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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1938-01-01 · 9 (1938) · p. Seite 331

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
9 (1938)
Date
1938-01-01
Page
Seite 331 (sequence 335)
Language
German
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den Ris allsogleich verhaften soll, und man hat den Aron Ris die ganze Nacht allerorten gesucht, aber nicht gefunden, weil er sich heimlich versteckt und verborgen hat, jedoch am selben Mittwoch, den 26. Tewes in der Nacht hat man ihn gefunden und, wie ihn die Wache ergreift um ihn gefangen zu nehmen, wirft er aus seinem Aermel geschwind zwei Briefe heraus und verbrennt sie vor den Augen der Wache zu Asche, die anderen Schriften, die er bei sich gehabt, nahmen sie ihm weg und führten ihn ins Gefängnis ins Stockhaus. Die Briefschaften des R. Samuel hat man nach Prag geschickt zu Händen Ihro Excellenz Herrn Herrn Appellationspräsidenten titul, sie dem gnädigen Herrn Grafen Herbenstein, Appellationsrat titel zu geben, welcher Schrift und Sprache der Juden sehr gut kennt, und der daraus selbst den Inhalt wird ersehen können, dadurch wird man wissen, ob die erwähnte angegebene Korrespondenz R. Samuel Tausk's wahr oder nicht wahr sei. Nun war zur selben Zeit die Stadt Passau64 erobert und eingenommen worden und auch das Schloß Oberhaus von ... zu Hilfe dem König in Frankreich, da war ein großer Tummel beim ganzen kaiserlichen Hof, so daß die hohen Minister sich tatsächlich nicht Zeit nehmen konnten den Speichel aus dem Mund zu werfen, geschweige denn sich mit jüdischen Angelegenheiten zu beschäftigen. Nur durch großes Anlaufen und Bitten, das der vornehme R. Meir Kadisch Rosch hakohol d. G. 1. und der Rabbiner R. Baruch halewi gebraucht haben bei den Herren Komissari, wie auch daß der große berühmte Gaon R. Dawid Oppenheim64* der Rabbiner unserer Gemeinde Prag sehr gedrängt und inständigst gebeten hat seinen Mechutan, den großen Gaon, den Rabbiner, den berühmten Stadlan, den Stolz der Genration R. Simson Wertheim,64b daß er in dieser Angelegenheit zu Herrn Grafen Perzilini, Hofkanzler titul gehen müchte, hat sich dieser Gaon R. Simson angelegen sein lassen und gleich gegangen und um Gottes willen gebeten, daß er eiligst alles tun soll, die Rechtssache des R. Samuel zu erläutern und zu erklären. Darauf sind die Herren der Komission am Montag, dem Neumond Schebat wieder zum zweitenmale zusammengetreten, so hat der Rabb. R. Baruch untertänig gebeten, weil sein Schwär R. Samuel in die Stadt Wien bei allen hohen Beamten in gutem Ruf wohl bekannt ist, daß man ihn nicht durch die Stadt mit Soldaten führen soll, denn es wäre ihm eine große Schande. Die Bitte des Rabb. R. Baruch ist bewilligt und anbefohlen, daß der Wachtmeisterleutnant in einem gedeckten Wagen mit R. Samuel zu der Komission fahren soll. Aber Salomo Weißkopf wird öffentlich mit Schimpf und Schande mit vielen Soldaten zu der Komission geführt, die Komission läßt den Weißkopf zuerst vor sich und examiniert ihn über zwei Stunden lang mit großer Klugheit. Ihre Fragen und seine Antworten darauf wissen wir noch heute nicht, nur dem Vernehmen nach, hat er sich allein verredet, so daß die 25 331

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