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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1938-01-01 · 9 (1938) · p. Seite 394

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
9 (1938)
Date
1938-01-01
Page
Seite 394 (sequence 399)
Language
German
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23 Von Franks Absicht, seine Verräter zu vernichten, schreibt auch Graetz (Frank und die Frankisten, S. 68). 24 Die Anklageschrift Galinskis, eine wertvolle und bisher unbekannte Quelle zu Franks Lebensgeschichte, ist in ihrem Wortlaut dieser Studie angeschlossen als Beilage Nr. I. 25 Datum praes. 27. September 1776. 26 p. Beer schildert eine solche Ausfahrt (Geschichte, Lehren und Meinungen, II, S. 324) mit den Worten: ,,Wenn er ausfuhr, welches fast täglich Nachmittags, zur Verrichtung des Gebets außerhalb der Stadt, auf freiem Felde geschah, umgaben seinen mit sehr prächtigen Pferden bespannten kostbaren Wagen zehn bis zwölf vom Golde strotzende, grün und roth nach Ulahnenart gekleidete Reiter mit Picken, an deren Spitzen sich vergoldete Adler, Hirsche oder Sonnen und Monde befanden. Dem Wagen folgte immer ein auf einem prächtigen, mit vielen Schellen behangenen Rosse sitzender Reiter, der einen mit Wasser gefüllten und am Ende mit einer Art von Gießkanne versehenen Schlauch mit sich führte und nach beendigtem Gebete das Wasser auf der Stelle, wo das Gebet verrichtet wurde, auslaufen ließ. Der Zweck dieser Ceremonie ist unbekannt, da sie weder in der jüdischen noch christlichen oder muhametanischen Religion gegründet ist und selbst in dem Sohar keine Spur davon sich auffinden läßt." iL DIE FRANKISTEN IN PRAG UND IHRE VERFOLGUNG UM 1800 1 Geschichte der Juden, X, S. 489. 2 An der Neige seines Lebens befreundete sich Chajon mit dem Christentum; sein Sohn ist dazu übergetreten. 3 Mit Kamenkers Aufenthalt in Prag hängt wahrscheinlich die Verbreitung einer geheimen kabbalistischen Handschrift aus Prag zusammen; Graetz (Geschichte der Juden, X, S. 335) schreibt darüber: „Von Prag aus wurde in derselben Zeit eine scheinbar kabbalistische Schrift verbreitet, welche an Blödsinn, Verkehrtheit und Gotteslästerung kaum ihresgleichen haben dürfte; die allerunflätigsten Dinge werden darin in talmudischen und soharistischen Redewendungen mit der Gottheit in Verbindung gebracht." Der Titel der Schrift war ,,Wa-abo ha-Jörn el ha-Ajim." In Prag wurde damals behauptet, ihr Autor sei gar Jonathan Eibeschütz. 4 Der Text des Anathems ist aus dessen zweiter Publikation im Herbste 1800 bekannt, als unter der Führung von Flekeles in Prag zum zweitenmal die Franksche Lehre verdammt wurde, was den Gläubigen in den Synagogen verlesen und durch öffentliche Anschläge an den Synagogentüren kundgemacht wurde. Bei der Verfluchung des Frankismus beriefen sich Flekeles und dessen Helfer auf die ältere Verfluchung des Sabbatianismus v. J. 1726; darum erscheint auf der Kundmachung an erster Stelle der Text des Anathems v. J. 1726 abgedruckt, und erst dann folgt die neuerliche Verfluchung. Der Text des Anathems v. J. 1726, im Jahre 1800 von dem Prager Verteidiger der Frankisten Hönig von Hönigsberg ins Deutsche übersetzt, lautete: a ,,Bekandmachung im Jahr 5486 in allen hiesigen Synagogen am Vers^hnungs- C tage vor Anfangs der ersten Gebetsformel Kol Nidree, wann es eben die Zeit heischt, daß jeder seine Handlungen untersuche, sein Herz von allem Fehl reinige und Vergebung und Ablaß vom Ewigen seinem Gotte erflehe. Dann soll jener, der etwra in diesem Frewel-Netze (wovon ferners hier gesprochen wird) ganz oder zum Theil verstrickt w äre, bei Vernehmung dieser Fluchrede überdenken, sein Herz von dieser Ketzerei reinigen, das Verflossene mit Ernst bereuen und zu Gott und seiner Lehre sich bekehren, auf daß er von jener harten zeitlichen und ewigen Strafe als von allen hier verhengte Flüche und Verwünschungen gerettet werde. Vor den Augen unserer Glaubensgenossen! In Nahmen unseres allmächtigen Gottes! 52

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