Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 9 (1938)
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 329 (sequence 333)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2644300-2644309--4135-2648484- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Weisskopf richtig, und er auch von Prag nichts gebracht, was sein falsches Anbringen hätte bekräftigen können, so befahl er den Weisskopf in der Rumorhauptwache gefangen setzen zu lassen. Durch die Gnade Gottes g. s. E. haben viele vornehme Herren und Damen für R. Samuel zum Guten sich verwendet, so daß unser gnädiger Herr, der Kaiser, große Gelehrte, Angesehene und Einsichtige, die Recht, Wahrheit und Gerechtigkeit lieben, in eine Kommission gegeben, um den Rechtsfall nach ihre Weisheit auszuforschen, ob das falsche Anbringen gegen R. Samuel wahr ist. Und dies sind die Herren Komissari, welchen die Sache von unserem gnädigen Herrn, dem Kaiser zu erläutern allergnädigst aufgetragen worden, der erste Ihro Excellenz Graf Kinsky Kanzler, titul mit sein Kanzlei Secretari titul Herr Bechingi, und I. E. Graf Perzileni59 Hof Kanzler titul mit sein Kanzleisekretär Herr Quarient60 titul und Ihro Gnaden Kriegssekretär Kampmiller61 und es war darum aus der Krigskanzlei ein Komissari dazu gegeben worden, indem auch R. Samuel durch Soldaten gefangen genommen worden ist. Am Sabbat dem 14. Tewes sind abermals Briefe von Chajim Tausk im Namen R. Samuel nach Prag gekommen, welche gelautet haben, man solle zu Hilfe schicken den gelehrten vornehmen R. Meir Kadisch62 Rosch hakohol und den angesehenen R. Selig Singer,63 Ikar hakohol und seinen Eidam den Rabbiner R. Baruch Austerlitz, und sie reisten nach Wien. Wie sie unterwegs zur Stadt Neuhaus kommen, kommen ihnen dort Leute von Wien entgegen, die ihnen sagten, daß die ersten Abgesandten, nämlich R. Aron Katz, R. Salomo Tauske und R. Hirsch R. Chajim R. T. in Wien gefangen genommen worden seien, worüber sie sich entsetzten und hart erschraken, wie sie aber hernach hörten, daß es Lüge sei, und die ersten Abgesandten nicht nach Wien sondern nur bis Schaffa gereist sein, um dort den Ausschlag zu vernehmen, da reist der Rabbiner R. Baruch Austerlitz und R. Selig Singer auch bis Schaffa, und der vornehme R. Meir Kadisch wartet in der Stadt Neuhaus auf Ordre, was ihm der Rabb. R. Baruch von Schaffa schreiben wird, wohin er sich lenken soll. Wie nun der Rabb. Baruch und R. Selig nach Schaffa kommen, finden sie dort die ersten drei Abgesandten, die schon einen Brief Chajim Tausk's im Namen R. Samuels in Händen hatten, sie sollten nach Nikolspurg reisen und dort einige Tage verbleiben und weitere Ordre von Chaim Tausk erwarten, da hat R. Baruch gleich eine Stafette nach Neuhaus geschickt und dies R. Meir Kadisch mitgeteilt, worauf R. Meir Kadisch ungesäumt nach Wien gereist ist. Die ersten drei Abgesandten aber mitsammt dem Rabb. R. Baruch und R. Selig Singer reisen nach Nikolsburg, von wo R. Selig Singer sofort nach Wien reist, jedoch die ersten drei Abgesandten und der Rabb. R. Baruch bleiben dort um Ordre 23 329