Volk und Land
- Journal
- Volk und Land
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 1 (2.1.1919)
- Date
- 1919-01-02
- Page
- Seite 29-30 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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29 VOLK UND LAND 30 jiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii[iiiiiiiiiiii[iiiiiih)i[i[|[i[[)ii)[ii[)i[ii)iiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii»iiiiiiiiiiiiiimiiiniiiiiiiiuiiiimtiiiiiiiiiiii[iiiiiiifiifiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiii[iiiiiiiimiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiii'iiiiiiiiii^ || =.. PALAESTI N A-ARC H I V. -- ^~|| tiiiiiiiiiiiiiii 11 i i ii ii im hihi i i i ii iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiimiiiiiiiiiiniiir? Seit Mitte 1916 wird auf Veranlassung des damals zusammengetretenen vorbereitenden Aus-! Schusses der „Jüdischen Gesellschaft für die vvirtj schaftliche Erschließung Palästinas“ an einer systematij sehen Sichtung der in neuerer Zeit über Palästina veröffentlichten Materialien, vorwiegend Wirtschaftj lieh er. Art, gearbeitet. Neben einer Kartothek von; gegenwärtig etwa 10 000 Karten werden auch auf Grund! eines besonderen Systems Materialien gesammelt über Palästina, Orient und klimatisch ähnliche Gebiete, j und zwar: j Allgemeine Landesverhältnisse, Landwirtschaft, Industrie, Handel und Verkehr (Entwicklung, Zustände und Möglichkeiten), Jüdische Auswanderung und Ansiedlung, sowie Auswanderung und Ansiedlung anderer Nationen unter ähnlichen oder für das jüdische Ansiedlungswerk interessanten Bedingungen. Diese Materialsammlungen wurden durch die Vor* arbeiten erleichtert, die der Unterzeichnete bereits seit dem Jahre 1895 betreibt und stellen in ihrer. Uebersichtlichkeit und verhältnismäßigen Vollständigkeit die Grundlage eines Archivs dar, das bei entsprechender Weiterverarbeitung ein zentrales Institut unseres gesamten Ansiedlungswerkes zu werden verspricht. Zur Durchführung dieses Zweckes ist freilich neben anderm auch die Mitarbeit unserer Freunde in weitestem Ausmaße erforderlich. Wir müssen darauf rechnen können, daß uns auf diesem Wege entlegenere Materialien, besonders aus Fachschriften und dergleichen, nachgewiesen werden, wie auch, daß die gegenwärtig in starkem Anschwellen begriffene Palästinaliteratur von unsern Freunden aufmerksam verfolgt und uns durch Uebersendung von Ausschnitten oder durch Mitteilung der erforderlichen Hinweise zugänglich gemacht wird. Um einen kleinen Ueberblick über das für unseT Archiv in Betracht kommende Material zu bieten, bringen wir im Nachstehenden eine bunte Reihe von Notizen aus unserer bisherigen Archivsammlung, die ein ungefähres Bild von dem Bereich, der nach Thematen und Gebieten für uns in Frage kommt, zeigt. Berlin W. 50, Davis Trletsch. Nürnberger Platz 5. Bedarf an landwirtschaftlichen Maschinen in Palästina. Die Londoner Wochenschrift „Near East“ schrieb kürzlich: Es wird allgemein zugegeben, daß kaum in irgendeinem anderen Teil der Welt derartig glänzende Aussichten für den Absatz von landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten bestehen, wie in Palästina und Nordsyrien. Das Pflügen wind noch mit einem an einen Holzpflug gespannten Ochsen- oder Büffeljoch ausgeführt, wodurch die Oberfläche des Bodens nur in einer Tiefe von etwa 10 cm tief gelockert wird. In den letzten Jahren sind bereits in einigen Distrikten moderne Methoden eingeführt, aber die alten sind noch weitaus überwiegend. Die größeren Besitzer benutzen die im Lande hergestellten Pflüge nicht mehr und haben sie durch englische, amerikanische, deutsche und österreichische Erzeugnisse ersetzt. Vor dem Kriege lag das Geschäft zumeist in Händen österreichischer und ungarischer Pflugfabriken, obgleich auch amerikanische Pflüge durch Agenten in Adana und Konstantinopel eingeführt wurden, während englische Pflüge gelegentlich via Aegypten oder Beirut hereinkamen. Die englischen Erzeugnisse werden, wenn sie für den Boden geeignet sind, sehr geschätzt und arbeiten fast immer zur vollen Zufriedenheit der Landwirte. Kosten für Staudämme. In Britisch-Südafrika errichtete man ein Stauwerk, das 160 Millionen Kubikmeter Wasser faßt, für 520 000 Mark Kosten. Ein anderes, das mit einem Damm von 500 m Länge 120 Millionen Kubikmeter faßt, soll die Bewässerung von 10000 Hektar ermöglichen. Nähere Angaben sind nicht zur Hand. Wenn die Verhältnisse in beiden Fällen ungefähr ähnlich sind, so ergäbe sich durch Ergänzung folgendes: Beispiel Fassung Kosten Bewässerte Fläche Millionen cbm in Mark in Hektar 160 520 000 13333 120 390000 10000 Pro Kubikmeter Fassungskraft würden diese Stauwerke nur knapp Vä Pfennig gekostet haben. Pro Hektar bewässerte Fläche hätten die Anlagekosten 39 M. betragen. SozialerFortschrittdurchKoloni s a t io n*). Ueber eines der besten Beispiele neuer Kolonisation, die „Greeley Colony“ in Kolorado, schreibt David Boyd: „Bei der Ansiedlung in einem Lande, das so viele neue Probleme und neue Aspekte des Lebens bietet, macht selbst der Geist der älterenT.eute einen Verjüngungsprozeß durch. Da fast alle einander fremd sind, ist jeder bemüht, sich im besten Lichte zu zeigen und wird daher seine wertvollen Eigenschaften zu größtmöglicher Geltung bringen wollen.“ Hierin liegt zum guten Teil die Erklärung für die größere Tatkraft, die das Leben junger Gemeinschaften auszeichnet, und hierin liegt die Hoffnung auf soziale Fortschritte durch Kolonisation. Die Persönlichkeit, die vom Leben in alten Zentren niedergehaJten wird, erlebt eine neue Entfaltung in dem frischen Boden einer neuen Existenz. Hier also fließt sozialer Fortschritt aus Kolonisation, — im vorangehenden Abschnitt Kolonisation aus sozialem Fortschritt. Man kann sagen, daß in der großen Mehrzahl der Fälle Kolonisation und sozialer Fortschritt Hand in Hand gehen. Auch unsere Kolonien in Palästina, so klein die bisherige Entwicklung gewesen ist, zeigen ähnliche Erscheinungen, die noch viel stärker in die Erscheinung treten werden, sobald die neue städtische und gartenstädtische Kolonisation ihre ersten Stadien durchlaufen haben wird. Teil Awiw war bereits ein Zeichen dessen, was diese neue Aosiedlungstätigkeit uns bieten kann. *) Nach: William E. Smythe „The Conquest of Arid America“.