Volk und Land
- Journal
- Volk und Land
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 2 (9.1.1919)
- Date
- 1919-01-09
- Page
- Seite 61-62 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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61 VOLK UND LAND 62 - DAI A F C T 1 \! A A PT H 1 V ff 1 ALALb I HNA-AKulI 1 V. — | Wir bitten unsere Leser, uns behilflich zu sein, für Zwecke unseres Archivs die bisher erschienenen, Palästina-Zeitschriften in mehreren Exemplaren zu komplettieren. Besonders erwünscht sindl uns Jahrgänge oder einzelne Hefte von 1007 bis 1911 (einschließlich). In zahlreichen Fällen werden unsere Leser im Besitze einzelner Hefte sein, die ihnen wenig nutzen, uns aber zur Ergänzung unvollständiger Serien dienen können. Was wir auf diesem Wege über den eigenen Bedarf des Archivs erhalten, werden wir anderen Zentralstellen zur Verfügung stellen, die nur in den seltensten Fällen halbwegs vollständige Sammlungen besitzen. Außerdem bitten wir alle Interessenten wiederholt, uns mit Materialien und Nachweisen wie auch mit Ergänzungen und Korrekturen zu den von uns gelegentlich veröffentlichten Archivmaterialien zu unterstützen. Papier-Rohstoffe. Als Rohstoffe der Papierindustrie kommen in Palästina in Betracht: Papyrus (Gegend des Meromsces), Ginster (ziemlich häufig — neuere Versuche in Italien ergaben große Verwendbarkeit), Bambus (bisher wenig angebaut — wäre auch aus zahlreichen anderen Gründen zu berücksichtigen), Schnellwachsende Holzbäume (Eukalyptus, Rizinus- Pappel, Wattle usw.), Esparto (Haifagras — in Nordafrika, besonders Tripolitanien, Tunesien, Algerien, stark angebaut. — Hauptsächlich in England zu einem hochwertigen, besonders leichten Dickdrückpapier verarbeitet), Baumwollstengel (in Aegypten neuerdings für Papierindustrie verwertet), Zuckerrohr-Preßrückstände, Agaven (Abfall der 'Faserindustrie), Bananen (Stengel und Schalen), Durrah- (evtl, auch Mais-)blätter, Grasarten wie Veldgras (neuerdings in Südafrika als Papier-Rohstoffe verwertet), Baumblätter verschiedener Bäume nach einem amen Verfahren. Dattelpalme. — Palmwedel. In Bordighera liefert die Dattelpalme im Frühjahr Palmwedel zur Palm sonntagsfei er der Katholischen Kirche, im Herbst zum jüdischen Laubhüttenfest. (Nach *>aedeckers „Italien“.) Palmvvedel werden auch für zahlreiche industrielle Zwecke verwendet. Bambus. Bei Bambusarten ist ein Wachstum von 1—18 (in j Kairo sogar von 22,8) Zentimetern in 24 Stunden beobi achtet worden. Aut den Malabaren lieferten 4800 Bambusstauden aut ein Acre 47 Tons trockenes Mark. Auf Java wurde 1914 eine große Bambuspapierfabrik angelegt. Eine besondere Abart-„Rohrzucker“ Bambus — ist außerdem auch für Zuckergewinnung geeignet. Baufragen. — Lehmbau. Nach Abraham Schapira aus Petach Tikwah kommt bei Verwendung luftgetrockneter Lehmziegel das Mauerwerk eines Zimmers von 20 qm und 3,5 m Höhe aut 100 Frcs. (70 qm Wand ä zirka 1,50 Frcs.). Ein Dach aus besten Marseiller Ziegeln (zu 8 Frcs. per Quadratmeter komplett) kommt bei 25 qm (die bei 20 qm Grundfläche ausreichen) auf 200 Frcs. Dies wäre ein ziemlich großes Zimmer. Mit Tür, Fenster und Fußboden käme es aut weit innerhalb 500 Frcs. Schrebergärten. — Laubenkolonie. — Bauplatz Verwertung. — Gartenstadt. — Soziale Fürsorge. Das Gartenfeld Heinersdorf bei Berlin umfaßt 14 Hektar, kostet an Pacht 1750 Mk. (also 120 Mk. per Hektar), enthält zirka 500 Gärten ä etwa 200—300 Quadratmeter. Darauf stehen 500 Häuschen, Lauben usw. und außer Gemüsekulturen noch 2500 Obstbäume und 2500 Beerensträucher (durchschnittlich je 5 pro Garten. Gartenpacht zirka 3 Mk.). Der Verein vom Roten Kreuz, der dieses und andere Gartenfelder bei Berlin gegründet hat, sargt auch in anderen Beziehungen für seine „Kolonisation“ z. B. durch Beschaffung billiger Wochenpflege, Nachweis von Kinderhorten, Beistand in Krankheitsfällen. Ferner för- , dert er gemeinsamen Einkauf von Lebensmitteln, Kohlen | usw. und bietet den Frauen Kurse in Gemüse- und | Obstverwerhing, Fischkoehkurse usw. Auch für eine j .Bibliothek und Vorträge (»m Winter) ist Sorge gej tragen. j Mais. — Maisöl. — Papierindustrie. — j Dünger. | Mais bietet ein hervorragend billiges Nahrungsmittel, i Maisöl kommt neuerdings stark in Aufnahme.! Durch Züchtung erzielt man Maissorten mit besonders hohem Oelgehalt. I Die Blätter werden neuerdings in Frankreich zu Papier verarbeitet. Die Blätterreste (Rückstände der Papierindustrie) dienen als Dünger. Es wäre zu untersuchen, wie weit Durrah die gleichen Verwendungen zuläßt. Außerdem wäre Maisanbau für Palästina zweifellos zu empfehlen. (Die Notizen über Mais nach „Temps“ 14. 7. 1914.) Aprikosen. — Baumzucht. — Rentabilitäten. In Italien tragen Aprikosen im dritten Jahre (zwei Jahre nach der Veredelung) 60—70 kg Frucht im I Werte von zirka 20 Frcs. Die Bäume werden in! 3Vs Meter Entfernung von einander gepflanzt. Mitteilungen von Agronom Weükansky — nach . Prot. Silvestro (catedro ambulatro) Portici. Z u c k e r i n d ustr ie. — Rübenkultur. — Zuckerrübenkultur. Eine Untersuchung von Rüben aus palästinensischen Versuchspflanzungen ergaben eine voraussichtliche Zuckerausbeute (bei 3,05 o/o Gesamtverlust) von 21,6 kg Zucker auf 100 kg Rüben. Dieses Ergebnis ist leicht auf 22,5 zu steigern. Die durchschnittliche Zuckerausbeute beträgt: in Deutschland 15(4 °/o in Rußland 13—14 ° u