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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1938-01-01 · 9 (1938) · p. Seite 421

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
9 (1938)
Date
1938-01-01
Page
Seite 421 (sequence 426)
Language
German
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IRI
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Leopold Edlen v. Lämel als Obmann und Leopold Jerusalem und M. J. Landau als Obmannstellvertretern an der Spitze. Sekretär des Vereines, in dessen Mitte sich drei Sektionen, eine technische, eine Wirtschafts¬ und eine lithurgische, bildeten, wurde Luwig Pollak.11 Bereits von Anfang an hatte aber der neue Verein mit den Hindernissen zu kämpfen, welche seinen Bestrebungen von den Prager Oberjuristen in den Weg gelegt wurden, die darin den Ausfluß gefährlicher Neuerungsbestrebungen erblickten. Bald nach der Konstituierung des Vereines wurde über ihn von feindlicher Seite das irreführende Gerücht verbreitet, er habe sich aufgelöst, weil er bei den landesfürstlichen Behörden keine Unterstützung gefunden habe. Der Vereinssekretär L. Pollak wandte sich deshalb schon am 30. Juli 1832 an das Gubernium mit der Bitte, ihm zu gestatten, daß er in den Zeitungen eine Proklamation zum Abdruck bringe, in der er diese irrigen, tendentiösen Gerüchte widerlegte und die Prager Judenschaft zum Eintritte in den Verein aufforderte, dessen Tätigkeit dahin gehe, „den Willen aller besseren Juden" zu erfüllen und eine Einrichtung zu treffen, die schon so unendlich lange entbehrt werde.12 Der Gubernialrat Hartmann widmete dem Gesuche des Vereins, das ihm ins Referat zugeteilt wurde, eingehende Aufmerksamkeit; sein umfangreiches Gutachten, das sich auf die Priora bis ins Jahr 1820 gründete, gab eine Übersicht über die Entwicklung dieser Bewegung vom Hofdekrete vom Feber 1820 an bis zur Gründung des Vereines. Es handelte sich dem Referenten hauptsächlich um die Frage, ob dem seinerzeitigen Ansuchen des neuen Vereines willfahrt werden könne, daß ihm zur Abhaltung des geregelten Gottesdienstes und der deutschen Predigten die alte Schule (Altneusynagoge), die infolge ihres schlechten Zustandes vorerst gründlich hergerichtet werden müßte, in Benützung gegeben werde. Die Verhandlungen mußten beschleunigt werden, weil der Verein die Vierzigjahrfeier der Kaiserkrönung am 9. August 1832 bereits in den neuen Räumlichkeiten zu feiern wünschte. Die größte rechtliche Schwierigkeit, nämlich die Liquidation der Rechte an den Erbsitzen in jener Synagoge, beseitigte der Verein zum größten Teile selbst durch Abmachungen mit deren Inhabern, die entweder mit den Tendenzen des Vereines übereinzustimmen erklärten oder damit einverstanden waren, daß ihre Sitze in der alten Synagoge sei es ausgezahlt oder gegen Sitze in anderen Prager Synagogen ausgetauscht würden. Wie im Jahre 1820, so stellten sich auch diesmal vor allem die Prager Rabbiner den Plänen des neuen Vereines entgegen. Der Oberjurist Samuel Landau brachte gegen das Ansuchen des Vereines um Abtretung der alten Synagoge einen energischen Protest ein, in dem er „mit dem fanatischen Eifer eines finsteren Geistlichen'6 (wie sich der Gubernialreferent in seinem Votum ausdrückte) im Ganzen die bereits aus den 11 421

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