Volk und Land
- Journal
- Volk und Land
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 24 (12.6.1919)
- Date
- 1919-06-12
- Page
- Seite 759-760 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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759 Kurse und hebräische Kurse einrichten und Achawah-Ge- Seilschaften lür Genossenschaftsmitglieder in Palästina einrichten. Wegen aller Fragen soll es in enger Verbindung mit dem Misrad Awoda lischkat bleiben. Das Zentralkomitee soll die notwendigen Schritte zur Aufbringung eines Kolonisations-Arbeiterfonds tun. e) Es wird auf die Wichtigkeit der Einrichtung des Jüdischen Nationalfonds hingewiesen. ln weiteren Beschlüssen wrude ein jüdischer Weltkongreß auf demokratischer Basis gefordert. Ferner wurde ein Protest gegen die Pogrome eingelegt und die britische Labour Party, das internationale sozialistische Bureau und alle demokratischen Elemente zu einem Protest aufgerufen und zu dem Bemühen, die Friedenskonferenz zu veranlassen, ihren Einfluß zur Beendigung dieser Ausschreitungen aufzubieten. Ueber das englische Anti-Einwanderungsgesetz, das viele jüdische Arbeiterführer in eine gefährliche Lage bringt, sprach die Versammlung dir Bedauern aus. Es wurde gefordert, daß die galizischen Juden nicht länger als Landesfeinde in England betrachtet und in Konzentrationslagern gehalten werden. In das Engere Zentral-Komitee wurden Meyer, Krupenia, Barst, Traub, Taub und Posekow und1 als Sekretär Pomeranz gewählt. Das größere Zentralkomitee, das aus 17 Mitgliedern besteht, soll vierteljährlich zusammentreten. Auf einer Massenversammlung, die am Sonntag stattfand, sprachen Meyer, Kaplansky, Jochelmann und andere. Chasanowitsch und Kaplansky wurden als Delegierte in den Permanenz-Ausschuß der Internationale gewählt. WIRTSCHAFT Warenkataloge für palästinensischen Import Das Kopenhagener Zionistische Büro berichtet: Das Organ der englischen Handelskamfner veröffentlicht eine Aufforderung der Verwaltung des okkupierten feindlichen Gebietes (Abteilung für Süd-Palästina) zur Einsendung von Warenkatalogen für alle Waren, die zum Export nach Palästina geeignet sind. Interessierte können diese Kataloge in Jaffa, Haifa und Jerusalem einsehen; man hofft dadurch, Waren, die bisher aus Deutschland und Oesterreich kamen, durch englische Waren zu ersetzen. Diese Kataloge sollen möglichst in englischer, französischer und arabischer Sprache abgefaßt sein, ln erster Linie handelt es sich um landwirtschaftliche Maschinen und Geräte, Mühlen-Inventar, Motoren, Hauseinrichtungen, Küchenwaren, Papier- und Eisenwaren, Setz- und Buchbindermaschinen und Zubehörteile dazu, Schuhe, Chemikalien, Bürsten, Schreibmaschinen, Petroleum- und Gasapparate usw. PALAEST1NA Das Palästina-Amt in London Das Palästina-Amt der Zionistischen Organisation in London verbreitet folgende Mitteilung: An alle Zionistischen Landesverbände: Mit unserem Rundschreiben vom 18. April haben wir Ihnen bereits mitgeteilt, daß ein Zentralbüro der Zionistischen Organisation in London eingerichtet worden ist, das alle Palästina-Angelegenheiten bezüglich der Vorbereitung und Kolonisationsarbeit behandeln, und als eine zentrale Körperschaft für die Regelung der Auswanderung nach Palästina fungieren wird. Dieses Zentralbüro, das den Namen „Palästina-Amt der Zionistischen Organisation“ führen wird, ist in folgende Abteilungen gegliedert worden: 760 | a) Immigration, b) Finanzen, e) landwirtschaftliche Kolonisation, | d) Handel, Industrie, | e) öffentliche Arbeiten, 1 f) Arbeiterfragen, j g) legislative Maßnahmen und Reformen. ) Es ist beabsichtigt, daß das Palästina-Amt sowie 1 seine verschiedenen Abteilungen in engem Kontakt mit J allen Landesverbänden und allen zionistischen Körper- | schäften in Palästina und der Diaspora arbeiten sollen. Besondere Mitteilungen dieses Büros werden über die sofort zu unternehmenden Arbeiten Aufschluß geben. Alle Korrespondenzen sollen künftig Registernummenn tragen und an das Departement, in dessen Aufgabenbereich sie fallen, gerichtet sein. Einzelne Gegenstände sollen in besonderen Briefen behandelt werden. (gez.) Julius Simon. Die Einwanderung nach Palästina An alle Zionistischen Landesverbände. Zufolge eines Beschlusses der Londoner Zionisten- Kanferenz ist in London ein Zentral-PaJästias-Amt der Zionistischen Organisation vom Aktionskomitee errichtet worden. Dieses Palästina-Amt wird entscheiden, unter welchen wirtschaftlichen, administrativen und sonstigen Bedingungen die bevorstehende 'großzügige Palästina- Kolonisation stattfinden soll. Es wird auch als zentrale Körperschaft für die Regulierung und Organisation der jüdischen Einwanderung nach Palästina gelten und unter Zusammenarbeit mit anderen Körperschaften in Palästina und in der Diaspora sich bemühen, einerseits den Zeitpunkt zu beschleunigen, an dem die größtmögliche jüdische Einwanderung nach Palästina stattfinden kann, und andererseits dafür zu sorgen, daß diese in solcher Weise stattfindet daß sie dem Interesse des Landes und der Ansiedler am besten dient Dieser Zeitpunkt ist noch nicht gekommen. Die Einwanderung kann nicht beginnen, bevor systematische Kolonisationspläne nach ökonomischen, finanziellen und anderen Gesichtspunkten ausgearbeitet worden sind, was zum großen Teil auf Basis der Lösung der politischen Palästina-Probleme geschehen muß. Bis dahin sollte kein einziger 'Auswanderer nach Palästina kommen. Wir halten es für notwendig, das zu betonen und alle Gruppen und Einzelpersonen vor übereilten Maßnahmen zur Auswanderung zu warnen. Niemand sollte . in Hast seine Geschäfte liquidieren und sich zur Reise nach Palästina bereit machen. Eine voreilige, unorganisierte und übereilte Einwanderung birgt die größten Gefahren sowohl für die Einwanderer selbst wie auch für die ganze jüdische Zukunft in Palästina. Jeder Zionist und jeder Jude wird sich klar machen, daß jede verfrühte Einwanderung nicht 'nur seine eigene Zukunft, sondern auch die Zukunft anderer Einwanderer gefährdet. Die Zionistische Organisation ist sich der schrecklichen Bedingungen bewußt, (die gegenwärtig für die jüdischen Massen in fast allen Ländern Osteuropas Herrschen, und würdügt durchaus den Wunsch aller Klassen des jüdischen Volkes, sich so schnell wie möglich in Erez-Israel anzusiedeln. Die Organisation wird sich mit aller Kraft (und mit Hilfe aller ihrer Institutionen bemühen, so bald \vie möglich eine großzügige und systematische Einwanderung nach Palästina herbeizuführen. Wenn aber dieses Ziel erreicht werden soll, so müssen wir Geduld und Ausdauer haben und auf die unbedingte Wachsamkeit der Organisationen vertrauen. Die Selbstdisziplin, die von jeher die stärkste Stütze unserer Bewegung war, ist in diesen großen Tagen notwendiger als je kuvor. VOLK UND LAND