Volk und Land
- Journal
- Volk und Land
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 10-11 (6.3.1919)
- Date
- 1919-03-06
- Page
- Seite 293-294 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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203 VOLK UND LAND 204 bekka“, so daß Esau seinen Eltern zuliebe noch als dritte Frau eine Tochter Ismaels nahm. Die Völker und Rassenscheide aber war, wie noch heute, so zu allen Zeiten, der Taurus. Immerhin kann nicht übersehen werden, daß der König David, der ursprünglich wie ein Häuptling von Freischaren sich im Lande eine Stellung verschaffte, von ausländidischen Freibeutern umgeben ist. Darunter sind Kreter oder Karer und Philister, dazwischen aber auch Hetiter. Werden doch unter seinen Getreuen Urija und Achimelech genannt, die beide hetitischen Stammes sind. Der Name Urija ist ebenfalls hetitischen Ursprungs. Aber wir sehen auch, daß David nur in seiner unsteten ersten Periode diese fremdländischen Krieger an sich gezogen hatte. Nachher schafft er den heimischen Heerbann. Denn in der salomonischen Zeit sind ausdrücklich die Israeliten die kriegstüchtige und waffentragende Mannschaft, während der König die noch vorhandenen Und deutlich erkennbaren Nachkommen der fremden, mit den Hetitern verwandten Rassen zu Fronsklaven erniedrigt. Wenn von gewisser Seite die Amoriter ebenfalls zu Vorfahren von Juden gemacht werden und insbesondere der blonde und blauäugige Typus der Juden auf sie zurückgeführt werden soll, so liegt hier bewußte Tendenz vor. Es soll Geschichte „gemacht“ werden. Man will Gestalten wie David und den Heros eponymos des Christentums entjuden. Von den Amoritern wissen wir nämlich gar nichts, und man kann deshalb von ihnen nichts oder alles behaupten. Die Namen Amurru und Martu in den Inschriften sind keine völkische, sondern eine geographische Bezeichnung. Der heutige jüdische Typus erinnert im Geiste an die auf assyrischen Denkmälern dargestellten Krieger und Könige. Aber auch die Bilder, die Israeliten selbst darstellen sollen, zeigen uns, daß derselbe Typus, der heute als der jüdische in die Erscheinung tritt, schon in alter Zeit der hebräische war. Die Bilder von Jehu, dem Könige von Israel, und dessen Begleitern, die dem Könige von Assyrien huldigen und Tribut bringen, auf den schwarzen Obelisken des Salmanassar haben jüdische Gesichter. Nur muß' man verstehen, von der Tracht abzusehen, und auch nicht vergessen, daß uns auf all diesen Darstellungen Seitenbilder mit pach vorn gerichteten Augen erscheinen. Im allgemeinen haben die heutigen Juden breite Mittelschädel und zum Teile Breitschädel. Diese letzteren bilden Vs aller jüdischen Köpfe. Die übrigen sind mesokephal, und nur verschwindend wenig dolichokephal. Zu“ diesen gehören aber auch die jemenitischen Juden, die ln ihrem Typus zwar ganz und gar von den sie umgebenden Südarabern abweich£n, aber um so auffälligere Aehnlichkeit mit den langschädligen Nordarabern zeigen. Sie gehen also offenbar auf eine Mischung von Juden und Arabern zurück, die aber zu einer Zeit erfolgt sein muß, als in Südarabien der jetzige nordarabische Menschenschlag noch der vorherrschende war. Ehe scheinbare Äehnlichkeit, die der Europäer bei seinen Besuchen in Jerusalem zwischen den dortigen Stadtarabern und den Juden feststelit, beruht oft genug auf seiner eigenen Unkenntnis. Er hält nämlich die Tausende von orientalischen Juden für Araber und kommt bei seinem Vergleiche dieser Typen mit denen der aschkenagischen des Orients und der europäischen Juden zu dem natürlichen Resultat, daß sie völlig gleich sind. Er vergleicht eben, ohne dessen bewußt zu werden, Juden mit Juden. Der Jude gehört zwar der dunkleren Klasse der mittelländischen Völkerfamilie an, hat aber doch 5 bis höchstens 30 o/o Blonde unter sich. Eine besondere jüdische Erscheinung ist die häufige Verbindung von schwarzem Haar mit blauen Augen. Sudanesische Araber erkennen oft genug den Juden eben an seinen blauen Augen. Ganz besonders oft erscheint die Verbindung von hellerem Barte mit dunklerem Haare. Die größere Häufigkeit blonder jüdischer Typen in Ländern mit vorwiegend blonder Lande-bjvoll erurg beruht darauf, daß die jüdische Minderheit sich von den Schönheitsidealen der Umgebung beeinflussen lä 1t und infolgedessen Juden bei der Wahl ihrer Gattinnen den blonden jüdischen Typus bevorzugen. Es ist derselbe Zug, der sich bei jüdischen Künstlern zeigt, die sich vom Geschmack ihrer Umgebung nicht freizumachen vermögen. Die Zunahme der blonden Juden unter vorwiegend helläugiger und blonder Bevölkerung beruhe also ment auf Mischung, sondern auf natürlicher Zuchtwahl. Der Jude, der zumeist mittelgroß ist und dessen. Rumpf im allgemeinen nicht .kleiner ist als der einer höher gewachsenen Bevölkerung, hat verhältnismäßig kurze Gliedmaßen. Er zeichnet sich durch individuelle Gesichtszüge aus. Wenn man mit seiner frühen Pubertät eine weibliche Eigenart seiner Natur hat begründen wollen, so ist diese Beobachtung nicht richtig. Schon der starke Bartwuchs des Juden steht dem entgegen. Nur den Jemeniten und den Falaschas in Abessinien, die stark mit anderen Stämmen gemischt sindr fehlt dieser starke Bartwuchs. Er gehört aber geradezu zum Schönheitsideal des Stammes. Im Talmud wird Rabbi Jochanan als ein besonders schöner Mann gerühmt. Aber wiederholt wird hervorgehoben, daß Rabbi Abahu schöner war, schön wie der Stammvater Jakob, schöner als Rabbi Jochanan, weil er einen würdigeren Bart batte. De Schönheit der Jüdinnen, die sich zum großen Teil ebenso reizender Gesichter wie graziöser Figuren erfreuen, hat zu allen Zeiten und in allen Ländern auch den, Beifall der umgebenden, oft feindlichen Bevölkerung gefunden. Es wäre aber ein völliges Verkennen der Tatsachen, wenn man von dem jüdischen Typus schlechthin sprechen wollte, ohne festzustellen, daß es nicht nur eine einzige oder einige wenige, sondern eine ganze Reihe von unverkennbaren jüdischen Typen gäbe. Sie unterscheiden sich untereinander auf das allerschärfste. Jener Typus, dessen die Witzblätter sich mit Vorliebe bemächtigen, ist nur ein einziger, und zwar der allerseltenste, es ist jener alarodisch aussehende Schlag, den Luschan aus hetitisdier Abkunft erklärt wissen will. Es gibt bei den Juden schmale und breite, gerade und krumme, kurze und lange Nasen, es gibt starke Lippen und ebenso ganz schmale, es gibt gewölbte, hohe und niedere Stirnen, neben starken, buschigen und breiten Brauen erscheinen ganz schmale in feingezogenen gewölbten Bogen, kurzum, der Gesichtsausdruck kann ein ganz verschiedener sein. Und doch existiert unter allen diesen Typen eine solche be-