Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 9 (1938)
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 332 (sequence 336)
- Language
- German
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Herren Komissari sein falsches Anbringen mit großer Klugheit gleich vermerkt haben. Darnach haben sie R. Samuel examinieren wollen, aber da hat gerade unsere durchlauchtigste allergnädigste Kaiserin um Ihro Excellenz Graf Kinsky, den Rektor dieser Komission geschickt, so giengen die Herren Komissari auseinander und man führte R. Samuel wieder unexaminiert ins Gefängnis. Donnerstag 4. Schewat wurde zum 3male in der Sache Komission gehalten und abermals erwähnten Salomo Weißkopf zuerst vernommen und etwa eine halbe Stunde lang examiniert, nach ihm hat man R. Samuel einvernommen, und die Komission hat ihm die falschen Briefe vorgezeigt, er soll darüber Red und Antwort geben. Wie R. Samuel den falschen Brief zu lesen anfangt und darin findet, daß sich R. Salomo halevi zu Prag bei ihm im Haus aufgehalten haben sollte, so hebt R. Samuel aus großen Unrechtleiden mit heller Stimme zu schreien und zu weinen an und sagt, ich mag schon weiter nicht lesen, sondern wenn nur der eine Punkt wahr ist, daß Salomo halewi sich in mein Haus befunden, oder ich zur selben Zeit in Prag gewesen bin, geb ich mich selbst schuldig und will von Herzen gerne leiden. Da hat die Komission R. Samuel zu Herzen geredet, weil der Weißkopf ein armer Mann ist und nicht zu zehren hat, daß er ihm sollte im Gefängnis sein Unterhalt geben, das hat R. Samuel den Herren Komissari zu Ehren eingewilligt ihn alle Tag mit 10 Kr. zu verpflegen. Dieses Mal wurde R. Samuel und sein Bruder R. Salomo von der Komission frei und losgesprochen worden gegen Bürgen, unter der Bedingung, daß er sich, wenn man ihn wieder verlange, stellen müsse und dabei dem titul. Herrn Secretari Bechinge anbefohlen worden, diese Examinierung wie auch den darüber gemachten Schluß zu Papier zu bringen und unserem Herrn dem Kaiser einzureichen, sein höchst geltende Approbation allergnädigst dazu zu geben. Weil aber Herr Secretari Bechinge damals mit viel kaiserlichen Geschäften beladen gewesen ist, war die Sache verhindert worden und nicht verfertigen können bis allererst den 12. Schewat hat Ihre Excell. Herr Graf Kinsky s. E. w. e. den Aufsatz mit völliger Komissions-Unterschrift unserem Herrn dem Kaiser s. E. w. e. eingehändigt und weil unser Herr der Kaiser s. E. w. e. den R. Samuel bei diesem falschen Anbringen für rein und recht befunden, so hat er sofort mit dem Schluß der Komission übereingestimmt. Donnerstag den 18. Schewat hat unser Herr der Kaiser den Aufsatz der Komission wieder dem Grafen Kinsky eingehändigt, gleich darauf schickte Graf Kinsky zu Herrn Secretari Bechinge, er solle die Bürgschafts-Urkunde zu Papier bringen und die Bürgen darauf unterschreiben lassen, dieser setzte die Bürgschaftsurkunde auf und schickte um den Rabb. R. Baruch und gab ihm die Bürgschaftsurkunde, daß er sie unterschreiben lassen sollte. 332 26