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Volk und Land · 1919-07-03 · Heft 27 (3.7.1919) · p. Seite 855-856

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Journal
Volk und Land
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 27 (3.7.1919)
Date
1919-07-03
Page
Seite 855-856 (sequence 16)
Language
German
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855 VOLK UND LAND 856 Ein Preisausschreiben Die Zionistische Vereinigung für Deutschland erläßt ein Preisausschreiben für zwei zionistische Propaganda- Broschüren. Die erste Broschüre soll unter dem Titel: „Das Programm des Zionismus“ die geistigen Grundlagen def Bewegung behandeln. Die zweite Broschüre soll unter dem Titel: „Die zionistische Bewegung“ die politischen sowie kulturellen Aufgaben und Leistungen der Zionistischen Organisation und ihrer Institutionen in Palästina und, im Galuth darstellen. Umfang jeder Broschüre höchstens drei Druckbogen. Für jede Broschüre wird ein erster Preis von 1000 M. und ein zweiter Preis von 500 M. ausgesetzt. Durch Verleihung des Preises erwirbt die Zionistische Vereinigung für Deutschland sämtliche Rechte am Manuskript. Es bleibt Vorbehalten, nur einen von beiden Preisen zu verleihen oder bei gleichwertigen Arbeiten beide Preise zwischen zwei Autoren zu teilen. Die Z. V. f. D. ist ferner berechtigt, nicht preisgekrönte Arbeiten zum Preise von 400 M. zu erwerben. Die Manuskripte sind ohne Nennung des Autors bis zum 1. September 1019 einzusenden. Gleichzeitig ist ein verschlossener Umschlag beizufügen, in dem sich Name und Adresse des Autors befinden müssen. Das Manuskript und der verschlossene Umschlag müssen ein gleichlautendes Kennwort tragen. Zu Preisrichtern sind die Herren Dr. Arthur Hantke, Rechtsanwalt Gronemann und Dr. Theodor Zlocisti bestimmt. Die türkische Regierung hat der Friedenskonferenz ein Memorandum vorgelegt, in dem sie ihre Gedanken über einen gerechten Und dauernden Frieden darlegt. Unter Berufung auf die 14 Punkte des Präsidenten Wilson verlangt die türkische Regierung das Recht der nationalen Selbstbestimmung für alle Bewohner des bisher türkischen Reiches, wobei sie den „statistischen Nachweis“ zu bringen versucht, daß in allen europäischen Provinzen der Türkei, sowie in’ Kleinasien, Syrien, Palästina und Mesopotamien eine große türkische Majorität besteht und hieraus den Schluß zieht, daß es eine Verletzung der Wiisonschen Fordejungen wäre, wenn irgendeine dieser Provinzen vom türkischen Reiche abgetrennt würde. In dem Memorandum wird den e'n zelnen Nationalitäten freie kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung zugesagt, ohne daß dieser Begriff im einzelnen bestimmt wird. Den arabisch sprechenden Provinzen soll eine größere Autonomie eingeräumt werden, doch ist auch diese nicht klar definiert. „Jewish Chronide“ weist in seiner Nuimmer vom 18. April darauf hin, daß zurzeit in Paris eine große Anzahl von Juden aus den verschiedensten Ländern versammelt ist, die alle von dem Wunsch, die jüdischen Interessen bei dient künftigen. Friedensvertrag zu schützen, dorthin geführt wurden. Die Zeitschrift fährt fort: „Wir wollen hoffen daß die jüdische Sache go gut geschützt wird, wie nur irgend möglich. Uns fällt jedoch die zufällige Art und Weise auf, in der diese Delegationen zusammengekommen sind. Sie sind, wenn wir so sagen dürfen, ein Gemisch jüdischer Atome. Das ist natürlich sehr charakteristisch für jüdische Bedingungen und Methoden und spiegelt getreulich die Situation des Judentums der ganzen Welt wider. Aber ist es zu viel erhofft, daß sich aus diesem Gemisch eine bestimmte ünd feste Organisation entwickelt, die für die Zukunft in gewissem Maße internationale jüdische Zusammenarbeit gewährleistet? Notwendig ist eine Liga der Juden .... Wir hoffen, daß die Delegationen in Paris nicht auseinandergehen werden, ohne eine permanente Körperschaft zu bilden, der bestimmte Aufgaben übertragen werden, besonders | das Recht und die Pflicht, repräsentative Juden aus j allen Ländern periodisch oder jedenfalls in dringenden Fällen zusammenzurufen.“ Wie „Hajnt“ meldet, befinden sich in der Armee des Gendrais Haller etwa 3000 Juden, vorwiegend galiziischer Herkunft. Diese gerieten seinerzeit als österreichisch-ungarische Soldaten in italienische Gefangenschaft, wo sie gemeinsam mit ihren polnischen Kameraden in die Haller-Armee in Frankreich eintraten. WIRTSCHAFT Die Palästinabank der Orthodoxen Bekanntlich hat die in Zürich stattgefundene Weltkonferenz der jüdischorthodoxen Verbände die Gründung einer Siedlungs- und Handelsbank für Palästina beschlossen. Als Hauptsitz waren London oder New York gedacht. Der Bankrat hat mit Rücksicht auf die jetzigen Verhältnisse und zwecks schneller Organisierung dieser Bank beschlossen, die Zentrale nach der Schweiz zu verlegen. Gleichzeitig sollen in den verschiedenen Ländern Bankinstitute gegründet werden, die aus Filialen dieser. Pa’ästinabank in der Schweiz, respektive als selbständige Unternehmungen gedacht sind und in enger Verbindung mit der schweizerischen Zentrale stehen sollen. Infolge des vorläufigen Sitzes der Zentrale in der Schweiz, sind die Statuten umgeändert und der schweizerischen Gesetzgebung angepaßt worden. Die Bank wird) den Namen „Jüdische Siedlungs- und Handelsbank für Palästina“ führen. Unter diesem Namen wird eine Aktiengesellschaft mit Zentrale in Zürich gebildet. Zweck der Bank ist: Unterstützung aller Unternehnehmungen in Palästina, die sich bestreben, Palästina im Geiste der Thora zu entwickeln. Das Aktienkapital besteht aus 100 0C0 Inhaberaktien zu je lOÖ Frcs. Alle Bekanntmachungen der Bankverwaltung müssen im offiziellen schweizerischen Handelsamtsblatt veröffentlicht werden. Alljährlich muß eine Generalversammlung stattfinden. Jede Aktie hat eine Stimme, kein Aktionär darf jedoch mehr als ein Fünftel aller Stimmen haben. Die Bankverwaltung besteht aus einem Verwaltungsrat von 15 bis 25 'Mitgliedern, die für drei Jahre gewählt werden. Jedes Verwaltungsmitglied muß mindestens zehn Aktien zeichnen. Bahnverbindungen in Palästina „ Die „Weltwirtschaftszeitung“ berichtet, daß das System der während des Krieges gebauten Bahnlinien zwischen Aegypten und der Bahn Jerusalem—Jaffa jetzt durch die Vollendung der Drehbrücke über den Suezkanal bei Kantara einen Abschluß erhalten habe. Hiermit ist endgültig die Bahnverbindung zwischen Afrika und, Asien hergestellt. Zwar ist die Spurweite noch etwas größer als in Syrien, doch wird dies voraussichtlich auf den Hauptstrecken bald geändert werden. * Maschinenbau. In Haifa ist die Gründung einer genossenschaftlichen Maschinenbauwerkstätte im Gange, _welche von einer kleinen Gruppe tüchtiger Ingenieure eingeleitet wird. Das bescheidene Anfangskapital von 1000 Pfund Sterling ist durch ein Darlehen der A. P. C. gesichert und! die Vorarbeiten werden bald aufgenomimen werden. * Technikervereinigung. ln Jerusalem fand eine Versammlung der dortigen Ortsgruppe der Vereinigung der jüdischen Techniker Palästinas statt. Es wurde beschlossen, die vom! Bezalel eingerichteten Abendkurse für Bauleiter und Bauzeichner

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