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Volk und Land · 1919-02-20 · Heft 8-9 (20.2.1919) · p. Seite 277-278

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Journal
Volk und Land
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 8-9 (20.2.1919)
Date
1919-02-20
Page
Seite 277-278 (sequence 29)
Language
German
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277 VOLK UND LAND 275 iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiüiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiMiiiiiimiiiiimiiiiiimiiimmmiiiiiiiiiiiiiniiiiiMiiimimiiii AUS POLITIK, WIRTSCHAFT UND PALAESTINA - ARBEIT POLITISCHES Das Judentum als Faktor der Weltpolitik Im „Tag“ schreibt Prof. M. Sobernheim zur jüdischen Frage folgendes: „Zu den vielen weltpolitischen Fragen, die dieser Krieg aktuell gemacht hat, zählt die Judenfrage. Vor dem Kriege haben sich nur die wenigsten politischen Faktoren mit ihr beschäftigt, und nur, wenn im Osten Pogrome stattfanden, wurde die Aufmerksamkeit weiterer Kreise auf diese Frage gelenkt. Im Verlaufe dieser Kriegsjahre ist jedoch die Bedeutung der jüdischen Frage zum Bewußtsein der internationalen Oeffentlichkeit gelangt, und durch eine äußerst energische und erfolgreich geführte Politik haben es die politischen Führer des Judentums, vor allem der zionistischen Organisation, verstanden, das Interesse auf die jüdischen Probleme zu lenken. Bekanntlich haben verschiedene Regierungen bereits vor einiger Zeit Erklärungen über diese Frage abgegeben, vor allem über die Forderungen des Zionismus nach der Schaffung eines jüdischen Zentrums in Palästina. England und die Ententestaaten haben diese Forderung anerkannt, und auch Deutschland und Oesterreich haben, allerdings in einer durch das Bündnis mit der Türkei gebotenen vorsichtigeren Fassung, sich zustimmend zu diesem Verlangen ausgesprochen. Nach den Meldungen, die in den letzten Wochen über diese Angelegenheit hierher gelangt sind, scheint es festzustehen, daß tatsächlich auf der Friedenskonferenz das Ideal der Zionisten verwirklicht und ein jüdisches Palästina geschaffen werden wird; in welchen Formen dies geschehen wird, läßt sich noch nicht klar übersehen. (Scheinbar wird England irgendwie die Oberhoheit über Palästina für sich in Anspruch nehmen und unter seinen Auspizien eine jüdische Heimstätte errichten lassen.) Neben dieser Palästinaforderung vertreten die jüdischen Organisationen und Politiker der verschiedenen Länder noch zwei andere Programmpunkte für die Friedenskonferenz, und zwar die Gewährung der nationalen Autonomie für die Judenheit des Ostens und die international gesicherte Gleichberechtigung der Juden in allen Ländern der Welt. Auch diese Forderungen werden im Zusammenhang der anderen grundsätzlich wohl erfüllt werden. Mit der Aufstellung dieser Forderungen und ihrer Anerkennung durch die Weltmächte ist das Judentum als ein weltpolitischer Faktor anerkannt worden. Zweifellos wird im Bilde der künftigen Gesellschaft der Völker und der künftigen Faktoren der Weltpolitik auch das Judentum nicht mehr fehlen. Unter den Vertretungen der verschiedenen Völker auf der Friedenskonferenz wird sich auch diejenige des jüdischen Volkes befinden, und für die Zukunft wird es eine besondere jüdische Politik geben, wird ein jüdischer Faktor in der Weltpolitik existieren.“ Saloniki Das „Jüdische Korrespondenzbüro Zürich“ teilt nach einer Meldung der Agence d’Ath&nes mit: Die Zionistische Föderation in Saloniki dementiert offiziell die Nachricht der „Idea Nazionale“ in Rom, nach welcher eine jüdische Mission ins Ausland gereist wäre, um die Proklamation Salonikis als einer freien Stadt und Hafens durchzusetzen. Der Präsident der Föderation, tttiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiüiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiimiiiiiiimiiiiimiiiiiiiiiiimimmiiur | David F I o r e n t i n, ist nach Paris und London gereist, mit dem ausschließlichen Mandat, der zionistischen Konferenz in London bei zu wohnen, und mit dem zionistischen Büro in Paris bezüglich der palästinensischen Frage in Verbindung zu treten. Palästina eine Malteserkolonie? „Manchester Guardian“ vom 27. 1. 19 schreibt im Leitartikel: „Während das Kriegskabinett auf ein jüdisches Palästina festgelegt ist, und auf Grund dieser Politik die gänzliche Hingebung der gesamten jüdischen Bevölkerung der Welt gewonnen hat, gibt das Kolonialministerium sich mit dem Plane ab und trifft die Vorbereitungen dazu, Palästina zu einer Malteser-Kolonie zu machen. Lord Methuen. der Gouverneur von Malta, macht diese Enthüllung. Wir nehmen an, daß der außergewöhnliche Plan, welcher auf ein wirklich bemerkenswertes Chaos in der Regierung deutet, dem Genius von Walter Long entsprang. Lord Milner hat immer an der Idee eines jüdischen Palästina ein großes Interesse gehabt und er hat es verstanden, seine außerordentlichen Möglichkeiten für die Welt im allgemeinen und für Großbritannien im besonderen ins rechte Licht zu rücken. Wir erwarten von ihm, daß er mit Longs Projekt, das nur dazu dient, das Vertrauen in britische Versprechungen zu untergraben und vielleicht die fruchtbringendste einzige territoriale Erledigung der ganzen Friedensverhandtung über den Haufen zu werfen, kurzen Prozeß machen wird.“ WIRTSCHAFT Englische Levantegesellschaft Affärsvärlden (Stockholm) vom 29. Januar: „Da auch Schwedens Handelsinteressen gerade in den letzten Tagen durch Wiedererichtung der regelmäßigen Dampferverbindung mit der Levante kundgetan wurden (Svenska Orientlinien, Göteborg) ist auch für Schweden der nachstehende Organisationsplan der englischen Levantegesellschaft von Interesse. Den Stamm für das Unternehmen bildet das alte und angesehene englische Ausfuhrhaus I. W. Whital & Co. in Konstantinopel und Saloniki. Es besteht nun die Absicht, die Tätigkeit auch auf den Einfuhrhandel und auf Agenturgeschäfte, sowie noch auf andere Gebiete auszudehnen. Zunächst soll das Büro in Saloniki ganz Griechenland bearbeiten, wo voraussichtlich noch ein Zweigbüro in Athen errichtet wird. Nach und nach sollen dann bekmdere Tochtergesellschaften für den Handel mit Serbien, Rumänien, Bulgarien, Aegypten, Syrien, dem Sudan, Mesopotamien und anderen Ländern gebildet werden. Diese Tochtergesellschaften sollen sich ihrerseits wieder eine Interessensphäre dadurch schaffen, daß sie bereits bestehende Unternemungen aller Art durch Kapitalanlage Und dergleichen mit sich verbinden. Eine Vorbedingung für die Schaffung solcher Interessengebiete ist, daß die Hauptgesellschaft mit Ansehen und Kapital auftritt und mit freundlichen Gefühlen in den Ländern aufgenommen wird, in denen sie zu arbeiten gedenkt. Nur die Vereinigten Staaten hätten vielleicht bessere Vorbedingungen für ein solches Unternehmen; doch fehlen diesen die politischen Stützpunkte, die England hier hat. Die Hauptpunkte für die Levantegesellschaft wären in Zukunft Konstantinopel und Kairo. Ohne Zweifel wird der Einfluß Englands im Orient nach dem Kriege ungeheuer steigen. Palästina und Mesopotamien stehen bereits unter englischer .Hoheit, Arabien

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