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Volk und Land · 1919-01-02 · Heft 1 (2.1.1919) · p. Seite 19-20

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Journal
Volk und Land
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 1 (2.1.1919)
Date
1919-01-02
Page
Seite 19-20 (sequence 12)
Language
German
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19 VOLK UND LAND 20 DIE AMERIKANISCHEN JUDEN UND IHR BERUFSLEBEN. Von John Von den Juden der Vereinigten Staaten lebt die Hälfte in New York. New York ist die größte jüdische Stadt der Welt. Dabei finden sich die Kinder Abrahams in allen Schichten, von den in dein Sweatshops arbeitenden Neuankömmlingen bis zu den reichen Bankherren. Der amerikanische Handel würde aus den Fugen gehen, wenn sein jüdischer Anteil plötzlich aufhören würde. Es gibt keinen Geschäftszweig, kein Handwerk und keinen Beruf, worin nicht der Einfluß der Juden fühlbar wäre. New York ist eine jüdische Welt in sich, woalle jüdischen Typen und alle jüdischen Gedankenrichtungen vertreten sind. Während New York seine volle Million Juden zählt, hat Chicago hunderttausend Philadelphia dieselbe Anzahl, Boston 75 000, St. Louis 50000 — wo immer Verdienstmöglichkeiten sind, finden wir auch Juden. Die angelsächsisch-teutonische Rasse in den Vereinigten Staaten weist Abnahmeerscheinungen auf. Andere Rassen vermehren sich. Einer der besten -Kenner der Rassenentwicklung, Professor Werner Sombart sagt, daß« in hundert Jahren die Vereinigten Staaten eine Mehrheit von Slawen. Juden und Negern in ihrer Bevölkerung haben werden. Schon jetzt haben die Juden ein tatsächliches Monopol in manchen Gewerben, und in anderen machen sie rasche Fortschritte. In der Schneiderei, in der Mäntelfabrikation, in der Pelzindu,strie, in der Hemdenmacherei und in den verwandten Branchen haben sie alles in ihren Händen vereinigt. Sie sind geschickte Möbeltischler und Tapezierer. Eine besondere Eignung zeigen sie in den feineren Gewerben, wie z. B. als Goldschmiede, Uhrmacher und Hersteller von elektrischen Einrichtungen. In allen freien Berufen, im Erziehungs1wesen, in der ärztlichen Praxis und als Künstler tun sie sich hervor. Sie leiten die größten Warenhäuser. Als Zwischenhändler ist ihre Konkurrenz so stark, daß für den Konsumenten daraus ein Vorteil zu erhoffen ist. Sie sind an der Effekten- und an der Baumwollbörse stark beteiligt; dasselbe gilt für das Terrajngeschäft. Während in andern Ländern der Jude oft der Geldverleiher ist. — in Europa findet man kaum einen Geldverieiner, der nicht ein Jude wäre —. so ist das Geldverleihgeschäft für den amerikanischen Juden nicht charakteristisch. Man kann im Gegenteil sagen, daß der amerikanische Jude ein' Borger und stets darauf aus ist, Geld zu leihen um damit seinen Geschäftsbereich ausZudehnen. Wir gebrauchen oft das Wort „reich wie ein Jude“. Wenn wir alle amerikanischen Juden zusammennehmen, so sind sie ,a.ls Gesamtheit betrachtet nicht reich. Der Zustrom mittelloser Einwanderer hält den Durqhschnitt niedrig. Im allgemeinen kann man sagen, daß der Jude nicht gern mit irgendweich,en trustähnlichen Gebilden zu tun hat. Das unorganisierte Vorgehen liegt ihm besser. Man findet ihn als Bankier oder Anwalt oder als Kleiderhändler oder Zigarrenverkäufer. Er ist ein Ladenkaufmann, aber unter ihnen finden sich auch solche wie Siegel, Straus und Bloomingdale. Unter den großen Schlachthausfirmen haben wir die Sulzberger,. Nelson Morris und Schwarzschild. Unter den Juden gibt es viele kleine Pfandleiher, aber auch viele Finanziere wie Foster Fraser. Speyer, Seligman, Loeb und Schiff. Unter den Schmelzwerk-Firmen Colorados gibt es 5 Guggenheims. Ein Viertel aller Silberschmiede in Amerika sind Juden. Unter den Baumwollpflanzern findet man den Juden nicht häufig, dasselbe gilt für die Textilindustrie; aber in der Bekleidungsbranche beherrscht er das Feld. In der Schneiderei, in der Schuhfa'brikation und in der Pelzbranche haben die Juden, obwohl sie nur 3 °/o der Bevölkerung ausmachen 45 o/o des Gesamthandels in diesen Geschäftszweigen in Händen. Obwohl die Juden nicht selbst Baumwolle bauen, sind sie am Baumwollhiarkt stark beteiligt. Der Jude ist also nahezu überall vertreten. Mail hat gesagt, er ähnle dem Warenhaus: Man brauche nur zu sagen, was man wünscht, und er kann es einem geben. Unter den russischen Juden allein gibt es in New York etwia 500 Aerzte, über 1000 Apotheker, 400 Zahnärzte! 500 Anwälte und 75 000 gelernte Arbeiter. Die Theater sind in jüdischen Händen. Seit Lorenzo da Ponte irrt Jahre 1830 die italienische Oper -eröffnete, ist Amerika auf musikalischem Gebiet auf die Juden angewiesen. Rubin Goldmark, der Musiker ist ein Jude, ebenso der Maler Henry Mosler und der Bildhauer Ephraim Keyser, Zu den bekanntesten Richtern gehören Leventritt und Hirschberg vom obersten Gerichtshof in New York, und Sulzberger in Philadelphia. Als Aerzte haben sich Abraham Jaoobi in New York und Jacob Solis Cohen in Philadelphia hervorgetan1. Es gibt wenigstens 250 jüdische Millionäre in Amerika. Es ist zwecklos, den Gesamtbetrag des jüdischen Kapitals in den Vereinigten Staaten auch nur schätzen zu wollen, aber es ist bekannt, daß im Großhandel die New Yorker jüdischen Kaufleute jährlich eine Milliarde Dollars umsetZen. Die jüdischen Namen sind im Broadway so zahlreich wie in Whitechapel Road in London. Das Bankhaus Kuhn, Loeb & Co. ist der finanzielle Repräsentant von 22 200 englischen Meilen Eisenbahnen und mehr als 1,3 Milliarden Dollars an rollendem Material. Man zählt etwa 100 jüdische Zeitungen und Zeitschriften iin den Vereinigten Staaten., Juden sind außerdem-auch Eigentümer einiger der wichtigsten amerikanischen Zeitungen. Es gibt jüdische Herausgaber und zahlreiche jüdische Journalisten. Die Juden New Yorks haben einen Terrainbesitz von über 600 Millionen Dollars, und das Kapital der jüdischen Bankiers beträgt mindestens 400 Millionen. Sehen wir uns in Chicago um, so haben wir dort Julius Rosenwald an der Spitze des großen Warenhauses Sears, Roebuck & (Go.,, die ein; enormes Versandgeschäft haben und täglich 8000 Dollars für Briefmarken ausgeben. Herr Rosenwald hat enorme Summen für philanthropische Zwecke gestiftet. Die Juden von Chicago haben auch zu dem Stipendienfonds der dortigen Universität in großem Maße bei getragen. Ihre ursprüngliche Spende von 35 000 Dollars kam zur rechten Zeit, um der Universität die an gewisse Bedingungen! geknüpfte Stiftung von Rockefellers 600000 Dollars zu erhalten. Die Universität zählt acht jüdische Professoren. In Boston leben unter einer halben Million Einwohner 40 000 Juden, meist aus Rußland. Viele

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