Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 9 (1938)
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 390 (sequence 395)
- Language
- German
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21. Feber 1801) auf die rabbinische Verfolgung der Frankisten aufmerksam zu machen, die von Prag auf das Land übergreife, und trat die Sache dem Landesgubernium zur Entscheidung ab mit dem Bemerken, man wolle sie bei der Gesamtuntersuchung über die jüdischen Unruhen berücksichtigen. Die Vorlage der Koliner Affäre an das Gubernium wählte Graf Chorinsky auch deshalb, weil er sich für die Sache nicht kompetent hielt. Das Gubernium übertrug die Untersuchung der Angelegenheit dem Kaufimer Kreishauptmann und dabei blieb es — wenigstens für den Historiker, wenn er nicht in der Lage ist, Nachrichten über den weiteren Verlauf aufzufinden. Die Vorfälle des Jahres 1800 bilden die erregteste Zeit in der Geschichte des Frankismus in Böhmen. Dann tritt Ruhe ein. Der Frankismus wurde bald von den österreichischen Behörden verboten. Die Frankisten, welche bei ihrem Glauben verblieben waren, lebten weiter in ihrer besonderen Gedankenwelt. Es ist wahrscheinlich, daß sie sich infolge der Stürme vom Jahre 1800 und wegen des späteren Niederganges des Offenbacher Hofes in ihrem Sektenwesen nicht weiter entwickelten und vielmehr den Einflüssen der deutschen Aufklärung unterlagen, wie sie in unserem Falle durch Hönig von Hönigsberg vorgestellt wird. Auch der gelegentliche Besuch eines Sohnes Franks in Prag im Jahre 1814, der hier als Offizier mit der russischen Armee durchkam, vermochte den religiösen Eifer von ehedem bei den Frankisten nicht aufzufrischen. Frank besuchte in Prag die Bekenner des väterlichen Glaubens, die er aus Offenbach kannte, wurde von ihnen sehr gut aufgenommen und mit einer großen Geldsumme beschenkt.54 Mehr wußte über die Sache aber nicht einmal der Zeitgenosse und Frankistenfreund P. Beer; mit seinen Worten können wir diese Studie beschließen: „So verschwanden mit dem Schauspieler die Bühnenverzierungen, und die Figuranten und Soufleurs verkrochen sich unter die Coulissen. Nichts desto weniger aber wird diese Komödie noch immer im Kleinen fortgespielt. Noch bis jetzt sind die Anhänger Franks und seiner Vorfahren nicht ganz ausgestorben, und die Werbungen dauern, zwar nicht wie vormals en gros, aber doch en detail noch immer fort, wovon das Hauptdepot in Warschau gegen« wärtig sich befindet/'55 390 48