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Volk und Land · 1919-01-09 · Heft 2 (9.1.1919) · p. Seite 49-50

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Journal
Volk und Land
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 2 (9.1.1919)
Date
1919-01-09
Page
Seite 49-50 (sequence 11)
Language
German
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49 VOLK UND LAND 50 wenn er in der eingangs erwähnten Unterhaltung auf die Notwendigkeit hinwies, die zahlreichen Wasserkräfte des Landes zur Bewässerung nutzbar zu machen und dadurch die Anlage bewässerter Kulturen (Orangen, Gemüse) zu ermöglichen. Die hübschen Wälder des Libanon bestehen durchweg aus Pinien und Kiefern. Ein irgendwie nennenswerter Bergbau findet nicht statt. Die Christen des Libanon gehören zum größten Teil der maronitischen Kirche an, deren Bischof im Libanon residiert und die sehr viel Boden besitzt. Nachdem die türkische Regierung mit dem ersten mohammedanischen Gouverneur des Libanon den richtigen Mann gefunden hat, ist zu hoffen, daß dieses hübsche Länddhen mit seinen hohen Bergen, Wäldern und schmucken Dörfchen einer gedeihlichen Entwicklung entgegengeht, jj};, i. ' Anmerkung des Herausgebers: Wir haben es für äußerst informativ gehalten, unseren Lesern in dieser (Anfang 1917 in der „Deutschen Levante-Zeitung“ erschienenen) Arbeit R u p p i n s ein übersichtliches Gesamtbild, der wirtschaftlichen Verhältnisse des nächsten Nachbarlandes Palästinas zu bieten. Hier ergibt sich eine Siedlungsdichte — auf den bebauten Boden berechnet, der in diesem Falle sich annähernd, mit dem anbaufähigen deckt — von 10,2 Seelen auf den Hektar, oder einer Anbaufläche von einem Zehntel Hektar pro Kopf bzvv. 0,4 Hektar für die Familie, die im Libanon, der starken Auswanderung wegen nur auf 4 Köpfe ,zu rechnen ist. Dies sind Durchschnittsziff<ern, nach denen man sich diie Schwankungen vorstellen kann, die selbst in Abwesenheit jedes Großgrundbesitzes bestehen intissfen. (In Aegypten, dem südwestlichen Nachbarlande Palästinas, entfällt übrigens im Gesamtdurchschnitt, und zwar hiler einschließlich ,eines sehr b e - deutenden Großgrundbesitzes) auf die Familie 1,2 Htektar, während volle neun Zehntel aller Landeigentümer (ohne Fremde und Großgrundbesitzer) ebenfalls — gfenau wie im Libanon — nur 0,4 Hektar Auf die Familie kommen. Angesichts der hohen Kopfzahl der ägyptischen Familien (etwa 6 Seelen, — die letzte Verdoppelung der Gesamteinwohnerschaft Aegyptens vollzog sich innerhalb 32 Jahren!) entspricht diese Fläche auf d/en Kopf berechnet sogar nur zwei Dritteln des für dien Libanon gefundenen Durchschnitts von Vv' ha. Von Besonderem Interesse sind auch die hier angegebenen Einkommensverhältnisse und die daraus folgenden Bedingungen der Lebenshaltung. Das durchschnittliche Budget der Libanonbevölkerung, der von Ruppin ein vergleichweise hoher kul- | tureller Stand ausdrücklich attestiert wird, beträgt pro Kopf nicht ganz 100 M. edler annähernd 2 M. pro Kopf und Woche. Dies stimmt recht gut zu dem von uns oft angezogenen Beispiel der Juden von Saida, die (im Jahre 1902) durchschnittlich auf etwa l M. pro Kopf und Woche kommen. (Die Saidaer Juden waren durchwegs arm; das höchste Einkommen betrug etwa 600 Franken im Jahr. Im Libanon dagegen wird der höhere Durchschnitt durch den verhältnismäßigen Wohlstand des bessergestellten Teils der Bej völkerung erklärt. Im übrigen findet das amerikanische Geld eine Hauptvenvendung in der lebhaften Bautätigkeit der Libanesen.) Es ist ferner von Interesse, daß — nach Ruppin — im Libanon vom Hektar* anbaufähigen Landes (wovon i/t guter und % minderer Qualität) im Durchschnitt 300 Franken pro Hektar aus der Seidenraupenzucht und sonstigen landwirtschaftlichen Produkten erzielt werden. Alles das sind Dinge, die ohne für unsere Arbeiten und Aufgaben in Palästina maßgebend zu sein, doch sehr viel mehr Beachtung verdienen, als ihnen bisher in unserer Tätigkeit zuteil geworden ist. Welche Verschiedenheiten wir auch zwischen Palästina und dem Libanon, zwischen jüdischen Einwanderern und libanesischer Bevölkerung annehmen wollen: die Erfordernisse unseres Ansiedlungswerkes in Palästina lassen sich nicht straflos auf ein Vielfaches dessen dekretieren, was im großen Durchschnitt sowohl des benachbarten Libanon wie Aegyptens und selbstverständlich auch in Palästina und Syrien allen vernünftigen Anforderungen enti spricht. DIE AMERIKANISCHEN JUDEN UND IHR BERUFSLEBEN Von John Foster Fraser. (Schluß.) Im städtischen Grundbesitz gewinnen die Juden rasch an Bedeutung. In einem Artikel in Munsey’s Magazine wurde vor einiger Zeit dargetan, daß fast alle neuen Landkäufe in New York von Juden getätigt werden. Die amerikanischen Juden versorgen die Masse der Bevölkerung nicht nur mit 'Bekleidung, sondern auch mit Wohnung. Man braucht nur die Grundstücksverkäufe nachzulesen, die täglich in den Zeitungen veröffentlicht werden, um zu erkennen, in welchem Maße die Juden städtische Terrains erwerben. — Das „Grundstück-Jahrbuch“ enthält eine vollständige Liste aller Grundeigentümer in New York. — Dieses Buch ist fein fortlaufendes Verzeichnis jüdischer Namen. Die Smith, Robinson O’Brien und Murphy sind nur vereinzelt vertreten, aber die Namen Cohn Levy, Kahn und Rosenthal füllen ganze Serien von Seiten. — Abgesehen von den bereits erwähnten Familien Groß-New Yorker Grundbesitzer sind die größten einzelnen Grundstücksmagnaten Leute mit Namen wie Appell, Bachräch. Buttenweiser, Fleischmann. Frankenthaler, Hyman, Jarmulowsky, Lese, Löwenfeld, Mandelbaum, Ottenburg, Sulzberger und Weil. Eine beträchtliche Anzahl dieser heutigen^ millionenreichen jüdischen Grundbesitzer waren Tiocß vor wenigen Jahren Hausierer oder durchzogen die JStraßen mit ,einem Schubkarren voll billiger Verkaufsartikel. Dabei sind sie recht große Grundbesitzer, nicht nur in dem Eastside-Distrikt der billigen Mietshäuser, sondern in allen Teilen der Stadt einschließlich der erstrangigen Geschäfts¬ und Wohngegenden. — Wer heute in irgendeinem Teil der Stadt New York mieten will, wird in der Mehrzahl der Fälle einem jüdischen Hauswirt zinst pflichtig werden. — Es unterliegt keinem Zweifel, daß in wenigen Jahren die Juden den weitaus größten Teil von Manhatten Island, des teuersten Stücks Grund und Boden in der ganzen Welt, besitzen werden. Offenkundig gehört ein ganz riesiges Kapital dazu, in dieser Branche sich zu betätigen. Der jüdische Einwanderer bringt die Mittel dazu nicht mit, aber er wird lange darben und sparen, bis er jeln kleines Grundkapital zur Verfügung hat. Dann pachtet er ein elendes Mietshaus, behält für sich selbst die schlechtesten Zimmer, vermietet die anderen, erzielt einen Ueberschuß; und geht dann zu einem etwas größeren Unternehmen über. — Nach wenigen Jahren ist er dann oft in der Lage, schon ein großes Mietshaus zu kaufen, wenn auch unter schwerer Hypothekenlast. In hartem Kampf wird er «dann das volle Eigentumsrecht erwerben. In Europa, wie bereits bemerkt, ist der Jude häufig ein Geldverleiher; jn Amerika ist er ein 'Borger. — Die meisten der heutigen reichen Juden

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