Volk und Land
- Journal
- Volk und Land
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 10-11 (6.3.1919)
- Date
- 1919-03-06
- Page
- Seite 349-350 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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349 VOLK UND LAND 35Ö || - - PALAEST1NA-ARCHIV*) ^|jj ^iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiMiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii!iMiiii!iii>iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii'iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiimmiiii!mii iiiiiiimiimimiimmiiimmiiiiinmmmß Erdnuß. ln Indien hat die Kultur der Erdnuß (Arachis) in letzter Zeit großen Umfang angenommen. Im Jahre 1913/14 betrug die Anbaufläche 2,1 Millionen Acres. Der ungefähre Ertrag macht 1 Tonne vom Acre aus. Die Ausfuhr Indiens betrug 1913/14 (Höchstziffer): Menge Wert in £ Erdnüsse 5,6 Millionen cwts. 3 300 000 Erdnußöl 288 000 Gallonen 30 030 Erdnußkuchen 1,3 Millionen cwts. 260 000 Die Erdnußkuchen wurden vor dem Kriege in England mit 6—7 £, in Amerika mit 30 Dollar für die Tonne verkauft und als Viehfutter verwendet. Auch die Pflanze selbst liefert ein, vorzügliches Viehfutter. Die papierähnlichen Schoten, die den Samen enthalten, können zum Stopfen von Matratzen und Polstern verwendet werden und möglicherweise auch Zellstoff (55 v. H.) für die Papierherstel.ung liefern. Wenn die Schoten als Heizmaterial benutzt werden, bildet die Asche, die reich an Phosphaten ist, ein gutes Düngemittel. In Nordamerika wird in letzter Zeit in steigendem Maße Butter aus Erdnuß (Pea-Nut-Butter) fabriziert. Daß der Anbau der Erdnuß bei dem Futtermangel Palästinas von großer Bedeutung ist, ist schon an anderer Stelle hervorgehoben. (Vgl. Trietsch: Jüdische Emigration und Kolonisation, S. 367.) Jugendliche Landarbeiter. Nach Kanada gingen 1913 etwas über 2603 englische Jungens im Alter von bis zu 15 Jahren, um in der Landwirtschaft Arbeit zu finden. Seitens der Farmer lagen 33 500 Gesuche vor, ihnen einen der jungen Burschen zuzuweisen. Obwohl viele dieser jugendlichen Einwanderer aus den a'leruntersten Schichten der britischen Bevölkerung stammen, zeigen die Berichte des besonderen Inspektorats, dem diese Einwanderung untersteht, nur ein Prozent unbefriedigende Ergebnisse. Künstliche Bewässerung in Cypern; Die beiden Stauwerke in Kouklia und Synkrasi geben andauernd befriedigende Resultate. Sowohl Getreidewie Baumwollkulturen werden erfolgreich daraus bewässert. In dem Reservoir von Kouklia wird auch Fischzucht betrieben. Der Regierungsanteil aus dem Fang ergab 86 Pfund Sterling; die Fische wiegen bis über 3 kg. Erfolge der Bodenbewässerung. Die künstliche Bewässerung des landwirtschaftlich bewirtschafteten Bodens kann nach den einschlägigen Arbeiten Professor E. Krügers in Poppelsdorf bewirken, daß sich die Reinerträge mehr als verdoppeln. Es könnte auf diese Weise gelingen, uns vom Auslande unabhängig zu machen^ Neben dem1 Wasser der Flüsse und sonstigen Wasserläufe kommt für die Bewässerung des Bodens das Wasser der in erfreulicher Zunahme begriffenen Staubecken und das Abwasser der Ortschaften in Betracht. Von besonderer Wichtigkeit ist die Bodenbewässerung für unsere Viehzucht, da sie auch in Zeiten von Trockenheit und Dürre eine hinreichende Heuernte gewährleistet. (Weltwirtschaftszeitung.) Künstliche Bewässerung. - Bodenpreise. Mit Hilfe künstlicher Bewässerung wird jetzt auch in der Kapkolonie versucht, auf günstig gelegenen Ländereien von extensiver zu intensiver Wirtschaft überzuehen. Eine der neuesten Arbeiten auf diesem Geiete ist die Errichtung eines Stauwerks am Klip River, einige Kilometer nördlich von Vereeniging. Dort soll das bewässerbare Land in Parzellen van je vier Acres (1,6 Hektar) geteilt und zu günstigen Zahlungsbedingungen abgegeben werden. Der Bodenpreis soll sich nach Durchführung der Stauwerke uswf. auf 500 M. per Acre belaufen, und der Preis der Parzellen soll in monatlichen Raten, die sich über zehn Jahre erstrecken, beglichen werden, so daß nur etwa 17 M. pro Monat zu zahlen sind. In Anbetracht des guten Klimas und der gebotenen Vorteile ist dieser Bodenpreis sehr mäßig zu nennen, und man erwartet infolgedessen einen großen Aufschwung der — hier und anderwärts in der Kapkolonie — durch Wasserwerke ähnlicher Art erschließbaren Ländereien. Der Anbau des Johannisbrotbaums. Mit Recht zieht der Johannisbrot- oder Karubenbaum immer mehr die Aufmerksamkeit auf sich, da seine Früchte von nicht zu unterschätzender Bedeutung als Viehfutter in einem Lande sind, wo die Futterproduktion und die Wiesenkultur so sehr vom RegenfaU abhängen und von Jahr zu Jahr wechseln. Die Johannisbrotbäume gedeihen in Algerien urild; um die Pfropfung zu fördern, verteilte der algerische Landwirtschaftsausschuß Pfropfreiser an die Kolonisten und gleichzeitig eine Prämie von 50 Centimes für jeden gepfropften Baum bis zu einem Höchstbetrage von 150 Frcs. an den einzelnen Pflanzer. Der Anbau beschränkt sich im großen ganzen auf die Umgebung von Bougie. Die von den gepfropften Bäumen erzielten Früchte stehen an Wert ungefähr den Karuben von Kreta und Cypern gleich, ln gewöhnlichen Zeiten zahlte man für 100 Kilo Früchte der gepfropften Bäume 10—15 Frcs., für die des wilden Baumes 3—4 Frcs. weniger. Gegenwärtig erzielen 100 Kilo bis zu 30 Frcs. In Algerien und Tunis zusammen stellt sich der Jahresverbrauch auf etwa 2000 Metertonnen Johannisbrot. Als Einfuhrländer kommen hauptsächlich Frankreich und Großbritannien in Betracht, doch wrurden auch kleinere Posten nach Spanien, Marokko und den Vereinigten Staaten versendet. Die Ausfuhr hat während der letzten sechs Jahre nur wenig geschwankt und ist auch seit dem Kriege nur um ein geringes zurückgegangen. Die Regierung tut ihr Möglichstes, um den Anbau zu fördern; Italien, Syrien, Cypern, Kreta, Malta und Sizilien, die alle ein ähnliches Klima haben, bauen den Karubenbaum in weit größerem Maßstab an und benutzen die Fmdht sowohl zur Volksnährung wie als Viehfutter. Gleichwohl sind sie in der Lage, große Mengen zur Ausfuhr zu bringen, so werden z. B. in verschiedenen ländlichen Bezirken bei Marseille in großen landwirtschaftlichen Betrieben die Rinder mit getrockneten Karuben aus Sizilien gefüttert, selbst Pferde nehmen sie recht gern. Es würde sich wohl lohnen, fachmäßige Untersuchungen über die Verdaulichkeit der Frucht für die. verschiedenen Tiere vorzunehmen und auch Vergleiche zwischen den einzelnen Sorten Karuben anzustellen, um ihren Wert nach Herkunftsland und Reite zu ermitteln. Nach vor längerer Zeit gemachten Analysen scheint das Alter und die Reife des Johannisbrots einen bedeutenden Einfluß auf seinen Nährwert zu *) Die hier in verarbeiteter oder unverarbeiteter Form veröffentlichten Materialien stehen immer in irgendeiner Beziehung zu den Fragen jüdischer Kolonisation im Orient und sollen der Information und der Anregung nach den verschiedensten Seiten dienen. Sie sind den Sammlungen des von der „Jüdischen Gesellschaft für die wirtschaftliche Erschließung Palästinas“ angelegten Palästina-Archivs entnommen, aus dem Mitglieder sich jederzeit informieren können.