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Volk und Land · 1919-07-03 · Heft 27 (3.7.1919) · p. Seite 847-848

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Journal
Volk und Land
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 27 (3.7.1919)
Date
1919-07-03
Page
Seite 847-848 (sequence 12)
Language
German
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847 VOLK und LAND 848 jjiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiu | AUS POLITIK, WIRTSCHAFT UND PALAESTINA - ARBEIT | ^llllll!llll!llllllllilllllllllllllllll|lllllllllllill!lllllllllll!lllllllill!lillllllllllllllllllllllllllllllllllllll]|lllllllllllllilllllllllllllllllilllllllllllllllllllllllllIIIIIUllilllll!IIIIIIlllllllllllllllllllllllllllllllllllllllIIIllllllllllllllll lllllllllllIIIIIIIIIMIIIlllllllllllll 1111(7 POLITISCHES Erste Landeskonferenz des Hapoel ■ Hazai’r in Deutschland Vom 23.—25. Mai tagte in Berlin die erste Vorkonferenz des deutschen Landesverbandes der Zionist sehen vdkssozialistischen Partei Hapoel-Hazair. In Gegenwart von etwa 40 Delegierten Svurde die Konferenz von Herrn Reichert eröffnet. Die Beratungen gewannen dadurch an Bedeutung, daß sie den ersten Versuch im Galuth darstellen, die Zionisten, die auf dem Standpunkt des jüdischen Volkssozialismus stehen, Organisatorisch zusammen zufassen und der jungen Partei ein Programm zu geben, das ihr den Zusammenhang mit Palästina, von wo sie ihren Ausgangspunkt genommen hat, wahren und die Möglichkeit der Wirkung auf weitere Kreise im Galuth sichern soll. Das angenommene Programm ist als Entwurf zum Vorschlag für die Weltkonferenz gedacht und stand im Mittelpunkt (der Debatten. Von einem Teil der Delegierten wurde gefordert, daß die Partei in ihrem Programm eine klare Stellungnahme zur Internationale zum Ausdruck bringen und betonen solle, was den Hapoel-Hazair mit der Internationale verbindet, und was ihn von ihr scheidet. Die dahin gehenden Anträge wurden abgelehnt. Ein Referat von Dr. Max Strauß formulierte die Forderungen an den Palästina-Delegiertentag der zionistischen Vereinigung für Deutschland, die auf diesem mit 4 Aenderungen durch Zusatzantrag Blumenfeld und Genossen als Anträge der sozialistischem Arbeitsgemeinschaft angenommen wurden. Dem Organ des -Hapoel-Hazair „Die Arbeit“ soll nach dem Wunsch aller Delegierten - die größte Aufmerksamkeit geschenkt werden. Es wird als das wichtigste Werbeumd Au'klärungsmittel betrachtet, das geeignet ist, die breitere zionistische und auch dem Zionismus ferner stehende sozialistische Jugend in Deutschland für die Ideen des Hapoel-Hazair zu gewinnen. Für die größere Verbreitung der „Arbeit“ ist größtmöglichste Sorge Zu tragen. Auch auf die Broschüre von Arlosoroff: „Der jüdische Volkssozialismus“ sowie auf die demnächst im Weltverlage erscheinenden, vom Hapoel-Hazair herausgegebeneh Bücher (deren erstes: A. D. Gordon: Briefe aus Palästina, Welt-Verlag, Berlin 1919, inzwischen vorliegt) wurde nachdrücklidvst hingewiesen. Aussprachen über die Organisation zeigten die Wege zu neuer Arbeit. Dem Hechaluz, dessen Pioniergeist dem' Geist des palästinensischen Hapoel-Hazair sehr nahe verwandt sei, soll die größte Aufmerksamkeit und Unterstützung gewidmet werden. Er wird ausdrücklich als ein wesentlicher Teil d.er arbeitenden Massen, auf den sich der Hapoel-Hazair stützt, bezeichnet und seine Unterstützung Sowohl im Programm desi Hapoel-Hazair als auch huf dem Palästinadiel egiertentag der deutschen Zionisten nachdrücklichst gefordert. - Die Debatten zeigten durchweg das Bewußtsein der Verantwortung gegenüber dem jüdischen Volke und seiner jüdischen Heimat. Sie Zeigten das Bemühen, sich von der Galuthideologie nach Möglichkeit freizumachen und ihren Ideen eine neue entgegenzusetzen, die nicht dem Galuth, sondern Palästina ihren Ursprung verdankt und sich nur von der Rücksicht auf die Verhältnisse Palästinas und auf seinen Aufbau leiten läßt. Der Hapoel-Hazair ist in Deutschland in ständigem Wachstum begriffen. Bereits auf dem Palästina-Delegiertentag war er mit 39 Mandaten vertreten und bildete i mit 14 sonstigen sozialistischen Delegierten die sozia j listische Arbeitsgemeinschaft. j In dien geschäftsführenden Ausschuß des Waad Mer kazi wurden gewählt: Max Strauß als Vorsitzender, Arlosoroff, Grümblatt, Gugig, Alwin Löwenthalg Perl, Reichert, Ludwig Strauß, sämtlich in Berlin. Dem erweiterten Ausschuß gehören an: Martin Buber-Heppenheim, Ehrlich-Kattowitz, Daugilaitzky-Königsberg, Lewinsohn-Königsberg, Aenne Pomeranz-Elberfeld, Singermann-Breslau, Stahl-München. Das Redaktionskollegium besteht aus den Herren: Reichert, Samuel, Ludwig Strauß. Das Programm, das angenommen wurde, hat folgenden Wortlaut: Die schöpfe rischen Kräfte des jüdischen Menschen und des jüdischen Volkes sind an ihrer Auswirkung behindert durch seine Trennung vom Boden, der pro duiktiven Arbeit und der historisch nationalen Heimat und Kultur. 1. Die Ueherwinidung dieser Trennung ist nur möglich 1. durch die Schaffung einer geschlossenen Siedelung in Palästina, die das Zentrum des national-autonom organisierten Volkes darstellt und die Errichtung eines gesunden Wirtschaftskörpers und die volle Entfaltung nationaler Politik und hebräischer Kultur gestattet. Als die Grundlagen ihrer Politik betrachtet die Partei die Demokratie, die umfaßt: a) das Selbstbestimmungsrecht jedes Volkes in der Gesellschaft der Nationen und den Schutz dieses Selbstfcestimmungsrcchtes für die Minoritätsgruppen; b) das Mitbestimmungsre.ht jedes normal entwickelten Gliedes der Nation, des Einzelnen, der Kommunen und der Gesamtheit an der Gestaltung des Gemeinschaftslebens. — Die Partei kämpft für de Rechte der arbeitenden Massen mit den Mitteln politischer Demokratie, so lange die soziale Ungleichheit die Entfaltung ihrer politischen Kräfte Und damit die Verwirklichung der wahren Demokratie hindert. — Das gleiche demokratische Selbstbestimmungsrecht jedes einzelnen und jeder Minorität gilt ’ für die Partei auf kulturellem Gebiet. Auf deiner Grundlage erstrebt die Partei! die kompromißlose Hebraisierung des jüdischen Kulturleben® in, der Voraussetzung, daß die offizielle Landessprache für das jüdische Leben in Palästina von vornherein die hebräische ist. Das System der Bildungsanstalten muß jedem Individuum den Zutritt zu ihnen ermöglichen. 2. Durch die Befreiung der jüdischen Arbeit, die gewährleistet wird durch die Abschaffung des kapitalistischen Systems und1 die gesellschaftliche Regelung von Produktion und Verteilung. — Die Regelung der Wirtschaftsverhältnisse hat so zu erfolgen, daß keiner Klasse und keinem einzelnen die Ausbeutung 'der Arbeit anderer möglich ist. Dabei soll diese Regelung der Initiative den einzelnen Kommunen und der einzelnen schaffenden Persönlichkeit soviel Spielraum lassen, als es1 das Gernemischaftsinteresse erlaubt. Nicht durch eine mechanische Regelung von oben, sondern durch die organische Entfaltung, der miteinander verbundenen Arbeitenden und Arbeitsgemeinschaften soll von unten auf die nationale Wirtschaft gestaltet werden. 2. Zur Durchführung ihrer Ziele stützt sich die Partei insbesondere a) auf die arbeitenden Massen, d. h. die vom Ertrag ihrer eigenen Arbeit lebenden Schichten des Volkes, soweit sie national “und sozialistisch gesonnen sind; b) auf diejenigen Angehörigen anderer wirb

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