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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1938-01-01 · 9 (1938) · p. Seite 402

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
9 (1938)
Date
1938-01-01
Page
Seite 402 (sequence 407)
Language
German
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eines fremden Gottes ist verboten'*; man hat sich dahero auf keine Weis mit einer andern Nation zu vermischen; und wenn wir uns auch zum Christenthum bekennen, die vorgeschriebene Gesetze des Christenthums beobachten, so müssen wir keineswegs aus unsern Herzen die drei Knöpf des Glaubens unserer Herrn Könige Sabatha Zabi, Barachiah und Chacham Jacob Frank, die Vollkommenheit aller andern, vergessen.64 Es entstand zur selben Zeit eine Verfolgung von den Juden, welche die Zusammenkunft der Sabathianer Sect nicht billigen wollten; Frank mit seinem Anhang begab sich bei diesem Vorfalle unter die Protection des Herrn Bischofs von Kaminiez, und wurden alsdenn sowohl bei dem Kaminiezer, als auch bei dem Herrn Bischof in Lemberg viele Streitigkeiten mit den Juden verursachet. Ich wurde endlich nacher Lemberg berufen und empfinge im November 1758 mit ihm, Frank, und den mehresten seines Anhanges die heilige Tauf. Frank, der aus der Türkei alleinig gekommen und nur denjenigen, der anjetzo bei ihm in Brünn als Stallmeister den Namen führt, nebst noch einigen Mannspersonen bei sich gehabt, sein Weib und die Tochter aber in der Türkei gelassen hatte, und er, Frank, ganz arm wäre, so wurde ihm alsogleich eine namhafte Summa von seinem Anhang vorgeschossen, wozu auch ich 280 Ducaten gegeben habe. Dann fuhr er mit vielen von seinem Anhang nacher Warschau, wo sich derselbe von Hoffart einnehmen liesz und predigte, ,,dasz er der Herr über Leben und Sterben seie und dasz diejenigen, die an ihn mit ganzen Herzen glauben werden, niemals sterben sollen;" da aber dennoch einige von seinem Anhang gestorben sind und er darüber befragt wurde, gab er zur Antwort: ,,dasz diejenigen, die gestorben sein, keinen wahren Glauben an ihn gehabt hätten.44 Einige seines Anhangs kamen auf die Gedanken, und beschlossen, um eine Probe zu machen, ob denn derselbe acht oder unächt seie, die ganze Beschaffenheit der Sache der geistlichen Obrigkeit zu entdecken. Es wurde auch die Sache von dem Herrn Kronkanzler und dem Kapitel mit Zuziehung anderer Bischöfe commissionaliter genau untersucht. Die mehresten seines Anhangs, die in Warschau waren, bekannten und betheüerten ihren Fehler öffentlich bei der Commission, und verreversirten sich zugleich, hinfüro auf keine derlei Gedanken zu gerathen und als gute katholische Christen zu leben. Er Frank aber brachte bei seinem Examen viele freche Sachen vor (welche hier anzuführen unnötig wären, weilen die ganze Begebenheit in dem Protocole bei der Kronkanzlei vorfindig ist, auf welches ich mich berufe und mit Leib und Leben hafte) und wurde alsogleich zu ewigen Arrest in das Kloster Czenstochow verwiesen. Aber leider wuszte dieser vom Teufel besessene Mann die Leute an sich zu ziehen; sie fuhren einzelweis zu ihm in das Kloster und gaben ihm reichliche Geschenke. Der Glaube an ihn verstärkte sich alltäglich ungeachtet seines Arrestes, denn er wuszte seinen Anhang zu hintergehen und machte ihn glauben, dasz sein Arrest sein müsse, und erfrechte sich solches aus der heiligen Schrift zu erweisen. Ich wäre in Wahrheit wankelmüthig an ihn zu glauben und doch war ich bei ihm in seinem Arrest, bis sein Weib gestorben und in Czenstochow begraben worden war. Dieses machte bei vielen einen groszen Eindruck, wie auch wegen Sachen, die wider alle menschliche Sitten und Natur von ihm, Frank, gelehret wurden, das man unmöglich was Menschliches daraus schlieszen konnte. So wurde ich öffentlich wider ihn aufgebracht, bekannte mein Irrthum, wurde dessen öffentlicher Feind und verliesz alsogleich den Aufenthalt seines Arrestes und begab mich nacher Warschau, wo ich samt meinem Weib und Kind zur selben Zeit wohnhaft war. Mein Weib (die nun ganze 4 Jahre von mir getrennet, bei dem Frank in Brünn ihren Aufenthalt gehabt, auch vor kurzer Zeit mit einem jungen Reisgesell hier in Wien wäre und nunmehro mit ihrem Gefährten nach Brünn verreiset ist) hatte zur selben Zeit einen menschlichen Funken und Naturstrieb gegen mich. Sie entdeckte mir, dasz der Befehl von dem heiligen Herrn (dieses ist der Ruf von dem Jacob Frank, wenn seine Anhänger von ihm reden) wäre, dasz man mich und alle andere Widerspenstige auf unsern Nachtlagern erschlagen und tödten solle. Mein Weib konnte dieses leicht erforschen, denn man hatte kein Bedenken etwas vor ihr verbergen, weil sie allzeit seine Rechtgläubige 402 60

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