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Volk und Land · 1919-01-02 · Heft 1 (2.1.1919) · p. Seite 31-32

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Journal
Volk und Land
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 1 (2.1.1919)
Date
1919-01-02
Page
Seite 31-32 (sequence 18)
Language
German
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31 ...- .— Baufragen. — Steinhütte. Ein von dem Architekten Alexander Levy, Berlin, im Jahre 1913 hergestelltes als „Baubude“ verwendetes steinernes Häuschen von 2X4 m Grundfläche stellte sich nach untenstehender Aufstellung auf 87,70 M. Selbstkosten, und zwar bei Berliner Arbeitslöhnen von 90 resp. 60 Pf. per Stunde. Bauart: Massivbau 2X4 m 8 qm Fläche, Höhe 21/2 m. Herstellungskosten. 550 Steine*) ä 0,05 27,50 M. Zement und Mörtel .10,— „ 12 Std. Arbeitslohn ä 0,93 M.10,80 „ 16 „ „ „0,60 „ 3,60 „ Eisenbänder.* . 3,— „ Rohbau 54,90 M. 0,6 cbm Putzmörtel ä 8,—.4,80 „ 12 Std. Putzer „ 0,90 . 10,80 „ 30 m Leiste „ 0,15.4,50 „ 1 Tür.. 3,— „ 1 Fenster alt m. Glas.2^50 „ 8 qm dopp. geklebter Pappe zur Dachdeckung ä 0,90 M. ,.. 7,20 „ 87,70 M. Preis ohne Fußboden und Ofen. Man sieht, daß hiernach auch ein normalgroßes Zimmer von etwa 4X4 m nicht mehr zu kosten brauchte als 200.— M., — sogar einschließlich eines Holzfußbodens und etwas höher als oben angegeben, da bei doppelter Fläche eine Wand gespart wird. Arachis. — Erdnuß. — Nußbutter. Erdnüsse werden im Mittelwesten der Vereinigten Staaten auf größeren Flächen angebaut. Man fing dort damit etwa im Jahre 1907 an; bis dahin war die Erdnußkultur fast ganz auf die Staaten Virginia und Karolina beschränkt, die schon 1905 etwa 14 Millionen Bushel ernteten, während ihre Ernte 1906 auf nur 7,5 Millionen herunterging. Dann nahmen Mississippi, Oklahama und Texas die Erdnußkultur auf, und im Jahre 1909 belief sich die Ernte im ganzen Lande von etwa 870000 Acres auf 20 Millionen Bushel (— ca. 24 Bushel p. Acre). Der Umfang des Anbaues stieg dann weiter, weil die Nachfrage nach Erdnüssen für die Fabrikation von Erdnußbutter und anderen Zubereitungen zunahm. Genaue Statistiken sind für die letzten Jahre nicht aufgestellt, aber man kann den Wert der Erdnußernte für 1912 mit 14—20 Millionen Dollar ansetzen. Die Ernte 1913 dürfte erheblich größer ausfallen, ^da angeblich schon im Mittelwesten allein 2,5 Millionen Acres mit Erdnüssen bepflanzt . sind. In dem Gesamtgebiete des Landes wird die Anbaufläche der Erdnüsse 1913 annähernd 5 mal so groß sein wie vor 10 Jahren. Es gibt jetzt zahlreiche Erdnußbutterfabriken in den östlichen und mittelwestlichen Staaten und der Verkauf dieses Erzeugnisses, das einen hohen Nährwert besitzt, hat für zahlreiche Geschäfte im ganzen Lande große Bedeutung gewannen. (Nach Daily Consular and Trade Reports.) Hühnerzucht. — Brutanstalten. In Aegypten ist künstliche Brütung seit den ältesten Zeiten üblich. Hierauf ist es zurückzuführen, daß die ägyptischen Hühner in auffallender Weise die Brutinsenkte verloren haben. Dort arbeiten 512 Etablissements für künstliche Brütung. Jedes arbeitet vier Monate lang. Sie haben *) Größe 10X18X25. 32 durchschnittlich 10 Oefen für je 6000 Eier. Die Oefen sind sehr ^primitiv und aus Nilschlamm hergestellt. Die Produktion beträgt 185 Millionen Stück jährlich. Die Verlustquote beträgt etwa ein Drittel. Wesentliche Verbesserungen wären möglich. (Beispielsweise werden zurzeit die großen Eier des etwas höheren Preises wegen nach Europa exportiert, während es vorteilhafter wäre, sie zur Brütung zu verwenden.) Besonders sollten zur Feststellung der Wärme Thermometer die bisher übliche AugenLdprobe ablösen. Bodenverbesserung. — Dynamitkultur. Mit Dynamitpatronen und anderen Sprengstoffen (wie Romperit-Dresden, Ammoncahücit-Hamburg usw.) werden erfolgreiche Lockerungen des Untergrunds — besonders bei Verbrackung und undurchlässigen Schichten — durchgeführt. Auch werden damit Zaunlöcher gesprengt und Stümpfe gerodet. Vor allem aber kommt dieses — in Amerika und Europa bereits vielfach bewährte — Verfahren für die Herstellung von Pflanzlöchern für Bäume in Betracht. Bei der nach unten gehenden Wirkungsweise dieser Sicherheitssprengstoffe kommen so gepflanzte Bäume viel besser fort als solche in gegrabenen Baumilöchern. Ein großer Vorzug des Verfahrens liegt in der Ersparnis von Arbeit und Zeit! * * * Oelindustrie (Notizen^ zur). — Glyceringewinnung. — Soda. — Spaltung von Fetten. — Pfeilringpatent. Bei der Olivenölindustrie im Orient wurde bisher die Glyceringewinnung vernachlässigt, die fast kostenlos wäre. Von Südfeld & Co., Melle (Hannover), werden Projekte von Anlagen ausgearbeitet. („Twitchellverfahren“.) Bei schlechten Oefen verwendet man nicht ausschließlich kaustische Soda, sondern anfänglich kalcinierte Soda, deren Preis nur 53 % der kaustischen Soda ausmacht. Spaltung von Fetten in Fettsäure und Glycerin wird durch Rizinussamen bewirkt. (Pfeilringpatent: Maurice Nicloux — Prof. Fokin, Charkow.) Kaktusfeige. — Stachelkaktus. Die Kaktusfeige, die in Sardinien große Flächen bedeckt, ward neuerdings zu Alkohol verwendet. Hierbei wird ein Zusatz von 0,32 oz. tart. acid. p. gall. verwendet. Näheres im Juni-Bulletin 1913 der italienischen Land wi rt s ch aftsges ells chaft. Für Palästina — insbesondere für Oedländereien von Wichtigkeit. Es wären auch Erkundigungen einzuziehen, zu welchen Resultaten die Spezialkommission gelangt ist, die von Queensland aus die ganze Welt bereiste, um eine Verwendung für den Stachelkaktus ausfindig zu machen, der riesige Gebiete von Nord-Queensland bedeckt Und für andere Verwendungen, unbrauchbar machte. * Bodenpreise. — Preissteigerungen. In West-Kanada kostete 1904 bestes Land 50—60 M. per Hektar. 1914 war der Preis auf 300 M. gestiegen, und in kurzem dürfte er 1400—1500 M. betragen. VOLK UND LAND Für die Redaktion verantwortlich: Dr. L. W e inbe rg, Berlin. Verlag: Welt-Verlag G.m.b. H., Berlin W35, Kurfürstenstr. 150 Druck von Siegfried Scholem, Berlin-Schöneberg.

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