Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 9 (1938)
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 335 (sequence 339)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2644300-2644309--4141-2648490- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
So hat unser Herr, der Kaiser s. E. w. e. Juni 1704 der bürgerl. Zeitr. das ist am Schebuotfeste 464 d. kl. Z. an die Herren der Statthalterei einen allergnädigsten Befehl ergehen lassen, daß R. Samuel und seine Bürgen wirklich absolviert sind, daß er ganz rein und gerecht ist, und alle auf ihn angebrachten Sachen falsch befunden worden sind, daß dessentwegen die Statthalter den gnädigen Befehl in allen Synagogen sollen öffentlich publizieren lassen. Er hat auch an die Herren der Appellation einen besonderen allergnädigsten Befehl ergehen lassen, daß sie wider Aron Ris auf seine sowohl gegen R. Samuel Tausk als auch in Sachen des Rechts mutwillige begangene Fälschungen strenges Gericht tun sollen, und den bei der Rumor Hauptwache gesessenen Salomo Weiskopf hat man dem Stadtgericht in Wien übergeben, daß sie ihn auf sein falsches Anbringen gegen R. Samuel sein verdientes Urteil machen sollen und daß R. Samuel ihm seinen obengemeldeten Unterhalt täglich 10 Kr. nicht weiter zu geben braucht. Diese kaiserlichen Befehle sind nach R. Samuels Ankunft in Prag auf Befehl der Statthalterei i. E. w. e. 26. Juni, d. i. der 24. Siwan am Sabbat darauf in allen Synagogen publicirt worden. Dann hat R. Samuel, nachdem die Altschul durch sein Eintreten eröffnet geworden, diese ausputzen und ausweißen und mit schönen Malereien malen lassen, daß wirklich ein Heiligtum im Kleinen geworden ist und mit den Vorstehern durch das Los alle Stätt66a ausgeteilt und am Vorabend des Sabbat, des 15. Menachem, mit Freude und Jubel mit vielen Chasonim und Musikanten eingeweiht und den Sabbat darinnen empfangen; am nächsten Tage dem Sabbat Nachmu hielt der große berühmte Gaon R. Dawid Oppenheim s. L. 1., der Rabbiner unserer Gemeinde eine wunderbare Derascha darin. Bei dieser Gelegenheit sind seitens der Großen der Gemeinde viele Gelübde und Spenden zugunsten des Hauses gefallen und Gott g. s. E. Lob und Dank gegeben worden über all das Gute, das er seinem Knechte Samuel und seinem Volke Israel getan. In dieser Zeit hat Ihro Excell. Hof-Kanzler gnädig anbefohlen dem Rumor-Hauptmann den erwähnten Ris mit seinem Weibe zu suchen und sie aus der Stadt zu führen, daß sie sich nicht mehr in der Residenzstadt Wien finden lassen, wie aber der Ris von diesem Befehl erfahren, hat er sich heimlich aus Wien herausgemacht und seinen Weg nach Berlin in sein Vaterland genommen, wo er noch ist. Weil er sich selbst im Unrecht weiß, so traut er sich nicht von dort wegzureisen, aber sein gutes Weib ist gleich mit Rumorknechten aus der Stadt geführt worden. Und während das Stadtgericht in Wien die Sache des Salomo Weisskopf untersucht hat, so ist u. u. v. S. w. am Dienstag den 11. Ijar 465 d. kl. Z., d. i. der 1. Mai 1705 der gew. Zeitrechnung uns unsere Krone von unserem Haupte gefallen, das unser allergnädigster Kaiser Leopoldus 29 335