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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1938-01-01 · 9 (1938) · p. Seite 361

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
9 (1938)
Date
1938-01-01
Page
Seite 361 (sequence 365)
Language
German
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IRI
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energischerer und rücksichtsloserer Gegner erstehen werde, als Landau es gewesen war.5 Die wiederaufgenommene Tätigkeit der Prager Frankisten war an ihren häufigeren Reisen nach Offenbach zu erkennen, wohin sie zogen, um Franks Tochter Eva ihre Huldigung darzubringen und ihr ihre Gaben und Geld zum Unterhalte ihres Hofes zu überreichen. Über diese Reisen in den letzten Jahren des 18. Jahrhunderts, die der jüdischen Öffentlichkeit nicht verborgen geblieben sind, sind wir ziemlich gut unterrichtet. Es haben sich uns nämlich darüber mehrere zeitgenössische Nachrichten durchwegs böhmischen Ursprungs erhalten, zum Teil bereits bekannt, zum Teil aber völlig unbekannt. Bisher war die Hauptquelle für die Kenntnis von der Tätigkeit der Prager Frankisten vor dem Jahre 1800 die Edition von Samuel Back unter dem Titel „Aufgefundene Aktenstücke zur Geschichte der Frankisten in Offenbach" (Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums, Jg. 1877). Hier ist namentlich der Text des Protokolles abgedruckt, das am 24. und 25. November 1800 zu Fürth in Bayern mit den jungen Prager Juden Moses und Low Porges aufgenommen wurde, als sie auf der Flucht aus Offenbach begriffen waren, da ihnen das absolute und rücksichtslose Regime Eva Franks unerträglich war. Das Protokoll enthält recht viel Nachrichten über die Prager Frankisten; ihre Namen allerdings hat Back — um ihre noch lebenden unmittelbaren Nachkommen nicht zu kompromittieren — in der Edition ausgelassen. Die nunmehr schon zugängliche gleichzeitige Abschrift dieses Protokolls gestattet bequem die Ergänzung der in der Backschen Edition leergebliebenen Stellen.6 Die zweite wichtige Quelle zur Geschichte der Prager Frankisten sind die Erinnerungen des beerits genannten Offenbacher Flüchtlings Moses Porges.7 Eine dritte, hochwichtige, bisher unbekannte Quelle sind anonyme Anzeigen vom Jahre 1799, die ein unbekannter Frankistengegner, der mit dem Anfangsbuchstaben B. zeichnete, an den Prager Stadthauptmann Grafen Wratislaw richtete, wobei er ihn auf die Gefährlichkeit der Sekte aufmerksam machte und strenge Überwachung derselben, ja Bestrafung ihrer Mitglieder forderte.8 Diese drei Quellen ergänzen einander gegenseitig, beglaubigen aber auch gegenseitig einerseits die Namen der Prager Frankisten, anderseits ihre Reisen nach Offenbach und die Arten ihrer Propaganda. In der chronologischen Folge der Ereignisse am ältesten sind die Nachrichten des bisher unbekannten Anonymus B. Er behauptet von sich, Mitglied der Prager Judengemeinde zu sein, die von den Irrlehren Sabbatai Zewis angesteckt sei. Er war ein geschworener Feind dieser Lehren und schreckte nicht vor Unwahrheiten, demagogischer Hetze und Denunziation zurück, um nur ihre Bekenner unmöglich zu machen. 19 3G1

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