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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1938-01-01 · 9 (1938) · p. Seite 400

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
9 (1938)
Date
1938-01-01
Page
Seite 400 (sequence 405)
Language
German
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IRI
…/2644300-2644309--4207-2648556
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Mendelssohns. Zugunsten der geistigen Wiedergeburt des Judentums war er besonders auf dem Gebiete des Schulwesens tätig (i. J. 1778 errichtete er in Berlin die erste „Jüdische Freischule — Chimuch Nearim"); hier kämpfte er gegen die veralteten Methoden der jüdischen Schulen an. Er stand an der Wiege des „Vereins der Freunde der hebräischen Sprache44 (Chebrath dorsche leschon eber) i. J. 1783 zu Berlin und der von ihm herausgegebenen Zeitschrift, gewöhnlich „Der Sammler44 genannt (Measeff), mit deren Hilfe auf eine umfassende geistige Emporhebung der Judenschaft hingearbeitet werden und gegen dessen jüdische Widersacher gekämpft werden sollte, die man besonders in den Reihen der Rabbiner suchte. Er polemisierte u. a. auch mit Flekeles in der Broschüre „Schreiben an meine Mitbrüder in Deutschland44, gegen seinen Widerstand gegen die Übersetzung hebräischer Gebete ins Deutsche (Olat Zibbur) und warb immer und überall eifrig für die Ideen Mendelssohns. 43 Die Zuschrift wurde vom Untersuchungskommissär Patzelt konzipiert. 44 Unterzeichnet hatten: Markus Salomon Eydlitz, Wolf Moscheies, Michael Jurist und Markus Dormitzer. 45 Er lautete: „Die Pflichten der Gemeindevorsteher sind, wo es nöthig ist, vertreten, in ihrem Namen sprechen, die Gerechtsame der Gemeinde vertheidigen, für die Verpflegung der armen Juden zu sorgen, die zu den Gemeindeauslagen bestimmten Beiträge einheben, wenn es in unvorhergesehenen Fällen um eine neue Gemeindeauslage zu thun ist, sich an den Magistrat wenden, und überhaupt alles dasjenige besorgen, und handhaben, was zum W^ohl der Gemeinde abzielt. Bei diesen und allen Gemeindegeschäften und Rechnungen soll nur die deutsche Sprache gebraucht werden. Von den Gemeindevorstehern haben in Amtsgelegenheiten Einer für Alle, und Alle für einen zu haften, sie können daher ihre Amtsgeschäfte, wie es ihnen gut dünkt, unter sich vertheilen, oder in Besorgung derselben unter sich abwechseln.44 46 Nach Lieben: 23. Cheschwan 5561. 47 Bei dieser Gelegenheit äußert Hönig seinen besonderen Wunsch: „Ich hätte eine Freude, wenn sie diese Schriften lesen möchten.44 48 Hier könnte man an die bereits erwähnte Zerrüttung in der Ehe des Simon Porges erinnern. 49 Hier hört man aus den Argumentationen der Polizei die von uns bereits näher ausgeführten Anschauungen Honigs heraus. 50 Vielleicht wurde an das Gubernium ein anderer Bericht abgesandt, dessen Konzept sich in der Polizeiregistratur nicht erhalten hat. 51 Das würde die Vermutung bestätigen, daß der ganze Fragenkomplex um die religiösen Unruhen im Prager Ghetto von einer besonderen Gubernialkommission untersucht wurde, deren Akten vorläufig verschollen sind. 52 „Aufgefundene Aktenstücke zur Geschichte der Frankisten in Offenbach.44 (Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judenthums, 1877, S. 410-420.) 53 Vgl. sein Schreiben an die Prager Stadthauptmannschaft vom 10. Feber 1801. Archiv des Ministeriums des Innern in Prag, PG 1801, Fasz. 7, ZI. 316. *4 Beer, Geschichte, Lehren und Meinungen . . Bd. II, S. 339. 55 Ebendort, S. 340. — In seiner weiteren Erzählung erwähnt Beer einen gewissen begabten Jüngling D. (nach einer gleichzeitigen handschriftlichen Bemerkung in dem Exemplar von Beers Werk in der Prager Universitätsbibliothek hieß er Dembitz, soll aus Preßburg [Bratislava] gestammt haben und später Doktor der Medizin gewesen sein), der in Prag Medizin studierte und hier in die frankistischen Netze gelockt wurde. Beer kannte ihn persönlich und bemerkte an ihm plötzlich eine seltsame Veränderung, er zog sich mit einemmale von Welt und Gesellschaft zurück, verließ seine Studien und suchte unverhofft ein verlorenes Dörflein am Fuße des Riesengebirges auf, „wo er von einem Hierophanten in diese Mysterien eingeweihet wurde, und soll sich gegenwärtig, unbekannt ob als Lehrling noch oder als Lehrer schon in Warschau aufhalten.44 400 58

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