Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 9 (1938)
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 386 (sequence 391)
- Language
- German
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und rücksichtslosen Angriffe Honigs gegen die Rabbiner aufzählen. Es mag genügen, wenn wir noch erwähnen, wie er über die schändliche (sie!) Ausbildung der Jugend durch die Rabbiner spricht. Nach seiner Darlegung führen sie die Jugend nicht zur Liebe und Achtung gegenüber dem Nächsten, sondern führen sie zum Haß gegenüber Personen, denen sie nicht gewogen sind. Das beweist er an ihrer haßerfüllten Jugenderziehung gegenüber den Sektierern; die Folgen hat Hönig in der eigenen Familie verspürt. Hönig ist überzeugt, nur auf Antrieb der Rabbiner antworte sein dreijähriger Knabe auf die Frage: „Wer ist dein Vater, was ist dein Großvater?" mit den Worten: ,,Ein Schöps!" Sicherlich eine übertriebene Beschuldigung; wahrscheinlicher ist wohl, daß hier der Einfluß der fanatisierten Gasse spricht, die freilich von den Rabbinern bearbeitet war. Der Zustand der jüdischen Schülerschaft auf dem Gebiete des Wissens ist nach Hönig so schlecht nur durch die Schuld der Rabbiner, die angeblich die Jugend weder lehren, die hebräischen Gebete ins Deutsche zu übersetzen (wras eine Hauptforderung der jüdischen Aufklärer war), noch die Psalmen zu erklären. So komme es, daß die jüdische Jugend weder die jüdische Geschichte kenne noch die Propheten noch die jüdische Literatur, und Hönig zweifelt, ob sie überhaupt die fünf Bücher Mosis kenne. Und die Leute, welche das jüdische Volk verelenden, erziehen es nur zum Hasse gegen einen Teil seiner Glaubensgenossen. „Man nehme nur ihre eigene Denkmäler her, nämlich ihre gedruckten Predigten und sonstige Bücher, und übersetze Stellen daraus, man wird staunen über die Roheit und Dummheit ihrer religiösen und moralischen Begriffe." In einem weiteren Teile schildert Hönig die schon bekannten Methoden rabbinischer Persekution, die Predigten der Rabbiner, besonders jene des Flekeles. Die Rabbiner benennen zwar in ihren Predigten niemanden, aber das Volk erkennt leicht, gegen wen ihre Worte zielen, und inszeniert eine Verfolgung der Beschuldigten. Niemand untersteht sich zu widersprechen und auf die Unmoralität im Vorgehen der Rabbiner hinzuweisen, weil sich alle fürchten, der Grimm der Rabbiner könnte sich auch gegen ihn kehren. Der Gipfel der Schändlichkeit aber sei es, Mißliebige am Versöhnungstag zu verfluchen, wie dies die Oberjuristen im Jahre 1800 getan, anstatt gerade an diesem Tage Liebe und Verzeihen zu predigen. Hönig klärt auch den Polizeikommissär über die Bedeutung des Verfluchens unter den Juden auf und bittet ihn, bei der Untersuchung alle Leiden und Entbehrungen in Betracht zu ziehen, die er und der Kreis seiner Bekannten von den Rabbinern und ihren Werkzeugen erdulden müssen, und gerecht zu urteilen. In Honigs Anklageschrift sind auch einige konkrete Beispiele für die Persekution seitens der Rabbiner angeführt, die wir bei der vorher- 38ß 44