Volk und Land
- Journal
- Volk und Land
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 2 (9.1.1919)
- Date
- 1919-01-09
- Page
- Seite 63-64 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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63' . VOLK UND LAND , ■ -.-..64 Gemüse-Anbau-Versuche. — Hausgarten. Amerikanische Erfahrungen in Gemüsebau ergaben folgendes Bild: Aut 5000 Quadratfuß genau V2 Dunam. 14 Tage Arbeit (140 Stunden) 28,50 Dollar? Sonstage Kosten (Saat 4 Dollars) 20 48,50 Dollars Ertrag 71,60 Ueberschuß 23,10 Dollars j 140 Stunden Arbeit ä 20 Cents oder 1 Frcs. bei Fläche von V2 Dunam 376 Frcs. (Klima in Palästina günstiger). Dem selbstarbeitenden Gemüsebauer brachte also j hierbei der Tag vom 10 Stunden (28,50 Dollars Lohn j plus 23,10 Dollars Ueberschuß 51,60 Dollars in; 14 Tagen) 3,7 Dollars oder 19,40 Frcs. j * Zuckerverbrauch, Der Zuckerverbrauch betrug 1903—1004 per Kopl und Jahr in Neu-Süd-Wales 48 kg Großbritannien 46,4 „ Dänemark 2£),3 „ Schweiz 20,7 „! Schweden u. Norwegen 20,3 „ j Frankreich 20,1 „ j Deutschland 19,5 „ Holland 17,2 „ Belgien 15,3 „ Oesterreich-Ungarn 10,6 „ Rußland 6,7 „ Eine kalifornische Stadt. Los Angeles, die „Engelstadt“, zählte im Jahre 1914 an Einwohnern 438914, nachdem es im Jahre 1900 nur 102479 und 1890 gar nur 11 183 Seelen gezählt hatte. Das rasche Wachstum amerikanischer Städte ist bekannt, daß aber ein fast unbekannter Ort in so kurzer Zeit die vielen, doch ebenfalls schnell anwachsenden Städte der amerikanischen Union so rasch überflügeln konnte, ist eben selbst innerhalb der amerikanischen Entwicklungen eine Ueberraschung. War doch Los Angeles 1880 die 135. Stadt im ganzen Lande, während es jetzt bereits an zwölfter Stelle steht. Eigentümlich ist die Ursache des Aufschwungs von Los Angeles. Sie liegt nicht — wie man in dem Gold- und Obstlande Kalifornien vermuten könnte — im Grund und Boden, im Reichtum oder der Fruchtbarkeit der Gegend. Auch seine Handelslage ist nicht günstig. Es liegt 35 km vom Meere entfernt, einein natürlichen Hafen hat es nicht einmal in der Nähe, und auch der Handel mit dem Binnenlande gibt keine Erklärung für dieses rasche Wachstum. Die große Anziehungskraft von Los Angeles liegt vielmehr in seinen zivilisierten Lebensbedingungen. Das Schul- und Bildungswesen steht außerordentlich hoch. Ebenso alles, was mit Hygiene zu tun hat. Die Geselligkeit ist hoch entwickelt und ebenso die Bildungsstufe seiner Einwohner. In dieser Beziehung überragt die Stadt alle anderen in Nordamerika und auch der Teil Kaliforniens, dessen Hauptstadt Los Angeles geworden ist, zeichnet sich bereits in dieser Hinsicht vor anderen Gebieten der Vereinigten Staaten aus. Anfänglich zog Los Angeles Kurgäste an, die seinen sehr milden Winter zu schätzen wußten. Aber viele von denen, die ursprünglich nur auf einige Wochen gekommen waren, konnten sich nicht mehr von dort losreißen, und aus den Kurgästen wurden dauernde Einwohner, und zwar solche, die das Lob ihrer neuen Heimat voll Begeisterung sangen und immer neue Scharen herbeilockten. Und in dieser Weise wuchs Los Angeles und wächst unaufhaltsam weiter zu einer der volkreichsten Städte der ganzen Welt. Wind als Betriebskraft. Elektrizitätswerke, die die Energie des Windes aufspeichern, sind nichts Neues und haben, wenn auch nicht in größerem Umfange, sich wirklich eingeführt. Der dänische Professor P. i a Cour beschäftigte sich mit der Vervollkommnung solcher Wind-Elektrizitätswerke und erhielt zu diesem Zwecke auch vom dänischen Staate eine Unterstützung von 50000 Kr. Einem schwedischen Erfinder, dem Mechaniker Claes Jansson, ist es geglückt, eine Aufgabe zu lösen, die immer ein wesentliches Hindernis gegen eine entsprechende Ausnützung der Windkraft für elektrische Aufspeicherung bildete. Auf Grund des ständigen Schwankens der Windgeschwindigkeit ist der Antrieb des elektrischen Stromerzeugers ungleich, wenn dieser Erzeuger, wie bisher, mit dem Windtriebwerk nnmitt eibar gekuppelt wird. Jansson ist es nun gelungen, durch Zwischenkupplung eines Reglers in gewissen Grenzen eine vollkommen gleichmäßige Belastung herbeizuführen, so daß auch schwächere Windstärken, die bisher nicht ausgenützt werden konnten, verwendbar werden. Es können also schwankende Windstärken in elektrische Energie umgesetzt werden, und der elektrische Stromerzeuger arbeitet immer mit unveränderter Geschwindigkeit. Die Anlagekosten im Verhältnis zu der Leistungsfähigkeit des Werkes werden niedriger und die Unterhaltungskosten so gering als möglich, da sich die Regelung selbsttätig vollzieht. Der Erfinder berechnet, daß der Strompreis für die Kilowattstunde, wenn die Kraft 1000 Stunden im Jahr ausgenützt wird — eine Zahl, die für Ackerbau ziemlich entspricht — bei Annahme einer Tilgung der Anlage innerhalb 20 Jahren 23 Oere (etwa 26 Pfennig) betragen wird. Derartige Elektrizitätswerke haben gewisse Entwicklungsaussichten an Orten, wo der Anschluß an ein größeres Leitungsnetz nur mit Schwierigkeiten erreicht werden kann, besonders in dünn bevölkerten Landstrichen. Sie eignen sich hauptsächlich für kleineren Energiebedarf, zum Beispiel für Beleuchtung und Betrieb landwirtschaftlicher Kleinmaschinen. (Aus „Prometheus“. 1. IX. 17.) J u j u b e n. Die J u j u b e (Brustbeere-Zizyphus, auch Judenbeere genannt und vom Mittelmeergebiet bis nach Japan vorkommend) ist eine der Hauptfrüchte Chinas und wird dort seit mindestens 400 Jahren kultiviert. Es gibt dort Hunderte von verschiedenen Arten. Die Frucht wird sehr ^geschätzt; unter den nach Größe. Form und Duft verschiedenen Arten gibt es auch eine kernlose und eine von der Größe eines Hühnereis. Manche Arten werden frisch und andere kandiert und getrocknet genossen. Die kernlose Art wird viel mit Reis gegessen, eine Verwendungsart ähnlich derjenigen unserer Rosinen. Manche Arten ähneln, wenn in Sirup kandiert und getrocknet, in Form, Farbe und Geschmack fast genau der Dattel. Da sie mehrere hundert Kilometer weiter nördlich zur Reife gelangen als die Dattelpalme, so kommt der Anbau für ganz Palästina und Syrien wie auch für die Randgebiete Kleinasiens im Süden und Westen in Betracht. In Kalifornien, dessen Klima- und Wachstumsbedingungen denjenigen Palästinas weitgehend entsprechen, ist der Anbau kürzlich eingeführt worden und hat zu sehr ermutigenden Resultaten geführt. Für die Redaktion verantwortlich: Dr. L. Weinberg, Berlin. Verlag: Welt-Verlag G.m.b.H., Berlin W35, Kurfürstenstr. 150 Druck von Siegfried Scholem, Berlin-Schöneberg.