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Volk und Land · 1919-02-20 · Heft 8-9 (20.2.1919) · p. Seite 269-270

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Journal
Volk und Land
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 8-9 (20.2.1919)
Date
1919-02-20
Page
Seite 269-270 (sequence 25)
Language
German
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VOLK UND LAND 269 270 gllllllllllllllllllllllllllllllllllllilltlllllllllll!lllllllllllllllllllllll|ll|lllllll|llll|||||||||||lllll|||||||i||||||||ili|||||||||il|||||lll||||||||||lil|||||||||||||||i|!|i|||||!iil!l|||||||||||i||||||||[||||||!||||||||||!|||||||||||ii|ij||il|||||||||)|;||[|||||||||||||||!|||il||||||||||i||||^ | —.. Stimmen des Auslandes =; J ..iiiiiiiiiiiiiMiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiuiimiiiiiiiiiiiimimiiiimiiiimiiimiimimi^ Ein Jahr britischer Verwaltung in Palästina Die „Neue Zürcher Zeitung“ vom lg. Februar 1919 brachte folgende Ausführungen, für die wir ein besonderes Interesse unserer Leser voraussetzen dürfen. „Am 9. Dezember 1917 besetzten die britischen Truppen Jerusalem, kurz darauf den Rest des ehemaligen Sandschaks Jerusalem und Ende Januar 1918 wurde die gemischte britische Militär- und Zivilverwaltung in Palästina eingeführt. Seither hat diese Behörde, im Verein mit den wenigen im Lande noch verbliebenen Zivilkorporationen und mit den gesetzlichen Vertretern der Bevölkerung, das besetzte Gebiet verwaltet. Ende September 1918 kamen die übrigen Teile Palästinas und, später ganz Syrien hinzu und die von den britischen Organen verwaltete Landfläche vergrößerte sich immer mehr. Heute liegen die offiziellen Berichte über die Resultate des ersten Jahres unter dem neuen Regime in Palästina vor; an Hand dieser Berichte wollen wir im folgenden einen Ueberblidc über die gegenwärtige Lage in Palästina geben. Das Gebiet, das gegenwärtig unter rein britischer Verwaltung steht, umfaßt alle Landesteile innerhalb der ägyptischen Grenze, der Mittelmeerküste und einer Linie, die 12 Meilen oberhalb Akko am Meere beginnt, etwas nördlich des Hulesees nach Süden umbiegt und dann in Ostjordanien dicht östlich des Flusses bis gegen das untere Ende des Toten Meeres verläuft. In diesen Grenzen umfaßt britische Okkupationsgebiet in . Palästina etwa 8700 Quadratmeilen, wovon nur knapp 1000 sich unter Bebauung befinden. Die in diesen Grenzen lebende Bevölkerung wird auf 639 000 Einwohner geschätzt, wovon 61 000 Christen, 66 000 Juden und der Rest Mohammedaner sind. Der nordwestliche Zipfel von Obergaliläa wird augenblicklich von einem französischen Kommissar verwaltet, während der Rest von Ostjordanien provisorisch dem König von Hedschas anvertraut wurde. Beide Teile, die noch heute nicht unter britischer Verwaltung stehen, gehören bekanntlich zum historischen Palästina und sollen durch den Völkerbund, entsprechend den Zusicherungen Großbritanniens und letzthin auch Wilsons, dem neu zu gründenden jüdischen Gemeinwesen in Palästina einverleibt werden. Auf dem vorhin umschriebenen, von der britischen Behörde verwalteten Teil Palästinas sind, laut den offiziellen Angaben des Berichtes und der letzten, aus Palästina eintreffenden Nachrichten, große und erfreuliche Fortschritte in bezug auf Ordnung, Sicherheit Verkehr Und wirtschaftlichen Wiederaufbau erreicht worden. Das Generalgouvernorat hat den Sitz in Jerusalem und zerfällt, neben der Militär- und Polizeimacht, in eine Landwirtschafts-, Steuer-, Munizipal- und Wakufbehörde, letztere eine Fortsetzung der früheren gleichnamigen Einrichtung, die die Verwaltung der Heiligen Orte, Stiftungen usw. versieht. Daneben funktioniert eine Erziehungs-, Gefängnis- und Gerichtsbehörde sowie entsprechende Handels- und Verkehrskommandanturen. Die Tätigkeit dieser Behörden läßt sich kurz dahin skizzieren, daß sie im Verlauf der kurzen Zeit seit der Besetzung erstaunlich viel für die Beruhigung und Wiederaufrichtung des Landes erreicht haben. Das von den Türken bis ins Mark ausgesogene und in den letzten Jahren durch den Krieg stark mitgenommene Land ist landwirtschaftlich in einigen Monaten auf eine erstaunliche Höhe gebracht und die Bevölkerung brachte es fertig, für demjenigen Teil, der bis September 1918 unter britischer Verwaltung war, eine Steuersumme von über 17 Millionen Franken abzuliefern, wobei die Fälle ,• von Zahlungsunfähigkeit infolge von Kriegsnot usw. reichlich anerkannt wurden. Erwähnt sei auch, daß | diese Summe das Doppelte von dem ausmacht, was | die türkische Behörde in Friedenszeiten und bei An-! Wendung eines viel höheren Satzes aus demselben Gebiet; herauspressen konnte, weil die Steuerbeträge unter der! türkischen Verwaltung nur zum geringen Teil direkt J in die Staatskasse flössen. Ausgegeben wurden für i die Verwaltung des betreffenden Gebietes etwa 19 Millionen, so daß für den Augenblick ein Defizit von zwei Millionen zu verzeichnen ist. Die Steuer- und Zolleinnahmen wurden nach neuen Methoden auferlegt und eingezogen. Es wurden in Gaza, Berseba, Ludd, Jerusalem, Jaffa, Haifa und Tulkeram Zollstationen errichtet, die für die Abfertigung der aus Aegypten bereits ziemlich reichlich importierten Waren; zuständig sind. Zu gleicher Zeit hat die Aufforstung des Landes begonnen und um Jerusalem und auf dem Karmel ist die Pflanzungsarbeit bereits weit fortgeschritten. Mehr als auf allen übrigen Gebieten hat indessen die Verwaltung Palästinas in verkehrstechnischer Beziehung erreicht. Gegenüber dem Zustande, der in dieser Beziehung dicht vor dem Kriege in Palästina und im gesamten Orient herrschte, kann der gegenwärtige in wenigen Monaten angestrengter Arbeit erreichte Fortschritt als die optimistischsten Vorstellungen der Orientfreunde übertreffend bezeichnet werden. Die kreuz und quer, landeinwärts und gegen die äußeren Grenzen hin sich erstreckenden Bahnen lassen'heute bereits feine Verbindung zwischen Kairo und Haifa, zwischen diesem und Damaskus-Mekka, zwischen Jerusalem und Aleppo-Konstantinopel sowie zwischen ersterem und Nisibis-Bagdadbahn in einem Zeitraum zu, den man früher für die Strecke zwischen Jaffa und einzelnen Kolonien in Samaria oder Galiläa brauchte. Mehr als 500 km neuer Bahnlinien wurden von den englischen Okkupationsbehörden im eigentlichen Palästina erbaut, davon die meisten breitspurig ynd mit den modernsten europäisdhen Einrichtungen versehen. Die am 25. Dezember 1918 eröffnete Haifa-Kairobahn führt sogar Salonwagen und erhält Schnellzugslokomotiven bester Konstruktion. Gleichzeitig wurden Landstraßen, Postanstalten, Telegraphenlinien ausgebessert, vermehrt, europäisiert und den Anforderungen eines heute nur vorauszusehenden Betriebes 'angepaßt. In Haifa werden bereits die Anlagen für die zu erbauenden Quais, Brücken usw. abgesteckt, Und in Jerusalem und Jaffa werden neue Stadtplane entworfen oder studiert. Auf dem Gebiete der Hygiene hat die britische Verwaltung mit der kräftigen Unterstützung der zionistischen Aerztemissionen und den bereits vorher im Lande befindlichen jüdischen Medizinalanstalten Leistungen vollbracht, wie sie in der Geschichte des gesamten Orients noch nicht verzeichnet wenden konnten. Es gibt heute keine arabische Niederlassung, kein Beduinendorf, keine noch so entlegene und unscheinbare Behausung menschlicher Wiesen, die flicht von der Des.- infektionspumpe der amtlichen oder halbamtlichen Gesundheitskommissionen und dem rettenden Impfserum der Jerusalemer Impfzentrale erreicht worden wäre. Ganze Herde von Malaria, Cholera, Typhus und Pocken wurden vernichtet, Millionen von Insektennestern zerstört, die Wasserzisternen und Behälter gesäubert und überall die tägliche Straßenreinigung eingeführt. Diese Maßnahmen, zu denen sich freiwillige Kräfte aus der Mitte des jüdischen Expeditionskorps zur Verfügung stellten, werden unter sachkundiger Leitung mit einer

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