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Volk und Land · 1919-03-06 · Heft 10-11 (6.3.1919) · p. Seite 291-292

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Journal
Volk und Land
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 10-11 (6.3.1919)
Date
1919-03-06
Page
Seite 291-292 (sequence 4)
Language
German
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291 202 VOLK und LAND aus der mesopotamischert Heimat und schließen Ehen mit ihren aramäischen Familienangehörigen. Rebekka, Isaaks Gemahlin, ist die Tochter des allernächsten Verwandten, und Rahel und Lea, die Jakob als seine Gattinnen heimführt, sind die Töchter seines Oheims Laban. Als ihr Sohn Esau Frauen aus dem Stamme der Hetiter heimführt, da jammert Rebekka: „Ich habe Ekel an meinem Leben wegen der Töchter des Heth (Lheth). Sollte auch Jakob sich ein Weib von den Töchtern Heths wie diese da von den Töchtern der Landesbewohner nehmen, was sollte mir das Leben!“ In schärferer Weise kann die Genealogie die Rasseeinheit und Rassereinheit gar nicht betonen. Die Hebräer sind die Nachkommen der in sich geschlossenen Familien. Und soweit Söhne der Stammeshäupter fremde Ehen eingehen, scheiden deren Nachkommen aus der Stammesgeschichte aus. Die Nationalgeschichte wird auf die stammesreinen Nachkommen der alten Vorfahren zurückgeführt. Die Frage, welcher Rasse die Ibrim angehörten, wird durch ihre Zugehörigkeit zum semitischen Sprachstamme nicht entschieden. Sprachstamm und Rasse sind kaum irgendwo als identisch zu behandeln. Sprachlich sind die Semiten in hohem Maße einheitlich, Der Sprachstamm hat solche Eigentümlichkeiten ausgeprägt, daß er immer zu erkennen ist. Nach dieser Richtung erscheint er als ein überaus geschlossener. Selbst die äußersten Ausläufer der semitischen Sprachfamilie haben außerordentlich viel Gemeinsames im Sprachbau und im Sprachmaterial mit dem Grundstöcke des Stammes. Die einzelnen Sprachen aber stehen sich im allgemeinen so nahe wie eine einzelne Gruppe innerhalb der indogermanischen Sprachfamilie unter sich. De Eigentümlichkeit, die Sprachwurzeln aus drei Konsonanten zu bilden, zeigt einen so einheitlichen Sprachgeist und eine so gleichartige Entwicklung, daß hier gar kein Zweifel an der engen Geschlossenheit des Sprachstammes möglich ist. Und doch klafft eine unüberbrückbare Kluft zwischen dem semitischen Sprachstamm und der Rasse, der diese Stämme angehören. Denn die semitischen Völker bilden auch, wenn wir sogar von den stark gemischten Abessiniern absehem, keineswegs einen einheitlichen Stamm. Nordsemiten und Südsemiten sind rassehaft verschieden. Die heutigen Bewohner der nördlichen Hälfte der arabischen Halbinsel sind nach allen bisherigen Beobachtungen Jangschädlig. Bei den Juden aber bilden die Dolichokephalen kaum V20 der Gesamtseelenzahl. Sie sind im allgemeinen mesokephal, neigen aber so stark zur Brach) kephalie, daß ihre breiten Häupter einen vollen Gegensatz zu den langen Schädeln der nordarabischen Beduinen bilden. Und doch sind gerade diese beiden Stammesgruppen der Juden und der Nordaraber die typischen Vertreter des semitischen Sprachstammes. Wir sehen also, daß auch hier, wie zumeist, Sprachstamme und Rassen nicht identisch sind. Wäre die Sprache ein ausschlaggebender Beweis für die Zugehörigkeit zu einer Rasse, so müßten die schwarzen und gemischten Einwohner von Haiti und San Domingo Franzosen sein. An ihrer französischen Sprachzugehörigkeit ist nicht zü zweifeln. Die Neger Nordamerikas sprechen englisch, die Indianer Mexikos spanisch. In die englische Sprache ist das romanische (französische) Element zwar von Frankreich aus hineingetragen worden, aber, wie wir zufällig aus der Geschichte genau wissen, durch ein rein germanisches Volk, die Normannen. In Holländisch-Guyana gibt es am oberen Laufe des Saramaaka einen Stamm von Buschnegern, die sich dort selbständig entwickeln. Ihre Sprache führt den Namen Dschoetongo. Aber diese gemischte Judensprache, die sie reden, und die ein mit hebräischen Worten durchsetztes Juden- Portugiesisch ist, macht sie weder zu Juden noch zu Portugiesen. Ihre Vorfahren waren als Sklaven nach Surinam gekommen und haben, während sie in den Pflanzungen jüdischer Plantagenbesitzer arbeiteten, die Sprache ihrer Herren angenommen und sie beibehalten, als sie später ihre Freiheit erhielten. Sie wohnen jetzt im Innern des Landes, sind ein reines Negervolk und sprechen die Dschoetongo (J ew-Ton go), während ihre Herzen längst das Juden-Portugiesisch mit dem Holländischen vertauscht haben. So kann man nirgends ohne weiteres von der Sprach-Zugehörigkeit auf Rasse und Abstammung schließen. Felix von Luschan führt die Abweichung des jüdischen Typus von dem arabischen auf die Verunechtung der jüdischen Rasse durch die hetitische Beimischung zurück. Die Hetiter sollen den Juden den allarodischen oder armenoiden Typen gebracht haben. In der Tat ist eine Aehnlichkeit zwischen gewissen jüdischen und armenischen Typen nicht zu leugnen. Wer aber lange Zeit im Orient mit Juden und Armeniern gleichzeitig verkehrt hat, wird sich durch diese Aehnlichkeit nicht täuschen lassen. Denn nur bei einem ganz geringen Prozentsätze von Juden ist dieser Armenoidentypus vorhanden. Im allgemeinen stehen sich zwar diese Typen nicht allzu fern, sind aber doch sehr gut voneinander zu scheiden. Die Hetiter, die voreinst einmal ein großes Reich in Vorderasien besessen haben, dessen Mittelpunkt im Boghasköj durch glückliche Entdeckungen freigelegt worden ist, sollen nach Luschan und dessen Anhängern eine so große Menschenmenge bis nach Palästina vorgeschoben haben, daß die heutigen Juden in Wahrheit mehr ihre -Nachkommen seien, als die der hebräisch - aramäischen Einwanderer, die nach der biblischen Ueberlieferung von Mesopotamien her nach Kanaan eingewandert sind. Aber die Hetiter haben in dichteren Scharen eben nur in ihrem Hauptsitz in Kleinasien gesessen. Von dort aus haben sie sich gewissermaßen wellenförmig vorgeschoben, und diese Wellen wurden um so schwächer, je weiter sie sich von ihrem Ursprungslande entfernten. Auf diese Weise ist die hetitische Beimischung im Libanon stärker gewesen als im Reiche Israel und in diesem noch mehr bemerkbar als in dem ganz südlichen Jehuda. Ohne uns darauf einzulassen, in welchem Verhältnisse die Hetiter der Bibel, die Cheta der Aegypter und die Chatti der Keilinschriften zueinander stehen und ob sie miteinander völlig gleichzusetzen sind, so steht doch das eine fest, daß das große hetitische Reich seine eigentliche Südgrenze im Libanon hatte, und daß. also gerade das Land Israel von einer starken hetitischen Besetzung freigeblieben ist. Als der entartete Sohn Esau zwei Hetiterinnen heiratete, „waren sie ein Herzensbittemis für Isaak und Re-

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