche Technik zweifellos denkbar. Nur äst es fraglich, ob die Wüste Sahara dabei dauernd eine Wüste bleiben würde. Ob man nicht vielmehr an Ort und Stelle die Energie zunächst einmal benutzen würde, 'um Wasser in das dürre Land zu pumpen und damit auch; dort eine Aera neuer Fruchtbarkeit zu begründen, die dann wiederum der restlosen Ausnutzung des Landes für die Aufstellung von Sonnenmotoren hinderlich sein dürfte. Sind wir aber erst einmal bis zu solchen Vermutungen gekommen, so verlassen wir den festen Boden der heute bereits gegebenen Tatsachen und ohne weiteres durchführbaren Konstruktionen und begeben uns auf das unsichere, aber reizvolle Gebiet der wissenschaftlichen Hypothese. — Aus dem Artikel „Die Welt ohne Kohlen“. Ein Zukunftsbild von Hans Dominik in Nr. 3958 (S. 490/91) der Leipziger „Illustrierte Zeitung“ (Verlag J. J. Weber). Gründung englischer Handelskammern in Palästina Wie „Egyptian Gazette“ vom 25. Juni 1919 mitteilt, sind in Jerusalem, Jaffa und Haifa Handelskammern gegründet worden. Der Vorsitzende der Jerusalemer Handelskammer, General Storrs, weist in einem Rundschreiben an die früheren Geschäftsleute Jerusalems bersonders darauf hin, daß die Handelskammern in keinem anderen Lande in so enger Berührung mit der Regierung arbeiten würden, wie in Palästina. Im Abschluß an diese Nachricht macht ein Kritiker in der „Egyptian Gazette“ vom 14. Juni den Vorschlag, man möge das von den Deutschen geübte System der Kassabezahlung nach Ankunft der Waren und das drei- bis sechsmonatliche Kreditsystem in Palästina fallen lassen und nur noch Kassageschäfte machen. Dem widerspricht der Einsender des Aufsatzes vom 25. Juni energisch, indem er sagt, daß man in Palästina an obiges System gewohnt sei. Wollten die britischen Firmen neue Methoden einführen, so werden Amerikaner und Neuträle alles tun, was in ihrer Macht steht, um sich die palästinensischen Märkte zu erobern. — Es ist auch nicht möglich, daß es den Deutschen gelingen wird, ihre Waren einzuschmuggeln. Die Handelskammern in Palästina werden imstande sein, den britischen Firmen jede Unterstützung zu gewähren. Saloniki als Freihafen Nach der „Deutschen Orient-Korrespondenz“ hat der griechische Ministerpräsident Venizelos de* Pariser Friedenskonferenz besondere Vorschläge unterbreitet, nach denen Saloniki unter griechischer Oberhoheit zu einem Freihafen gemacht werden soll, der dann in gleicher Weise den wirtschaftlichen Interessen Jugoslawiens, Bulgariens und Rumäniens dient. Um den Gütertransport aus Jugoslawien und Rumänien nach dem Hafen von Saloniki zu erleichtern, schlägt die griechische Regierung den Regierungen dieser beiden Staaten den Bau einer Eisenbahn zwischen der Donau und Saloniki sowie außerdem die Verbindung der großen Wasserstraße mit dem Hafen durch die Anlage eines direkten Kanals vor. Da die Kosten eines solchen Kanals aber sehr erheblich sein würden, soll versucht werden, durch! die Kanalisierung einzelner Strecken der Donau, der Save, der Morava und des Wardar den Wasserweg herzustellen. Bulgarien wird ferner anheimgestellt, einen direkten Schienenweg nach Saloniki anzulegen und außerdem die Kanalisation des Wardar durchzuführen. Geschäftslage in Mesopotamien Der Agent der Firma Wys. Müller & Co., London, sendet aus Bagdad folgende Schilderung der Geschäftslage in dem von der englischen Armee besetzten Gebiet: Trotz Einstellung der Feindseligkeiten herrschen noch nicht wieder normale Zustände, doch hat sich das Land finanziell erholt. Durch die Truppen ist eine Menge Geld hereingekommen, was auch den englischen KaufTeuten zum Vorteil gereicht... ‘Manche feind zu Wohl-- stand gekommen, andere dagegen haben an Bedeutung verloren. Zurzeit ist im türkischen Geschäftsleben jedenfalls Vorsicht geboten, da das gegenseitige Vertrauen noch nicht fest gegründet ist und die heftigen und plötzlichen Schwankungen der Preise die Hilfsquellen der /.alllungsfähigsten Firmen stark in Anspruch nehmen. Vor dem Kriege war Bagdad ein guter und stetiger Markt, und es ist anzunehmen, daß er seinen früheren Charakter wiedergewinnen wird. („Morning Post“ vom 3. Juli.) PALAEST1NA Aufruf! Am; 29. Juli 1919 feiert die Zionistische Organisation Max Nordaus 70. Geburtstag. Nach jahrzehntelanger Arbeit, hach großen, mit Aufbietung aller Kräfte geführten Kämpfen hat die zionistische Organisation die politische Unterstützung der Kulturwelt für die Realisierung des zionistischen Programms gewonnen. In diesen historischen Tagen gedenkt die zionistische Organisation in tiefer Dankbarkeit des Altmeisters der zionistischen Bewegung, des Freundes und Mitkämpfers Theodor Herzte, des Mitgründers der zionistischen Organisation, Max Nordaus, des größten jüdischen Volkstribunen, dessen sprachgewaltiges Wort von der Tribüne des zionistischen Kongresses aus in unvergeßlicher Meisterschaft dem1 um seine Anerkennung ringenden Zionismus Losung und Richtung gab und das Gewissen der Kulturwelt durch Mahnung und Anklage erschütterte. Aus der Periode der vorbereitenden Aibeit treten wir in die Periode großzügiger Verwirklichung unseres Ideals auf dem Boden von Erez Israel. Auf dem Boden von Erez Israel will die zionistische Organisation Max Nordau ein dauerndes Denkmal setzen. Nordaus Name soll mit dem Aufblühen Erez Israels verbunden sein. Das Aktions-Komitee der Zionistischen Organisation hat beschlossen, den Jüdischen Nationalfond mit der Schaffnug eines Werkes in Palästina zu beauftragen, das Max Nordaus Namen in würdiger Weise verkörpert. Der jüdische Nationalfond hat die Ausführung des Planes übernommen. Wir wenden uns an die gesamte Zionistische Organisation, an das gesamte jüdische Volk mit der Aufforderung, die Mittel für die Ausführung des Planes zu schaffen. ' Max Nordaus, auf dessen volle Mitarbeit die Zionistische Organisation auch für die Zukunft rechnet, soll sich an dem Gelingen erfreuen. Das Aktions-Komitee der Zionistischen Organisation So ko low. Weizmann. Die Handels- und Industrieabteilung bei dem zionistischen Palästina-Departement in London Das Kopenhagener Zionistische Büro berichtet: Die Abteilung für Handel und Industrie bei dem zionistischen Palästina-Departement in London versendet folgendes Rundschreiben: In dem allgemeinen Arbeitskomplex, der in allernächster Zeit zur Wiedererweckung und raschen Entwicklung des wirtschaftlichen Lebens in Palästina Tn Angriff genommen werden muß, wird natürlich ein beträchtlicher Teil auf 'die jmvate Initiative entfallen, und unsere nächstliegende Pflicht ist es jetzt, diesem Zweige der jüdischen Arbeit für und in Palästina die^ eingehendste Aufmerksamkeit zu Widmen. Die Abteilung für Handel und Industrie übernimmt als ihre spezielle Aufgabe denjenigen Zweig der Palastinaarbeit, der sich auf Handel und Industrie bezieht. Die Unternehmungen und Pläne privater Gruppen und einzelner Personen für die Einführung von industriellen und Handelsuntemehmiungen in Palästina

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