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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1938-01-01 · 9 (1938) · p. Seite 351

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
9 (1938)
Date
1938-01-01
Page
Seite 351 (sequence 355)
Language
German
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erhielt es noch eine Stärkung durch die intensive Propaganda, welche in Mähren die polnischen Frankisten entwickelten. Nur so läßt sich das Wohlwollen begreifen, dessen sich bei den Vorstehern der Proßnitzer Judengemeinde zwei Agenten Franks erfreuten, welche im Jahre 1769 Frank aus Czenstochau nach Mähren ausgesandt hatte und denen in Proßnitz sogar gestattet wurde in der Synagoge zu predigen, allerdings unter der Bedingung, sie müßten sich äußerlich als orthodoxe Juden geben. Ihr öffentliches Auftreten stieß jedoch bei den orthodoxen Angehörigen der Proßnitzer Judengemeinde auf Widerspruch und rief im Proßnitzer Ghetto bedeutende Unruhe hervor. Aus dieser knappen Übersicht über die Erfolge der sabbatianischfrankistischen Propaganda in Mähren gewinnen wir die Überzeugung, Frank habe bei der Wahl Mährens zu seinem künftigen Aufenthaltsort entsprechende Kenntnis von den Sympathien eines Teiles der mährischen Judenschaft gehabt und habe hinziehen können mit dem Bewußtsein, zu den Seinen zu gehen. Nach seiner Entlassung aus Czenstochau benützte er seinen kurzen Warschauer Aufenthalt zu Beginn des Jahres 1773 dazu, um sich die Papiere für die Reise nach Mähren zu beschaffen.10 Weil damals die Lage nach der ersten Teilung Polens noch nicht ganz geklärt und große Teile des Landes noch von österreichischen, russischen und preußischen Soldaten besetzt waren, wandte er sich an die Gesandten dieser drei Okkupationsstaaten in Warschau mit der Bitte um Ausstellung irgendwelcher Passierscheine oder Geleitsbriefe, damit er während der Reise nach Mähren nicht unnötigerweise vom Militär behelligt werde. Alle drei Gesandtschaften entsprachen seiner Bitte und folgten ihm Pässe zur Reise nach Brünn aus.11 Die Pässe lauteten auch auf sämtliche Mitglieder von Franks Gefolge und auf zwei Wagen, auf denen die nicht unbedeutende Habe Franks verfrachtet werden sollte. In der bisherigen Literatur über Frank las man stets von einem sehr zahlreichen Gefolge, von dem sieh Frank auf seinen Reisen begleiten ließ. Für das Jahr 1773 sind wir darüber sehr ausführlich unterrichtet. Mit Frank trafen in Brünn über Troppau und vielleicht auch über Proßnitz nur 18 Personen an Gefolge ein. Außer Jakob Josef Frank und seiner Tochter Eva gehörte dazu:12 Magdalena Jeserainow, Kammerzofe, Hanuscha Pawlowska, Kammerzofe, Rosa Michaiowa, Wäscherin, Barbora Jesephte, Wäscherin, Jendrusch Dembowski, Sekretär, Matuwisch Neminowski, Casymir Bodinsche, Koch, Josef Neikulnische, in der Küche, Francischek Bodowske, Lehrling in der Küche, Ignatz Cesiraiske, Diener, Elias Haiduk, Johann Holzhacker, Francischek Carluske, Kutscher, Johann Rosenzweig, Ignatz Breitz, Jomk Forish, Francischek Fuhrmann, Kutscher, Jakob Fuhrmann, Kutscher.13 9 351

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