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Volk und Land · 1919-05-15 · Heft 20-21 (15.5.1919) · p. Seite 657-658

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Journal
Volk und Land
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 20-21 (15.5.1919)
Date
1919-05-15
Page
Seite 657-658 (sequence 27)
Language
German
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657 VOLK UND LAND 658 Grundkapital: In Franken In % Kapital in Boden. 1000 20,0 Kapital in Gebäuden. 2003 40,0 Wasserversorgung . 500 ) Baumpfianzting. 200 1 19.0 Umzäunung . 100 Gemüsegarten und Geflügelhof 150 | Insgesamt an Grundkapital 3950 79,0 Stehendes Betriebskapital: Lebendes Inventar . 900 | Totes Inventar . 100 21,0 Erstes Saatgut. 50 I Insgesamt an Betriebskapital 1050“ Insgesamt an Anlagekapital 5000 100,0 Bruttoertrag:*) Jährliche Wirtschaftsausgaben: 20 Dlinaml ä 50 Fr. oder 5 Dunam ä 200 Fr. 1000 UnterhaJt des Viehes 300 Fr., Saatgut 50 Fr.. Dünger 100 Fr., Reparaturen und Bewässerung 100 Fr., Steuern 50 Fr. . . 600 Reinertrag: 7. 400 Eine Arbeiterfamilie, die drei Viertel ihres Auskommens aus der Lohnarbeit bezieht, kann bei der Verwendung von 5000 Fr. für die Einrichtung einer kleinen Wirtschaft des eben geschilderten Typus aus derselben zur Deckung ihres Jahresbudgets etwa ein Viertel oder sogar ein Drittel herauswirtschaften, wobei sie aber das erste Jahr — eventuell auch das zweite — mit ihrem Verdienste auskommen muß. Die Verteilung des *) Unter dieser Rubrik sind die Einkünfte aus der Viehwirtschaft vergessen. Nach Oettingers „Methoden“ Seite 53 oben, betragen diese bei 2 Kühen 1300 Frcs. Um diese vermehrt sich der von Oettinger mit 218 Frcs. angesetzte Reinertrag auf 1518 FrCs. Reinertrages von 400 Fr. müßte folgendermaßen vorgenommen werden: a) ürundkapitalrente. 2 "<> von 1050 Fr. 30 Fr. b) Verzinsung und Tilgung des Gebäude kapitals, ä 4'*» von .>000 Fr. (entspre chend der gegenwärtigen Norm des J. N. F. in bezug auf Arbeiterheimstätten) 80 c) Verzinsung und Tilgung des übrigen An lagekap tals (6 "u von 1050 Fr. im Laufe von 36- Jahren) .• ■ 63 ,, Insgesamt 182 Fr. Es bleiben also vom Reinerträge zur Deckung des Jahresbudgets 218 Franken. Bei dieser Berechnung nehmen wir an. daß die Gebäude aus dem Arbeiterheimstättenfonds, der dem J. N. F. angegliedert ist, bercitgestelit werden, und der Boden aus den allgemeinen Beträgen des J. N. F. den Arbeitern in Erbpacht hergegeben wird. Ist der Arbeiter darauf angewiesen, die Hälfte seines Jahresbudgets aus seinem Bodenanteil zu beziehen, so muß derselbe selbstverständlich entsprechend größer se.n und müssen auf die Begründung der Wirtschaft demgemäß größere Summen verwendet werden, b‘s man zu der für die Einrichtung einer vollen Kolonisten Wirtschaft nötigen Summe gelangt. Halbbauernstellen oder Arbeiterheimstätten im erweiterten Sinne dieses Wortes können ihrer Natur nach nicht als selbständige Siedlungen angelegt werden, sondern stets nur im Anschlüsse an größere Kolonien oder Domänen mit entsprechender Arbeitsgelegenheit. Die Zahl der Heimstätten hängt von diesem Faklor ab und darf nicht übertrieben groß werden, wenn man den Arbeitern ihren wirtschaftlichen Aufstieg nicht gar zu schwer machen will. Es wäre auch verkehrt und würde zu keinem Ergebnis führen, wenn man den Typus und die Größe eines Arbeiterheimstättenbetriebes für volle Kolonistenwirtschaften verwenden wolLe. Dieser Typus muß eben unbedingt durch die Möglichkeit des Nebenverdienstes in der nächsten Nähe ergänzt werden. — AUS POLITIK, WIRTSCHAFT UND PALAESTINA - ARBEIT POLITISCHES Das Ziel des Zionismus wie es im Denken der jüdischen Massen noch lebendig ist, weiß Dr. Julius Becker sehr treffend in Erinnerung zu bringen, wenn er in einem sehr lesenswerten Aufsatz: „MaximaHstischer Zionismus“ (Neue Jüdische Monatshefte, Nr. 13) schreibt: „Die Begründer des Zionismus, vor allem sein erster großer Führer Theodor HerzI, wußten sehr genau, was sie taten, als sie nur ein Ziel dem Zionismus stellten: Palästina dem jüdischen Volk als öffentlichrechtlich gesicherte Heimstätte wiederzugewinnen. Erst die Kommentatoren und Interpreten in den langen Jahren, da für die Wiedergewinnung des Landes anscheinend nichts getan werden konnte, haben andere Aufgaben hinzugebracht, weil das eine ferne Ziel „Palästina“ zu wenig schien, um eine große Bewegung dauernd zu beschäftigen. Heute, wo das Ziel plötzlich greifbar nahe vor uns steht, da erkennen alle, nein fast alle, daß an praktischer Vorbereitungsarbeit viel zu wenig geschehen ist, daß dieses überaus umfangreiche Gebiet der Vorarbeiten für eine so riesenhafte kolonisatorische Aufgabe noch kaum recht in Angriff genommen ist. Alle Zionisten in anderen Ländern erkennen das und natürlich eine große Zahl auch in Deutschland. Gerade hier aber, wo man infolge des Ganges der politischen Ereignisse ohnehin ein wenig in der nicht zu leugnenden Gefahr ist. auf die Outsider-Seite zu geraten, hat man Zeit und Energie, um ausgerechnet jetzt, wo die Praxis einer ungeheueren Arbeit alle Fähigen fordert, nationalistische Doktorfragen in Volksversammlungen zu erörtern. . . Poale-Zion und die kommunistische Internationale Die „Freie Tribüne *, das Wiener Organ djr Poa’e- Zion, veröffentlicht die Resolution, die auf der ersten Tagung der österreichischen Poale-Zion angenommen wurde. Man beschloß dort: 1. Die jüdische sozialistische Arbeiterpartei „Poale- Zion stellt sich in cke Reihen des für die soziale Weltrevolution kämpfenden deutsch-österreichischen Proletariats, welches auf dem Boden der dritten kommunistischen Internationale steht. 2. Die Abberufung sämtlicher Parteivertreter aus allen allgemein jüdischen öffentlich-rechtlichen nlstitutionen. 3. Die Verurteilung jeder Koalition mit den jüdischen bürgerliche i Kassen. 4. Die Organisierung der breiten jüdischen Arbeiter-

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