Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 9 (1938)
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 324 (sequence 328)
- Language
- German
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dabei verlangt er, wenn an diesem Zweifel wäre, was er angebracht hat, so soll ihn Ihre Excellenz Herr Graf Lamburg titul sein Stallmeister nach Prag mitgeben, so werde man zu Prag klar finden, daß sein Anbringen wahr ist, so hat auch titul Herr Graf Lamburg seinen Stallmeister mit dem Weisskopf nach Prag geschickt und sie reisten von Wien ab am 1. Tage Chanuka und kamen in Prag an am Dienstag, den 3. Tewes. Unterdessen hat der Ris zu Wien das Feuer angefacht, R. Samuel ins Gefängnis zu bringen. In der Nacht des 5. Tewes, wie der Marquis Obil39 Stadtkommandant titul zu unserem gnädigen Herrn dem Kaiser gekommen ist um die Parole die die Soldaten jede Nacht wie üblich als Zeichen wissen müssen, hat unser gnädiger Herr der Kaiser in höchsteigener Person diesem Stadtkommandanten befohlen, R. Samuel Tausk mit R. Abraham b. Meir40 Austerlitz, von den Wiener Exulanten aus der heiligen Gemeinde Metz, welcher bisweilen in Wien sich aufgehalten, gefangen nehmen zu lassen, was der Stadtkommandant wieder dem Herrn Wachtmeister Leutnant anbefohlen hat. Denselbigen Donnerstag Vortag kam der Herr Wachtmeister Leutnant allein in die Herberg zu R. Samuel und fragt ihn und die Hausleut, wer der R. Abraham von Metz ist, und der R. Abraham war damals nicht daheim anzutreffen. R. Samuel aber hat nicht einmal gedacht, daß das Suchen auf ihn auch gedacht ist, weil er bei sich wohl gewußt, daß er ein reiner Mann ist, nichts Übles gemeint oder begangen hat. Und wie nun der Tag anbricht, daß R. Samuel mit dem angesehenen Bachur Hirsch, dem Sohn des vornehmen R. Elieser aus Wien, welcher damals in Eisenstadt gelernt hat und wegen der Kriegsunruhen sich nach Wien begeben, in Schul das Morgengebet verrichten wollte, so gieng der Wachtmeisterleutnant nach, und, wie sie in die Haustür kommen sind, ist eine bewaffnete Bereitschaft da gestanden, ein Korporal mit vier Soldaten und der Wachtmeisterleutnant sagt zu R. Samuel, er soll mit ihm gehen ins Gefängnis und, damit der erwähnte Bachur demR. Abraham Metz nichts sagen soll, haben sie ihm mit ins Gefängnis genommen, und niemand in Wien hat etwas davon gewußt, bis der Wachtmeister einige Stunden später wieder in die Herberge gekommen ist und verlangt, man soll ihm alle Schriften geben von dem verhafteten R. Samuel Tausk. Und in derselbigen Herberge war auch eine mächtige, vornehme Frau namens Ester,41 die Tochter des R. Leb halevi aus der Familie Horwitz, die Frau des vornehmen R. Leb Rosenburg, eine Tochter unserer Gemeinde d. G. 1., welche mit verschiedenen Waren nach Wien handelt und bei Adeligen und ihren Frauen zu versilbern pflegt. Wie sie die Gefangennahme von R. Samuel von dem Wachtmeisterleutnant erfahren hat, erschrak sie gar sehr und fragt ihn warum und auf Grund welchen Befehls er R. Samuel gefangen genommen hat, der Wachtmeisterleutnant hat ihr nichts sagen 324 18