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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1938-01-01 · 9 (1938) · p. Seite 327

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
9 (1938)
Date
1938-01-01
Page
Seite 327 (sequence 331)
Language
German
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weil wir vernommen, daß ein Jude mit Namen Salomo Weisskopf mit noch ein gewissen Herrn schon etliche Tage allhier in Prag sind und trachten, falsche Zeugnisse wider R. Samuel aufzubringen und man hat ihn an vielen gewissen Orten gespürt mit der Frau des R. Aron Ris, so müssen wir notwendig nachfragen und erfahren ihr Tun und Lassen und ihre Worte, weil er sich auch öffentlich gerühmt hat, auf der Gassen und Märkten, daß man bald hören wird, wie es mit R. Samuel Tausk ergehen wird, und wie er ihm bezahlen wird, der Salomo Weisskopf war in der Herberg bei dem blinden Selig Duschenens,53 so ging R. Hirsch54 Sohn des erwähnten Rabbiners R. Chajim R. T. mit Klugheit hinein zu dem blinden Selig Duschenes und gab sich dem Salomo Weisskopf nicht zu erkennen und stellte sich so, wie wenn er ein Feind wäre von R. Samuel Tausk und nahm den Weisskopf mit sich in sein Haus, da giengen die vornehmen R. Abraham Lasch und R. Leser und R. Gumprecht Leitmeritz, die Taten des Weisskopf ausforschen. Sie fragten ihn, was sein Verlangen ist und warum er sich gerühmt hat wider R. Samuel Tausk unschuldigerweise zu handeln, da gab er ihnen zur Antwort, es sei wahr und er sei in einer großen Gefahr und ich weiß alles und hab alles in meine Händ, wie der Töpfer den Lehm, und es sei nicht mehr lange dazu, daß R. Samuel in eine große Festung geschickt werde, wo kein Jude ist, Schanzen zu arbeiten, und werde lange Jahre sitzen und nicht wissen warum, und werde schreien und niemand werde ihn hören. Jedoch gebt mir 1000 Gulden, so will ich meine wider ihn geführte böse Gedanken wieder zum guten Gedanken umwenden. Da die drei Vornehmen gemerkt haben, daß er dem R. Samuel das Scheckerbilbul zu seinem eigenen Vorteil und Nutzen gemacht hat und sich dadurch zu bereichern gesinnt ist, antworteten sie ihm mit großer Klugheit, sie hätten nicht die Macht, etwas allein zu tun, ohne Wissen der Vorsteher und Führer der Gemeinde, sie wollen sich heute mit den Vorstehern und morgen ihm die Antwort außerhalb der Judenstadt sagen. Unterdessen war die Frau des Aron Ris dies gewahr geworden, so lauft sie gleich zu dem Herrn Stallmeister, welcher mit Weisskopf von Ihro Excellenz Graf Lamberg titul hieher geschickt worden und sagt ihm, daß Weisskopf alle seine Geheimnisse verraten hätte und daß man ihn mit Geld bestochen habe, und dadurch war all sein Werk und Mühe vergebens. Wie der Stallmeister von der guten Frau des Aron Ris dies vernommen, ließ er gleich den Salomo Weisskopf zu sich berufen, verschließt ihn in einem abgesonderten Zimmer und läßt ferner niemand zu ihm. Darauf haben die Vorsteher nach Wien geschickt den vornehmen R. Ahron Katz Reiterls55 und den gelehrten R. Salomo, den Bruder des R. Samuel Tausk und den angesehenen R. Hirsch Sohn des Rabbiners R. Chaim R. Todros zu sehen, was zu tun wäre und auch einen besonderen Boten nach der 21 327

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