Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 9 (1938)
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 330 (sequence 334)
- Language
- German
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von R. Samuel durch Chajim zu hören. Am Freitag, den 20. Tewes kommt der Diener der hochschätzbaren Frau Ester Rosenberg nach Nikolspurg mit der Post und bringt die Ordre von R. Samuel, daß es nicht gut sei, daß alle insgesamt nach Wien kommen, sondern nur sein Bruder Salomo und sein Eidam R. Baruch Austerlitz. Am Sabbatausgang d. 22. Tewes hat sich R. Aron Katz und R. Hirsch R. Ch. R.T.63a wieder zurück nachhause nach Prag begeben, und Sonntag darauf ist R. Salomo und der Rabb. R. Baruch Austerlitz mit der Post zu Leben und Frieden nach Wien gereist. Der vornehme R. Meir Kadisch ist zwar am Montag d. 23. Tewes unbehelligt nach Wien gekommen, wie aber R. Salomo und der Rabb. R. Baruch am selben Tage zur ersten Wache beim Tor gekommen sind und in die Stadt wollten, hat sie die Wache angehalten und gefangen genommen, wegen der Veranstaltung, die dazu getroffen worden war, die erwähnten drei Abgesandten zu verhaften. R. Salomo und R. Baruch ließen ihre Verhaftung der erwähnten Frau Esther Rosenberg mitteilen, und diese lauft gleich von einer hohen Behörde zur andern und erwirkt, daß der Rabbiner R. Baruch, weil er unter den ersten drei Abgesandten nicht mitgemeldet war, sofort freigeworden ist, und R. Salomo, welcher zu den ersten Dreien gehört, ist beim Herrn Wachtmeister-Leutnant gefangen geblieben. R. Meir Kadisch und der Rabb. R. Baruch und die Frau Esther laufen zu den allergnädigsten von unserem Herrn dem Kaiser s. E. w. e. deputirten Komissarien und bitten sie fußfällig unter Tränen, sie möchten zusammentreten und die Sache gründlich untersuchen, um dadurch der Wahrheit auf den Grund zu kommen. So gab Gott g. s. E. ihnen Seligkeit in den Augen der gnädigen Kommission, daß sie Mittwoch d. 25. Tewes abends im Hause Ihro Excell. Herrn Herrn Graf Kinsky fleißig zusammentreten. Die Herren der Kommission titul, ließen R. Samuel aus dem Gefängnis zu sich berufen und R. Samuel bewies lauter und klar, daß er sein Tag nie den R. Samuel halevi zu Prag gesehen, sondern daß er sich mit in der Stadt Znaim getroffen habe, von wo R. Samuel seinen Weg nach Wien genommen, R. Salomo halewi aber sich nach Prag begeben habe. R. Samuel bat die Herren der Kommission, nachdem die Wahrheit klar erwiesen sei, und es nur ein falsches Anbringen sei, die gnädigen Herren Komissari möchten gnädig geruhen und belieben den Aron Ris auch gefangen nehmen zu lassen, weil er mit dem erwähnten Weisskopf gemeinsam den falschen Schluß gegen ihn erdichtet habe, und wenn er auch in Haft komme, wird er dies hoffentlich bekennen und die liebe Wahrheit desto besser an den Tag und ans Licht kommen. So haben die Herren der Komission das gehorsamste Bitten und Begehren von R. Samuel für gut befunden und gleich hochgnädig befohlen, daß man 330 24