Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 9 (1938)
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 451 (sequence 457)
- Language
- German
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Interessen, damit man zur Hochzeit kein Geschenk von Fleisch und Blut (Hilfe von Mitmenschen) braucht, als man soll sitzen, faulenzen, das Geld verzehren und endlich mit dem Büchsei (Almosenbüchse) auf sich herumgehen; (man hat zur Ausstattung armer Bräute gesammelt) es ist besser, wenn ihr selbst das Gebot, arme Bräute zu verheiraten, übet. Schämet euch nicht das Dienen, seid verträglich mit „die Wirtin" (Hauswirtin, Hausfrau). Wenn sie bös ist, so gibt nur keine Antwort und verzählt (erzählt) nichts anderwärts, traget lieber Geduld, bis euch Gott hilft. Und wenn das Herz zu voll ist, so weinet lieber in der Koch (Küche) und bittet Gott, gelobt sei er, soll euch und alle(n) ehrliche^) Kinder(n) helfen, denn er hilft Witwen und Waisen. Führet euch nur rechtschaffen! Und wenn ihr Mädlech sollt eine Heirat machen, sehet nur auf einen braven-guten-Menschen, der euch ernähren kann, dann „kannt" (könnet) ihr glücklich sein. Das Glück ist von Gott, der gemeine (geringe, besitzlose) Mensch hat Hoffnung reich zu werden. (§ 16, d. h. Zahl 16 absichtlich vom Testator nicht gebraucht, wurde übersprungen und es folgt auf § 15, § 17. Während die Buchstaben t w, Zahlenwert für 15, an das Wort „gut6' erinnern, sind die Buchstaben t s Zahlenwert für 16, Anklang an „Satan"). 17. Schuldig bin ich zwar nicht mehr, als angemerkt ist im Verzeichnis. Im Falle sich Gläubiger zu meiner Verlassenschaft melden, so soll meine Frau, soll leben, oder mein Sohn Bezalel, soll leben, sogleich die Exekution wider mich führen auf Grund des Urteils wegen 2800 Fl Münz, respektive 2300 Fl Münz, weil sie schon im Jahre 827 die Einantwortung meiner sämtlichen Habseligkeiten verlangt und auf 500 Fl Münz bewilligt erhalten hat; es liegt im Amt. 17. Kinder! — Seid alle gut und einig, Gott wird euch nicht verlassen. Dieses Testament auf Deutsch, damit die Mädlech es auch lesen können und niemals vergessen sollen, rechtschaffen zu sein. 18. Meine Frau, soll leben, bitte ich, sie soll nur trachten, daß die Kinder bei dem Lernen bleiben sollen, das Lehrgeld soll sie nicht verdrießen. Und wenn ein Kind wird können in die Fremde gehen, es gehen zu lassen; das Kind erspart, gegen die Eltern widerspenstig zu sein, und sucht sich sein weiteres Fortkommen. (Schluß hebräisch) „All dies von eurem Vater, der euer Wohlwollen wünscht, gut, redlich, Gottesfürchtig und fern von Bösem zu sein. Schwer fällt mir das Scheiden von euch. Wer weiß, wo jetzt mein Sitz sein wird, oben oder unten! Der in die Gruft führt und herausführt, Er führe mich die rechten Wege, zu erschauen sein Heiligtum, zu genießen von seiner Glorie, am Ende der Zeiten wieder zu erstehen, wenn wieder erwachen, die im Staube schlummern. Er sei euch Helfer, Er, der Vater der Waisen, zu ihm erhebet euer Auge, Er wird seinen Engel 5 453