Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 9 (1938)
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 328 (sequence 332)
- Language
- German
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heiligen Gemeinde Kelin (Kolin56) geschickt zu dem gelehrten hochangesehenen R. Baruch Austerlitz dem Schwiegersohn des R. Samuel Tausk und ihm die Sache mitgeteilt, daß er dringend herkommen solle, um der Beratung beizuwohnen wegen sein Schwär56* R. Samuel Tausk. Wie nun aber Salomo Weisskopf und der Stallmeister gehört haben, daß die Leute nach Wien gereist sind, so reisten sie geschwind nach und machten in Wien Anstalt, daß man die Abgesandten auch verhaften soll, wie aber die Abgesandten dieses erfahren haben, nehmen sie ihren Weg nach der heiligen Gemeinde Schaffa, die Grenze von Mähren und Österreich und stellen die Wiener Reise ein. Am Mittwoch dem 11. Tewes ist der Rabb. R. Baruch in Prag angekommen und es ist ihm erzählt wTorden, wie es hier geht, da hat er glücklich nachgeforscht um zu erfahren, wer mit Aron Ris Weib zu dem Stallmeister und Salomo Weisskopf gegangen ist, da hat sich ereignet, daß einer gesagt hat, er habe gesehen, R. Modi57 aus Berlin, der Schwiegersohn des vornehmen R. Leb Karpels,58 Tob hakohol, welche mit R. Aron Ris verwandt ist, sei mit der Frau des Aron Ris in diese Sache zu dem Weisskopf gegangen. Nun gieng der vornehme Vorsteher R. Jakob Jeruschalmi und der vornehme R. Leser Wiener zu dem erwähnten R. Model und redeten ihm stark zu, was er sich denkt, warum dies getan und nicht denkt an Gott g. s. E. und verläßt sein Schwärs guten Freund, und den Ratschlägen von solch losem Gesindel beisteht. Und für allemal wissen wir wohl, daß Du mit ihnen interessirt bist, wenn Du aber an Gott g. s. E. willst denken, sag nur was diese falsche Anstalt und Schekerbilbul ist. So sagt der R. Model, es ist wahr, ich bin mit ihnen interessiert, ich bin auch gewesen mit dem Weib des Aron Ris und hab gesehen, daß sie dem Herrn Stallmeister eine ansehnliche Gansleber geschenkt hat und ich habe von dem Stallmeister gehört, wie er gesagt hat, daß unterschiedliche Briefe auf R. Samuel gefunden worden sind und er deswegen gewiß wird eine Gefahr leiden müssen. Am Freitag den 13. Tewes schickte der Rabbiner R. Baruch eine Stafette an die Frau Ester nach Wien und ließ ihr wissen, was der R. Model ausgesagt hat, wie falsche Briefe auf den Schwär R. Samuel ausgetrachtet worden, da ging die Ester und ließ den Brief, den ihr der Rabb. R. Baruch geschrieben, auf Deutsch abschreiben und zeigt den Brief bei allen vornehmen Beamten, was der Weisskopf für böse Werke in Prag gestiftet hat und ließ sich ein Memorial und Supplikation an unseren gnädigen Herrn den Kaiser s. E. w e. verfertigen und übergab dieses Memorial eigenhändig dem Kaiser s. E. w. e., ging auch zu Ihro Excellenz Graf Lamberg und zeigte ihm den Brief und erzählte dabei, welche bösen Taten der Salomo Weisskopf in Prag begangen hat, da nun Graf Lamberg gesehen, daß die Rede der Frau Ester wahr sei, und das falsche Anbringen des 328 22