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Volk und Land · 1919-01-09 · Heft 2 (9.1.1919) · page 19

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Journal
Volk und Land
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 2 (9.1.1919)
Date
1919-01-09
Page
– (sequence 19)
Language
German
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Unternehmungen für Palästina Zur Förderungderjenigen Unternehmungen, denen nach Palästina einwandernde Juden ohne langwierige Vorbereitungen, Lehrzeiten und dergleichen, sich zuwenden können, hat sich das Unterzeichnete Komitee gebildet, dem bereits weitgehende Vorarbeiten zur Verfügung stehen, und das in der Lage ist, — selbstverständlich unter den durch die Zeitumstände gebotenen Vorbehalten und Einschränkungen — Interessenten wertvolle Materalien und Auskünfte zu bieten, wie auch ihnen in anderer Weise zur Erreichung ihrer Ziele behilflich zu sein. Es wird sich dabei auf dem Gebiete der privaten Landwirtschaft nur um Betriebsformen handeln, bei denen auf kleinstem Bodenausmaß intensivste Wirtschaft ins Auge gefaßt wird. Hierdurch soll von vornherein Vorsorge getroffen sein, daß nicht mehr Boden in die Hände einzelner Besitzer gelangt, als der geringen Fläche des Landes und der sich entwickelnden jüdischen Massensiedlung entspricht. Diese Betriebsformen eignen sich in erster Linie für Gemüsekultur und Baumzucht, die ohnehin den klimatischen Verhältnissen am besten angepaßt sind und Maximalerträge versprechen. Gleichzeitig soll damit nach Möglichkeit bewirkt werden, daß die Einzelkolonisten in der Hauptsache mit eigner Arbeit auskommen oder doch nur in geringem Maße auf Inanspruchnahme eines Arbeiterelementes angewiesen sind. Besondere Bedeutung wird denjenigen landwirtschaftlichen Unternehmungen beigelegt, mittels deren für künftige Einwanderer Heimstätten dieser Art vorbereitet und in fruchttragenden Zustand versetzt werden, ähnlich wie es den Plänen der Achusa entspricht. Der eigentliche Ackerbau und die Forstwirtschaft sollen innerhalb unseres Programms nur als genossenschaftliche Großbetriebe (ebenfalls möglichst intensiver Art) in Frage kommen. Auf industriellem Gebiet legen wir das Hauptgewicht auf Industrien, die dem Landesbedarf entsprechen, Exportindustrien, die einer möglichst großen Zahl jüdischer Arbeitskräfte lohnenden Verdienst bieten. Industrien, die ohne Berücksichtigung dieser beiden Gesichtspunkte nur auf Rentabilität hinzielen, interessieren uns erst in letzter Linie. Die handwerklichen Berufe sollen durch Verwendung praktischer Methoden und durch freien genossenschaftlichen Zusammenschluß leistungsfähiger gemacht werden. Kaufleuten und Händlern soll, soweit für diese Berufe das Bedürinis nicht ausreicht, und soweit sie nicht in der Verwaltung von Unternehmungen ein Wirkungsfeld finden, der Uebergang zu produktivem Erwerb auf dem Gebiete der Industrie und Landwirtschaft usw. erleichtert werden. In allen diesen Dingen sind wir in der Lage Interessenten Rat und Auskunft zu erteilen, wie auch eventuell sie mit bereits im Aufbau begriffenen Unternehmungen in Verbindung zu bringen. Wir sind auch bereit, Prospekte zu begutachten, sowie Unterlagen oder Ausarbeitungen für solche zu 'liefern. Interessenten wollen sich unter Angabe aller erforderlichen Einzelheiten mit uns in Verbindung setzten. Für das Komitee: J. Boschwitz. B. Kahan. Ingenieur P. Kaufmann. Alwin Loewenthal. Davis Trietsch. Briefadresse: Verlag von „Volk und Land“ (für Komitee) Berlin W. 35, Kurfürstenstraße 150.

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